Hahn und Kreuz sind wieder weithin sichtbar

Überarbeitete Kirchturmspitze der Ludgeruskirche wurde am Donnerstag montiert

Schermbeck Die Zeiten, in denen die Schermbecker vergeblich zum Turm der Ludgeruskirche hinaufschauten, um zu wissen, aus welcher Richtung der Wind weht, sind vorbei. Seit Donnerstag (wir berichteten kurz) krönen Kreuz und Hahn wieder das Gotteshaus, das in den Jahren 1914/15 errichtet wurde und dessen 100-jähriges Bestehen im kommenden Jahr gefeiert wird.

Am Boden wurden die Einzelteile zusammenmontiert. Foto Klaus Honermann
Am Boden wurden die Einzelteile zusammenmontiert. Foto Klaus Honermann

Der „Zahn der Zeit“ hatte der Turmspitze der Ludgeruskirche mächtig zugesetzt. Deshalb wurde im Juni letzten Jahres unter Aufsicht des Bauleiters Johannes Bartelt eine nicht alltägliche Sanierungsmaßnahme eingeleitet. Als unter Einsatz zweier riesiger Teleskopkräne Kreuz, „Kugel“ und Hahn aus luftiger Höhe heruntergeholt wurden, konnte man das ganze Ausmaß des Schadens erst so richtig erkennen. Die Bleiverkleidung der „Kugel“ war an vielen Stellen rissig geworden. Die eingedrungene Feuchtigkeit hatte den hölzernen Kern brüchig werden lassen.

Zwei Kräne wurden benötigt, um die Arbeiten an der Kirchturmspitze erledigen zu können. Foto: Klaus Honermann
Zwei Kräne wurden benötigt, um die Arbeiten an der Kirchturmspitze erledigen zu können. Foto: Klaus Honermann

Drei Schermbecker Firmen beteiligten sich in den letzten Monaten an der Überarbeitung bzw. Erneuerung der Einzelteile. Der kubische hölzerne Kasten („Kugel“) musste im letzten Jahr mit Hilfe einer Kettensäge so weit aufgeschnitten werden, dass das an einer Haltestange befestigte Kreuz nach oben herausgezogen werden konnte. Die Erneuerung dieses hölzernen Kastens übernahm die Schreinerei Bartelt, deren Vorfahren schon beim Bau des Daches vor 99 Jahren im Einsatz waren.

Von einer Gondel aus erledigten die Arbeiter die Befestigung der neuen Kirchturmspitze. Foto: Klaus Honermann
Von einer Gondel aus erledigten die Arbeiter die Befestigung der neuen Kirchturmspitze. Foto: Klaus Honermann

Die fertige Holzkiste wurde von der „Dachdeckerei Wischerhoff“ an der Landwehr mit Blei verkleidet. Einzelne Teile, die erst nach der Montage angebracht werden sollten, wurden bereits vorgeformt.

Hahn und Kreuz wurden von der Firma „Metallbau Zens“ unter Leitung des Vorarbeiters Jan Büker überarbeitet. Das Kreuz und dessen Halterungsstange wurden gesandstrahlt, Fehlstellen ausgebessert. Anschließend wurde das Kreuz verzinkt und nach einem Grundanstrich mit einem schwarzen Anstrich versehen. Der Wetterhahn erhielt ein neues Drehlager aus langlebigem Edelstahl.

So zeigt sich die erneuerte Kirchturmspitze, wenn man vom Pöttekamp aus in nördliche Richtung schaut. Foto Scheffler
So zeigt sich die erneuerte Kirchturmspitze, wenn man vom Pöttekamp aus in nördliche Richtung schaut. Foto Scheffler

Wochenlang warteten die Handwerker auf einen Tag, an dem Windstille herrschte. Am Donnerstagmorgen war es soweit. Pastor Klaus Honermann ließ es sich nicht nehmen, die gesamte Montage zu fotografieren. Die Einzelteile wurden auf dem Kirchplatz vormontiert, bevor ein Autokran den kompletten Block in Richtung Kirchturmdach hievte. In einer Gondel, die von einem zweiten Kran hochgezogen wurde, ließen sich Ralf Schiewer und Dennis Wischerhoff in luftige Höhe befördern.

Der Einbau funktionierte auf Anschlag. Als alle Teile verankert waren, wurde der mit Blei verkleidete Kasten mit einem Spezialöl eingefettet. Die letzten Feinarbeiten erfolgten am Freitag, als die Schieferung des Daches beigearbeitet und der Blitzschutz montiert wurde.

So zeigt sich die erneuerte Kirchturmspitze, wenn man vom Pöttekamp aus in nördliche Richtung schaut. Foto Scheffler
So zeigt sich die erneuerte Kirchturmspitze, wenn man vom Pöttekamp aus in nördliche Richtung schaut. Foto Scheffler

„Die Handwerker haben gute Arbeit geleistet“, schrieb Pfarrer Honermann am Wochenende ins gemeindliche Bekanntmachungsblatt. „Das Kreuz auf dem Turm“, so Honermann, „verweist wieder darauf, dass wir aufschauen können zu dem, der erhöht ist, weil er ganz in die Tiefe gegangen ist: Jesus Christus. Der Hahn ist der erste, der kräht am Morgen. Der Hahn auf dem Turm verweist uns somit auf den neuen Morgen des Ostertags.“ H.Scheffler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.