Ohne Ziele kommt man nicht weiter

Bereits in jungen Jahren verinnerlichte Hannah Eifert das Motto: Ohne Ziele kommt man nicht weiter. Ihr Ziel ist die Profischiene und die junge Gahlenerin arbeitet hart daran, ihrem Ziel näherzukommen.

Sie steht zurzeit auf Platz 25 der Deutschen U16-Rangliste, ist die Nummer sieben des Jahrgangs 2006 und steht auf Platz 309 der Rangliste des Deutschen Tennis Bundes, auf der die besten 500 Damen der Republik gelistet sind. Dennoch weiß sie, dass es bis nach ganz oben ein sehr schwerer und ungewisser Weg sein wird.

Konzentriert beim Spielen: Hannah bei den Borkum Open im Jahr 2019 
Foto: privat

Aber auch die Arbeit als Tennislehrerin oder eine Zeit lang im College-Team der USA zu spielen, wären gute Alternativen. Dazu wäre ein Vollstipendium notwendig, wobei die Chancen dafür nicht allzu schlecht stehen. „Natürlich würde ich meine einzige Tochter nach Amerika ziehen lassen, wenn auch schweren Herzens“, betont Hannahs Mutter Carmen. Bevor es jedoch so weit ist, steht bei der Neuntklässlerin des St. Ursula Gymnasiums auf jeden Fall noch das Abitur auf dem Programm.

Förderung durch den Westfälischen Tennisverband

Vor drei Jahren wurde der Bezirk Münsterland bei einem Nachwuchsturnier auf Hannah aufmerksam. Seitdem trainiert sie in Kamen, dem Stützpunkt des Westfälischen Tennisverbandes. In ihrem Heimatverein, dem TC Deuten 1980 e. V., kann Hannah zurzeit nicht trainieren, steht jedoch fast täglich in Kamen für mindestens drei Stunden auf dem Platz. „Zum Glück wird Hannah dort vom Tennisverband gefördert, denn das Training kostet schon viel Geld“, wissen Hannahs Eltern Carmen und Martin Eifert, die die ehrgeizigen Pläne ihrer Tochter in jeder Hinsicht unterstützen.

Ihr Heimatverein: der TC Deuten e. V.

Momentan spielt die 15-Jährige in Deuten an Platz 1 in der 2. Damenmannschaft und startet mit ihr in der Verbandsliga, der zweithöchsten Liga in Westfalen. Aber auch in der 1. Mannschaft konnte sie bei Spielen in der Regionalliga, der dritthöchsten deutschen Liga, bereits mit starken Leistungen auf sich aufmerksam machen.

Hannah Eifert, ein sympathischer Teenager
Foto: Martina Jansen

Für den TC  Deuten startet Hannah in der Verbandsliga und konnte in der Sommersaison drei von sechs Spielen gewinnen. Sie ist hier die einzige Spielerin, die direkt aus dem Umkreis kommt. „Hannah ist derzeit die beste Tennisspielerin in Dorsten und das bereits mit 15 Jahren“, bringt es Jan-Hennig Janowitz, der erste Vorsitzende des TC Deuten, auf den Punkt. „Ein Stammplatz in der Regionalliga ist auf Sicht ein durchaus realistisches Ziel für Hannah“, fährt er fort.

„Ich möchte höher kommen in der Rangliste und setze mehr auf Punkte als auf Sieg. Ich trete daher bei höher qualifizierten Turnieren an, bei denen ich wahrscheinlich nicht gewinnen werde, aber mehr Punkte für ein Halbfinale bekomme als für einen Sieg in einem untergeordneten Turnier.“ Auf diese Weise erreichte Hannah bereits 1000 Punkte aus acht gewerteten Turnieren innerhalb von drei Monaten.

Vokabeln lernt Hannah Eifert abends

Dass die Schule nicht zu kurz kommt, darauf achtet besonders ihre Mutter. Damit Hannah im Stoff bleibt, müssen Vokabeln daher auch schon mal nachts gelernt werden. „Aber das macht mir nichts aus, ich möchte es ja so“, erzählt Hannah. „Freunde treffe ich natürlich nicht so oft, aber die Mannschaft ist meine zweite Familie. Ich kenne es ja auch seit meiner Kindheit nicht anders“, fährt sie fort.

Hannah ist stolz auf das gemeinsame Foto beim ATP mit dem besten Deutschen Doppel Kevin Krawietz (links) und Andreas Mies, die zweimal die French Open in Folge gewannen 
Foto: privat

Genaugenommen kennt sie es seit zwölf Jahren nicht anders, denn bereits mit drei Jahren hielt sie den ersten Schläger in ihren kleinen Händen. „Ich weiß es natürlich nicht mehr, aber Mama sagt immer, mir hätte es großen Spaß gemacht zu spielen“, schmunzelt der freundliche Teenager und Mutter Carmen ergänzt stolz, dass Hannah schon damals ein gutes Ballgefühl bescheinigt wurde.

Mit viel Ehrgeiz und Ausdauer zum Erfolg

Aus dem anfänglichen wöchentlichen Spielen wurde allmählich ein hartes Training. Vom TUS Gahlen über den DTC und dem BVH bis nun zum TC Deuten ging ihre Vereinsreise.

Hier möchte sie nun bleiben, hier fühlt sie sich absolut wohl und wurde vom Vorstand, den Spielerinnen und Spielern und natürlich auch von den Damen ihrer Mannschaften sehr gut aufgenommen. „Der Wechsel nach Deuten war absolut der richtige Weg, um mich weiterzuentwickeln“, ist sich Hannah sicher.

Den Ball immer im Blick: Hannah Eifert
Foto: privat

Nicht vergessen auf ihrem Weg hat sie den Mann der ersten Stunde, ihren ersten Trainer. „Marius Wilker habe ich wirklich alles zu verdanken“, freut sich Hannah. Bis heute ist er mit der gesamten Familie befreundet und begleitet Hannah auch weiterhin.

Für Hannahs Fitness sorgte von Anfang an von Andy Schilasky. Dafür steht ihr auf dem Hof ihres Zuhauses eine umgebaute Garage zur Verfügung. Hier setzt Andys Sohn Marlon während der Pandemie die gestellten Übungen seines Vaters mit Hannah um.

Ihr erster Tennisschläger, ein Holzschläger, existiert heute noch, hängt im privaten Fitnessstudio und präsentiert die ersten Medaillen, die Hannah im Laufe ihres Spielerlebens überreicht bekam. Später kamen fast ausschließlich Pokale hinzu. Einer ihrer zahlreichen Siegerpokale, der Sieg bei der Mannschaftssaison-Westfalenmeisterschaft U18 im letzten Sommer, steht nun dauerhaft im Vereinsheim, da der Club das Turnier dreimal nacheinander gewann. Bei zwei Triumphen war Hannah dabei. 

Hannah Eifert und ihre Siege

Alle ihre Siege aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. So wurde sie unter anderem Norddeutsche Meisterin im Doppel und Vize in der Einzelkonkurrenz, Westfälische Meisterin U14 im Einzel sowie mit der U18-Mannschaft des TC Deuten. Sie holte sich sowohl ihren ersten internationalen Doppeltitel im Oktober 2020 als auch den dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft.

Neben der Auszeichnung zum Sportler des Jahres 2017 in Schermbeck, gewann sie 2018 den Oscar als Sportlerin des Monats und ist bei jeder Sportlerehrung vertreten. „Durch den Sport und die damit verbundenen Reisen bin ich sehr früh selbstständig geworden und habe viele Tennisstars wie Rafael Nadal, Roger Federer und auch die Deutsche Nummer 2, Jan-Lennard Struff getroffen“, erzählt Hannah.

„Aufgrund einer gewonnenen Challenge durfte ich auch im Sommer 2019 in Hamburg mit Alexander Zverev auf dem Center-Court stehen und drei seiner Aufschläge returnieren“, berichtet sie stolz weiter.

Trotz ihrer hohen Ziele und besten sportlichen Zukunftsaussichten ist Hannah bodenständig und bescheiden geblieben. Ich drücke ihr daher die Daumen, dass sich ihre sportlichen Wünsche erfüllen werden.

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Hallo, ich bin Martina Jansen. Meine Heimat ist das Monatsmagazin „Lokallust“, aber da wir mit den „Heimatmedien“ eng zusammenarbeiten, richte ich mich seit einiger Zeit nun auch hier als freie Mitarbeiterin häuslich ein. Als nicht gelernte Redakteurin schreibe ich aus dem Bauch heraus und lasse dabei unbewusst, gerne aber auch ganz bewusst, redaktionelle Regeln aus. Soll heißen: Ich schreibe so, dass ich auch verstanden werde. Gerne treffe ich mich mit Menschen aus Dorsten, Dorsten, Schermbeck oder Raesfeld, die ein verrücktes Hobby haben, ehrenamtlich tätig sind oder einfach „gut drauf“ sind, also mit Menschen wie du und ich und bin jedes Mal darauf gespannt, welche Geschichte am Ende dabei herauskommt.