Hohe Nitratwerte im Grundwasser

Messwerte des Grundwassers im Raum Hamminkeln liegen vor

Reduzierung der Nitratbelastung dringend nötig

(pd). In jeder fünften untersuchten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Insgesamt 32 Wasserproben aus privat genutzten Brunnen nahm Harald Gülzow, Projektleiter, aus dem Raum Bocholt – Hamminkeln – Wesel für die Untersuchung entgegen.

Harald Gülzow beim Analysieren im Labormobil
Harald Gülzow beim Analysieren im Labormobil. Harald Guelzow im Gespräch mit Brunnennutzer. Foto: Gerhard Seybert / VSR-Gewässerschutz

Ein Grund für die hohen Belastungen ist die intensive Landwirtschaft. Diese hat sich in den letzten 10 Jahren immer weiter ausgebreitet. Gleichzeitig konnte die umweltverträglichere Form der Landwirtschaft – der ökologische Landbau – kaum wachsen. Hier müssen vor allem die Verpächter handeln. Der VSR-Gewässerschutz rät Gemeinden, Kreisen und Kirchengemeinden dazu, ihre landwirtschaftlichen Flächen in Zukunft nur noch ökologisch bewirtschaften zu lassen.

Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei den Untersuchungen 136 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Biemenhorst. Weitere mit Nitraten stark verschmutzten Brunnen stellten die Umweltschützer in Bocholt mit 82 Milligramm pro Liter (mg/l), in Lankern mit 60 mg/l, in Dingden mit 82 mg/l und in Meerhoog mit 104 mg/l fest. Das Wasser ist wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet. Besonders wichtig ist außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt wird.

Überdüngung verhindern

Es besteht die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Abgestorbenen Pflanzen können anschließend zu Fischsterben führen. Nitratbelastetes Grundwasser führt beim Bewässern zu einer zusätzlichen Düngung. Diese muss in die Berechnung über den Stickstoffbedarf der angebauten Pflanzen miteinbezogen werden.

Nur so kann eine Überdüngung und eine Nitratanreicherung in Gemüse verhindert werden. Bürger können dem Verein eine Wasserprobe mit der Post zusenden, falls sie wissen möchten, ob sie auch von der hohen Nitratbelastung betroffen sind. Informationen dazu erhält man auf der Homepage www.vsr-gewässerschutz.de.

Harald Guelzow im Gespräch mit Brunnennutzer
Harald Guelzow im Gespräch mit Brunnennutzer. Foto: Gerhard Seybert / VSR-Gewässerschutz. Foto: Gerhard Seybert / VSR-Gewässerschutz

Der ökologische Landbau hat weit strengere Düngevorschriften als in der Düngeverordnung festgesetzt. Es wird auf den Einsatz von chemisch- synthetischen Stickstoffdünger verzichtet. Außerdem kommt es zu weitgehend geschlossenen Nährstoffkreisläufen, da die Zahl der Tiere sich an der Fläche orientiert, die dem Betrieb zur Verfügung stehen.

Nährstoffüberschüsse werden somit bestmöglich vermieden. Der VSR- Gewässerschutz begrüßt deswegen, dass ökologisch erzeugte Produkte in den letzten Jahren immer stärker gefragt sind. „Das freut uns als Gewässerschützer. Jedoch verbessert die Nachfrage für ökologisch erzeugte Produkte nicht die Grundwasserqualität in Nordrhein-Westfalen. Dort werden nicht mal 6 % der landwirtschaftlichen Flächen vom ökologischen Landbau bewirtschaftet. Der große Bedarf wird inzwischen mit weit transportierten Lebensmitteln gedeckt.“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR- Gewässerschutz.

Ökologischen Landbau stärker fördern

Jahrzehntelang haben die landwirtschaftlichen Verbände darauf hingewiesen, dass sie produzieren, was die Bürger kaufen. Damit haben sie den Einkäufer für die Grundwasserbelastung verantwortlich gemacht. Viele Bürger ernähren sich heute jedoch anders als vor 20 Jahren. Es werden wesentlich mehr ökologische Produkte gekauft. Deswegen ist es dringend an der Zeit, dass der ökologische Landbau stärker gefördert wird. Viele ökologische Betriebe würden gerne wachsen, bekommen aber keine weiteren landwirtschaftliche Flächen. Gemeinden, Kreise und Kirchengemeinden können diese Betriebe unterstützen und ihnen ihre landwirtschaftlichen Flächen verpachten. So können auf diesem Land die Wünsche der Bürger berücksichtigt werden. Der Gartenbesitzer kann sich über eine geringere Nitratbelastung seines Brunnenwassers freuen und wieder Brunnenwasser statt kostbares Leitungswasser nutzen.

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