Schermbeck. Zur kalten Jahreszeit sind die Arztpraxen besonders voll. Vielerorts entsteht ein Paradies für Viren, die sich ungehindert austoben.

Sie wandern von Wirt zu Wirt. Was aber tun, wenn das eigene Kind Fieber bekommt, Husten oder Schnupfen? Erstmals hatte die Burg-Apotheke in Schermbeck einen Vortrag zum Thema „Mein Kind ist krank. Was kann ich tun?“ angeboten.

Dr. Ute Schettler, Apothekerin und Heilpraktikerin, ist eine Verfechterin der natürlichen Hausmittel und Anwendungen und bezog sich in ihrem Vortrag auf den ganzheitlichen, anthroposophischen Ansatz von Rudolf Steiner. So versteht sich die anthroposophische Medizin als Ergänzung der Schulmedizin in ganzheitlicher Sicht.

Dr. Ute Schettler
Dr. Ute Schettler, Apothekerin und Heilpraktikerin

Heißt: Sie nimmt die körperliche, geistige und seelische Beschaffenheit des Menschen in den Blick. Eine gezielte  Therapie werde daher nicht nur durch die Diagnose bestimmt, sondern auch durch den Krankheitsverlauf, das Leben und das soziale Umfeld der Kinder. Folglich wird auf die Persönlichkeit des Erkrankten geschaut.

Äußere Anwendungen

Dabei werden äußere und innere Anwendungen fokussiert. Mit äußeren Anwendungen sind hier beispielsweise richtig eingesetzte Wadenwickel gemeint. Die innere Anwendung meint dagegen die Einnahme von Arzneimitteln, die durch unterstützende Hilfsmittel äußerer Anwendungen ergänzt wird.

Viel Trinken

Anhand von Zitronen, frischem Wasser und Wickeln als Anschauungsmaterial demonstrierte Dr. Ute Schettler was wirklich hilft. „Bei einer Erhöhung der Temperatur fühlen sich Viren und Bakterien selbst nicht wohl“, sagte sie. Dadurch ist Fieber ein Werkzeug des Körpers für das eigene Immunsystem. Entscheidend sind die klassischen Faktoren: Wärme, Ruhe und „viel“ Trinken.

Unter anderem erklärte Schettler auch, warum die Wickel erst dann angewendet werden sollten, wenn das Fieber wieder sinkt. So ist es wichtig, die Wickel und Umschläge nur da aufzulegen, wo die Haut des Kindes wirklich warm ist. Es sollte nicht unangenehm werden. Sollte das Kind beispielsweise kalte Beine und Füße haben, dürfen die Wadenwickel keinesfalls angewendet werden.

Wadenwickel

Das gilt generell, wenn das Kind auch Schüttelfrost hat, meist in der Phase des Fieberanstiegs. Auch dann seien fiebersenkende Wickel eher schädlich. Experten und Kinderärzte empfehlen hier, die Wadenwickel bei Kindern grundlegend erst ab sehr hohem Fieber anzuwenden. Wadenwickel bei kleinen Kindern sollten nicht länger als zehn Minuten angewendet werden.

Der Grund: Es besteht die Gefahr der Auskühlung. So erläuterte die Apothekerin und Heilpraktikerin viele hilfreiche Tipps, die am Ende nicht nur für die Kinder gut sind. Sondern auch für die Erwachsenen selbst.

Zur Person:

Dr. Ute Schettler ist 53 Jahre alt, hat zwei erwachsene Kinder und lebt in Haltern. Sie arbeitet in der Burg-Apotheke in Schermbeck als pharmazeutische Apothekerin und besucht regelmäßig Fortbildungen.

Sie betont: „Es gibt nicht nur einen Weg“ – und so entdeckt sie als Heilpraktikerin und Fachapothekerin nach wie vor praktische Indikatoren, die bei Krankheit schnell Abhilfe schaffen. Seit knapp elf Jahren beschäftigt sie sich mit dem Thema der Naturheilkunde und hat nur gute Erfahrung, auch mit Hinblick auf die anthroposophische Medizin, gemacht.

Da die Nachfrage sehr hoch war und es mehr Anmeldungen als Plätze gab, möchte die Burg-Apotheke weitere, ähnliche Vorträge folgen lassen.

von: Marie-Therese Gewert

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