Insekten sollen im Kreis aktiv durch mehrjährige Blühstreifen gefördert werden.

(pd). Landrat Dr. Ansgar Müller und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft Friedhelm Decker unterzeichneten eine Vereinbarung für ein fünfjähriges Blühstreifenprojekt im Kreis Wesel.

Die Anlage von mindestens 28 ha mehrjähriger Blühstreifen auf landwirtschaftlich genutzten Ackerflächen soll das Insektenaufkommen, aber auch Spinnentiere und Tausendfüßer, nachhaltig fördern.

Blühstreifen im Kreis Wesel
v.l.: Markus Reinders, Zweigstellenleiter Niederrhein und Bereichsleiter Kompensation, Artenschutz, Liegenschaften unserer Stiftung, Torsten Quinkenstein, Projektleiter, Johannes Leuchtenberg, Kreisvorsitzender der Kreisbauernschaft Wesel, Friedhelm Decker, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, Landrat Dr. Ansgar Müller, Wilfried Letzner, Untere Naturschutzbehörde Kreis Wesel, Helmut Czichy, Vorstandsmitglied der Kreisverwaltung Wesel, Klaus Horstmann, Leitung des Fachdienstes Naturschutz, Landwirtschaft, Jagd, Fischerei Kreis Wesel. Foto: Stiftung Rheinische Kulturlandschaft

Erhaltung der bäuerlichen Kulturlandschaft

Das Projekt stellt die besondere Verantwortung der Landwirtschaft für die Herstellung hochwertiger Produkte sowie für die Erhaltung der bäuerlichen Kulturlandschaft und den Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenarten dar.

Im Projekt wird mit Hilfe blühender Strukturen gezeigt, wie in Zusammenarbeit mit ortsansässigen Landwirten für Bestäuber, wie Wildbienen, Schmetterlinge und Hummeln wirksame Naturschutzmaßnahmen umgesetzt werden können. Im vergangenen Jahr lief die einjährige Testphase bereits an, an der 14 Landwirte teilnahmen und über 11 ha Blühstreifen anlegten.

Im Sinne der seit 1997 bestehenden Kooperationsvereinbarung „Landschaftsplanung/Landwirtschaft“ mit der Kreisbauernschaft Wesel e.V. legen die Stiftung und der Kreis besonderen Wert darauf, dass sich die geförderten Maßnahmen sowohl in die Abläufe der landwirtschaftlichen Betriebe integrieren lassen als auch einen ökologischen Mehrwert für bestäubende Insekten aufweisen.

Lebensbedingungen für Vogelarten

Mit einem erhöhten Blüten- und damit Insektenangebot verbessern sich gleichzeitig die Lebensbedingungen für Vogelarten der offenen Feldflur wie z. B. Feldlerche und Kiebitz, für die Insekten ein wichtiger Nahrungsbestandteil sind. „Ich freue mich sehr, dass wir mit dem Blühstreifenprojekt gemeinsam mit der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft der Landwirtschaft im Kreis Wesel ein unbürokratisches und attraktives Instrument zur Umsetzung wirkungsvoller Maßnahmen für die Insektenförderung an die Hand geben können. Ich hoffe, dass viele Betriebe davon Gebrauch machen werden“, betonte der Landrat.

Dass es viele landwirtschaftliche Betriebe geben wird, die Interesse an dem Projekt haben, davon ist Friedhelm Decker überzeugt: „Bereits mit mehr als 500 Land- und Forstwirten setzt unsere Stiftung kooperativ Naturschutzmaßnahmen um und zahlreiche Landwirte – auch viele Teilnehmer aus dem letzten Jahr – haben bereits Interesse an einer Teilnahme am Projekt bekundet und dafür Flächen zur Verfügung gestellt.


Der Kreis Wesel finanziert das Projekt durch Ersatzgelder, die ausschließlich für Maßnahmen zur Entwicklung der Landschaft zur Verfügung stehen.


Die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft ist 2003 vom Rheinischen Landwirtschafts-Verband gegründet worden und steht als Partner für neue Wege im Naturschutz zur Verfügung. Sie ist Ansprechpartnerin mit langjähriger Erfahrung im Bereich der Umsetzung von Naturschutzprojekten mit Landnutzern.

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