Im Frühjahr sind Igel wieder unterwegs und auf Futtersuche. Mit der Igel-Challenge ruft der BUND dazu auf, Sichtungen zu melden. Ziel ist es, mehr Daten über den heimischen Braunbrustigel zu sammeln und seinen Schutz zu verbessern.
Igel-Challenge soll Datenlage verbessern
Die Igel-Challenge und darüber hinaus richtet sich an alle, die im Alltag einen Igel entdecken. Der heimische Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) wird vielerorts seltener. Im Oktober 2024 wurde er von der Weltnaturschutzunion IUCN auf der internationalen Roten Liste als potenziell gefährdet eingestuft.
Da es in Deutschland bislang nur wenige belastbare Daten zur Verbreitung und Populationsgröße gibt, ruft der BUND zur Teilnahme an der Igel-Challenge auf. Ziel ist es, durch möglichst viele Meldungen ein genaueres Bild der Bestände zu erhalten.

Kritik nach „Igel-Massaker“ in Dortmund
Für zusätzliche Dringlichkeit sorgt ein Vorfall aus dem März 2026. Dabei kamen bei Rodungsarbeiten in Dortmund bis zu 30 Igel im Winterschlaf ums Leben oder wurden schwer verletzt.
Angelika Eckel von der BUND-Kreisgruppe Wesel sagt: „Die Meldungen vom sogenannten „Igel-Massaker“ in Dortmund im März 2026, bei dem durch Rodungsarbeiten bis zu 30 Igel im Winterschlaf ihr Leben verloren oder schwer verletzt wurden, sind schockierend. Dieses Tierleid ist vermeidbar, wenn vor Rodungsarbeiten die Flächen sorgfältig abgesucht werden.“
Konflikt zwischen Rodungszeit und Winterschlaf
Rodungsarbeiten müssen aus Gründen des Vogelschutzes zwischen Anfang Oktober und Ende Februar erfolgen. Diese Zeit überschneidet sich jedoch mit dem Winterschlaf der Igel.
Der BUND fordert deshalb, öffentliche Aufträge nur unter der Auflage zu vergeben, dass Flächen vorab gründlich auf winterschlafende Tiere kontrolliert werden. So sollen ähnliche Vorfälle künftig verhindert werden.
Rechtliche Vorgaben zum Schutz der Tiere
Das Unterlassen solcher Kontrollen kann rechtliche Folgen haben. Nach § 1 des Tierschutzgesetzes kann dies als Pflichtverletzung gelten, wenn vorhersehbar ist, dass Tiere zu Schaden kommen.
Zudem ist es nach §§ 39 und 44 des Bundesnaturschutzgesetzes verboten, Lebensstätten geschützter Arten zu zerstören. Eine Strafanzeige wurde bereits von Mitgliedern der AG Igelschutz Dortmund e.V. und der Tierschutzpartei gestellt.
Diese Regelungen gelten nicht nur für öffentliche Flächen, sondern auch für Privatgärten.
So funktioniert die Teilnahme an der Igel-Challenge
Die Teilnahme an der Igel-Challenge ist einfach. Beobachtungen können über die Plattform Observation.org gemeldet werden. Möglich ist dies über die Webseite oder direkt per Smartphone-App „ObsIdentify“, die eine automatische Bilderkennung bietet.
Alternativ können Fotos mit anderen Kameras aufgenommen und später hochgeladen werden. Auch überfahrene Tiere sollen dokumentiert werden, um ein vollständiges Bild zu erhalten.
Die eingereichten Daten werden zusätzlich von Expertinnen und Experten geprüft, um eine hohe Qualität sicherzustellen.
Daten helfen beim gezielten Igelschutz
Die gesammelten Informationen werden in internationale Datenbanken überführt und helfen dabei, Schutzmaßnahmen besser zu planen. Laut Angelika Eckel könnten solche Daten entscheidend sein, um Kontrollen bei Mäh- und Rodungsarbeiten gezielter vorzubereiten.
„Hier könnten Daten aus der Igel-Challenge weiterhelfen. Wenn wir wissen, wo Igel leben, und ggf. wie viele, lassen sich im Vorfeld Kontrollen bei Rodungs- und Mäharbeiten besser einplanen und die Mitarbeiter, bzw. Gärtner und Gärtnerinnen motivieren auf den Igelschutz zu achten.“
Online-Vortrag zum Thema Igelschutz
Wer mehr über den Schutz der Tiere erfahren möchte, kann an einem kostenlosen Online-Vortrag teilnehmen.
Der Vortrag „Igel in Not – wie können wir ihnen helfen?“ findet am Mittwoch, 22. April 2026, von 18:00 bis 20:00 Uhr statt. Veranstalter ist der BUND NRW. Eine Anmeldung ist über die Internetseite der BUND-Kreisgruppe Wesel möglich.
Ein weiterer Vortrag ist für den 10. September im Naturschutzzentrum Wesel geplant.























