Gestartet ist das klimafreundliche eCarSharing Projekt der Schermbecker Gemeinde am Samstag auf dem Ratshausparkplatz mit einer Infoveranstaltung in Sachen Elektromobilität (wir berichteten).

Besucher hatten am Elektromobilitätstag die Gelegenheit, in ein breites Spektrum der Elektromobilität einzutauchen.

eCarSharing Gemeinde Schermbeck

Mit den neuen Elektroautos im Fuhrpark der Gemeinde möchte diese mit einem guten Beispiel vorangehen und gemeinsam mit der Volksbank und der Schermbecker Energiegenossenschaft, so Bürgermeister Mike Rexforth, einen lokalen Impuls in Sachen eMobilität geben.

Wie bei allen Dingen gibt es auch bei Elektroautos Vor- und Nachteile. An erster Stelle gehören dazu die geringen Betriebs-, und Unterhaltskosten, da ein Elektroauto mit Strom statt Benzin/Diesel begetankt wird. Je nach Stromtarif kostet eine Betankung sowie Verbrauch maximal 1,45 Euro für 100 Kilometer Fahrt.

Elektroautos in Schermbeck
So könnte die Zukunft aussehen in Schermbeck und Umgebung. Allerdings sind Ladestationen für Elektroautos aktuell noch die Seltenheit. Foto: Pixabay

Vorteile

Niedrig ist ebenso die Steuerlast und die Versicherungsbeiträge. Im Jahr müssen nur 10 bis 30 Euro an KFZ-Steuern gezahlt werden.

Hinzu kommt die günstige KfZ Versicherung von nur zirka 100 Euro jährlich.

Nicht zu vergessen die hohe Umweltfreundlichkeit, denn ein Elektroauto erzeugt keine Abgase.

Und, dass ist bewiesen: Elektromotoren sind weniger wartungsintensiv als ein Verbrennungsmotor.

Nachteile

Elektroautos sind derzeit in der Anschaffung sehr Teuer.

Die Ladezeit der eingesetzten Batterien ist sehr lang. Sie kann sich auf bis zu zehn Stunden belaufen.

Es ist noch nicht klar, wie lange die Batterieeinheiten von Elektroautos halten.

Und ein wichtiger Faktor ist die geringe Reichweite von aktuell bis zu 80 – 500 Kilometern. Eine größere Reichweite gibt es derzeit nur bei teuren E-Autos.

Gute Alternative

Bürgermeister Rexforth selber steht voll hinter den Elektroautos und könne sich vorstellen, wie er sagte, den kompletten Fuhrpark auf Dauer darauf umzustellen. „Mobilität und die alternative Energieerzeugung ist ein Zukunftsthema. Deshalb gehen wir als Gemeinde mit einem guten Beispiel voran“.

eCarSharing Gemeinde Schermbeck
Bürgermeister Mike Rexforth kann sich vorstellen, auch privat ein eAuto zu fahren

Ebenso privat wäre für ihn ein Elektrofahrzeug eine gute Alternative, um etwas für die Umwelt zu tun.

Was die Kilometerleistung von 300 bis 400 Kilometer anbelangt, sieht Rexforth für sich und seiner Familie keine Probleme. „Da wir keine großen Strecken fahren, sind die Reichweiten für uns völlig ausreichend. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass für Menschen, die täglich lange Strecken fahren müssen, diese Reichweiten aufgrund der Kapazitäten des Akkus ein Problem darstellen und deshalb nicht für Jedermann geeignet sind“.

Nein zu Elektroautos sagt Hildegard Frank

Völlig anderes sieht das Hildegard Franke. Die Schermbeckerin schaute sich zwar die neuen Autos an, aber selber ein E-Auto fahren, komme für sie überhaupt nicht infrage. „Wenn ich ehrlich bin, nein, denn auch ein Energiesparauto verbraucht Energie. Zwar kommt der Strom aus der Steckdose, aber er muss auch erst mal erzeugt werden und dann denke ich, dass die Herstellung der Batterien sehr aufwendig sind“, so Franke.

Hildegar Franke sagt nein zu Elektroautos
Hildegar Franke sagt nein zu Elektroautos

Und was am Ende mit den ausgedienten Batterien passiert, sieht Franke nicht ganz sorgenfrei. „Wenn ich nur alleine an die kleinen Taschenlampenbatterien und was es kostet, um diese fachgerecht zu entsorgen denke, dann macht mir so etwas, wie die Autobatterien noch mehr Angst“.

Ellen Hater Schermbeck
Ellen Hater fährt bereit einen elektrischen Motorroller und ist begeistert.

Geeignet für einen geringen Umkreis

Ellen Hater, sie kam mit einem E-Roller angereist, könne sich auch vorstellen, zukünftig auf ein E-Auto umzusteigen. Allerdings nur für einen geringeren Umkreis. „So ein Auto ist energiesparend, umweltfreundlich und spart Abgase ein“.

eCarSharing Gemeinde Schermbeck

Das Fahrzeug der Gemeinde steht den Bürgern montags bis donnerstags ab 17 Uhr, freitags ab 12 Uhr und am Wochenende sowie Feiertagen ganztägig zur Verfügung. Die Kosten: 45 Cent pro Kilometer. Die ersten Neuanmeldungen bekommen 50 Euro Freikilometer geschenkt. Petra Bosse

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2 KOMMENTARE

  1. Schermbeck hätte in puncto Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit Aufmerksamkeit erregen können, wenn man den alten W124er Mercedes WES-270 am Laufen gehalten hätte. Der wäre mittlerweile sogar H-zulassungstauglich.
    Selbst eine Wegrestaurierung umfangreicherer Alterungs- und Verschleißschäden wäre ressourcenschonender und nachhaltiger gewesen, als Neufahrzeuge zu beziehen.

    Jedes über die übliche Nutzungsdauer hinaus verwendete Fahrzeug ist Nachhaltigkeit pur, auch bei hohem Verbrauch und sogar dann, wenn kein Katalysator vorhanden ist. Zudem werden -so interpretiere ich die Äußerungen von Herrn Rexforth- mit den gemeindeintern verwendeten Fahrzeugen ohnehin keine großen Kilometerleistungen erbracht.

    Erst recht absurd ist die Behauptung, umweltfreundlich unterwegs zu sein angesichts der Tatsache, daß es sich bei den hier beworbenen Modellen um Elektrofahrzeuge handelt, die schon in der Herstellung extrem umwelt- und sozialschädlich sind.
    Bei dem alten Benz hätte man die Gewißheit gehabt, daß dafür keine kongolesischen Kindersklaven Rohstoffe aus dem Dreck kratzen mußten, deren Erlöse Warlords reich machen.

    A propos Dreck: solange der Strom aus Garzweiler kommt, ist E-Mobilität sowieso nicht umweltfreundlich.
    Auch nicht ein bißchen.

  2. Man sollte sicherlich dazu sagen, dass die Umweltfreundlichkeit bei einem Elektroauto nicht „besonders hoch“ ist, sondern im Gegenteil durch den Energiemix nur vergleichsweise besser als bei einem Verbrenner. Wir sprechen hier von Einsparungen von < 20%. Bis 2030 wahrscheinlich nicht mal 35% gegenüber einem Verbrenner.

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