Der Schermbecker Seniorenbeirat informiert zum Thema Altersarmut

Gleich mit mehreren kommunalpolitischen Themen befasste sich der Seniorenbeirat am Montagnachmittag im Rahmen seiner sechsten Sitzung im Begegnungszentrum.

Einstimmig beschloss der von Friedhelm Stoltenberg geleitete Seniorenbeirat anzuregen, kostengünstigen und altersgerechten Wohnraum für ältere Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Dem Vorschlag des Mitglieds Brigitte Scheffler, Genehmigungen für den Ausbau bestehender Häuser zu erleichtern, um älteren Bürgern und deren Kindern ein nahes Zusammenleben zu erleichtern, schloss sich auch Volker Schulte-Bunert an.

Klare gesetzliche Vorgaben

Er empfahl in Richtung Baugenehmigungsbehörde beim Kreis Wesel „eine nicht zu enge Sicht“ im Genehmigungsverfahren. Die Verwaltungsmitarbeiterin Irmgard Schwenk verwies hingegen auf „klare gesetzliche Vorgaben“ der Bauleitplanung.

Beiratsmitglied Manfred Knappernatus kritisierte zudem das Genehmigungsverfahren für mehr als 40 Wohneinheiten am Marienheim. Bei seiner Frage nach dem „Verursacher der Stolpersteine“, erfuhr er von Irmgard Schwenk, dass die Bauanträge beim Kreis Wesel lägen. Die Baugenehmigung werde in den nächsten Wochen erwartet, teilte die Verwaltungsmitarbeiterin Isabella Palik mit.

Mit mehreren kommunalpolitischen Themen befassten sich die Mitglieder des Seniorenbeirates während der sechsten Sitzung im Begegnungszentrum. Foto: Helmut Scheffler

Stellungnahmen zu Bauleitplanverfahren

Einen Rahmenplan für die Entstehung von öffentlichen Mietwohnungen und Altenpflegewohnungen, wie ihn der Seniorenbeirat gefordert hatte, wird es nicht geben. Die Verwaltung führte aus, dass im Rahmen der Aufstellung neuer Bebauungspläne bedarfsgerecht und einzelfallbezogen abgewogen werde, in welchem Rahmen Miet- und Altenpflegewohnungen geschaffen werden könnten.

Der Seniorenbeirat wird künftig Stellungnahmen zu Bauleitplanverfahren abgeben. Das beschloss der Beirat in einem weiteren Tagesordnungspunkt. Hierbei sollen auch Erweiterungen bzw. Umgestaltungen des Wohnraums zum Zwecke der Pflege älterer Angehöriger Berücksichtigung finden.

Veranstaltung zum Thema Altersarmut

Der Seniorenbeirat beschloss ebenfalls einstimmig, im Jahre 2020 eine öffentliche Veranstaltung zum Thema Altersarmut anzubieten. Beiratsmitglied Manfred Knappernatus hatte sogar schon einen Titel für die Veranstaltung präsent: „ Und plötzlich bist du alt und hast zu wenig Kohle.“ Ziel einer solchen Veranstaltung soll es sein, Schermbecker Bürgerinnen und Bürgern das Leben im Alter finanziell möglichst belastungsarm zu gestalten.

Welche Hilfen gibt es bei Altersarmut?

Wie und warum entsteht Altersarmut? Wie kann man Altersarmut vorbeugen? Welche Hilfen gibt es bei Altersarmut? Antworten auf solche und ähnliche Fragen sollen gegeben werden. Dazu sollen kompetente Sachverständige aus den verschiedensten Bereichen bzw. Institutionen eingeladen werden.

Als erste Gruppe hat der Seniorenbeirat seine Vorstellungen zur künftigen Gestaltung der Mittelstraße zusammengetragen. Die Vorschläge werden zum gegenwärtigen Zeitpunkt seitens der Gemeindeverwaltung „als kontraproduktiv gesehen“. Gemeint sind verschiedene Vorschläge.

Neuordnungsplanungen für die Mittelstraße

Der Beirat fordert die Beseitigung des Begegnungsverkehrs in Form einer Einbahnstraßenregelung. Außerdem „zwei weitere Planungsmaßnahmen, und dies unabhängig von einer zukünftigen möglichen Stellungnahme im Zuge städtebaulicher Neuordnungsplanungen für die Mittelstraße.“

Vorgeschlagen wurden schriftlich eine Vollsperrung der Mittelstraße für Motorräder und eine deutlichere Verkehrslenkung als jetzt. Doch ganz so einig schienen sich die Beiratsmitglieder nicht zu sein.

Verkehrsbelastung Mi muss reduziert werden

Heinz Tutas und Heiko Kabus sprachen sich während der Sitzung gegen eine Vollsperrung für Motorräder aus. Dass die gegenwärtige Verkehrsbelastung in irgendeiner Form reduziert werden muss, darüber herrschte Einigkeit.

Friedhelm Stoltenberg empfahl den Beiratsmitgliedern, sich mal zu Hauptverkehrszeiten auf die Bänke vor der Volksbank zu setzen. „Da kann keiner das Fenster öffnen“, unterstütze Knappernatus die Eindrücke des Ausschussvorsitzenden und verwies auf die Erfahrungen der Gruppe an ihrem Infostand vor Rossmann.

„Ich bin der Meinung, dass der Seniorenbeirat in Schermbeck manches in Bewegung gesetzt hat“, fasste Stoltenberg seine Zwischenbilanz zusammen und verwies auf zahlreiche Aktivitäten. Sein Dank galt den Mitgliedern und Verwaltungsmitarbeitern Irmgard Schwenk, Isabella Palik, Rainer Eickelschulte und Andreas Eißing ebenso wie den Sponsoren von der Volksbank, der Nispa und der Nottenkämper-Stiftung. H.Scheffler

Vorheriger ArtikelSchermbeck – Bewaffneter Raub auf Tankstelle
Nächster ArtikelEntschädigung nach Wolfsriss auch für Pferdehalter?
Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

1 KOMMENTAR

  1. Die Anregungen des Seniorenbeirats, die Lebensbedingungen für ältere Menschen bei der gemeindlichen Politik zu berücksichtigen, verdienen höchsten Respekt.
    Der Seniorenbeirat hat angekündigt sich bei der Bauleitplanung konstruktiv einzubringen. Und das ist gut so.
    Die Planungshoheit liegt beim Rat der Gemeinde. Die Bürger*innen haben den Rat gewählt und er hat die Interessen der Bürger*innen zu vertreten. Der Rat, das sind die Bürger*innen.
    Die Anregung, altersgerechten Wohnraum für ältere Bürger*innen zu schaffen ist dringend und notwendig. Der Vorschlag, Genehmigungen für den Ausbau bestehender Häuser zu erleichtern, um älteren Bürgern und deren Kindern ein nahes Zusammenleben zu erleichtern, kann nur der Anfang sein. Hier greift die Bauordnung des Landes NRW (BauO NRW). Bei bestehenden und zukünftigen Bebauungsplänen ist das Baugesetzbuch (BBauG) maßgebend.
    Im Übrigen ist ein Bürgerantrag, bestehende Bebauungspläne den zeitlichen Gegebenheiten anzupassen um eine bessere bauliche Ausnutzung herzustellen, von allen im Rat vertretenden Fraktionen abgelehnt worden. Mehr Wohnraum ohne neuen Flächenverbrauch zu schaffen war das Ziel. Die Gestaltungssatzungen sollten aufgegeben und die Geschoßflächenzahlen (GFZ) auf 0,8 angehoben werden. Städtebauliche Grundsätze wären nicht verletzt.
    Der Seniorenbeirat ist auf dem richtigen Weg. Seine konstruktiven Anregungen sind wertvoll. Bei zukünftigen Bebauungsplänen muss die Demografie und die Umwelt verstärkt berücksichtigt werden. Die gemeindliche Politik hat es auch versprochen. Die Schermbecker Bürger*innen sollen und müssen sich bei den Planungen und Festschreibungen in Bebauungsplänen einbringen. Art und Maß der baulichen Nutzung sollten ein Zusammenleben von „Alt und Jung“ besser ermöglichen. Anregungen im Verfahren sind gewünscht . So auch die gemeindliche Politik.
    Dem Seniorenbeirat viel Erfolg bei seinen Anregungen. Man darf gespannt sein, wie die Anregungen von der gemeindlichen Politik berücksichtigt werden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Bitte den vollständigen Vor- und Nachnamen eintragen