Schüppenkompanie der Schermbecker Kilianer feierte ihr 20-jähriges Bestehen

Schermbeck Günther Beck ist neuer Kaiser der Schüppenkompanie der Kiliangilde von 1602 e.V. Während der Feier anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Schüppenkompanie ließen die Schützen den 55-jährigen Unternehmer und Handwerksmeister hochleben.

Zur Jubiläumsfeier auf dem Gelände der Pfadfinder am Prozessionsweg kamen etwa 130 Besucher. Auch Kilianer-Kaiser Christopher Seibel, die Kilianer-Majestäten Marc Grotthoff und Barbara Stender und eine Abordnung um den Präsidenten Rainer Gardemann ließen es sich nicht nehmen, dem Jubiläumsverein zu gratulieren, der vor zwei Jahrzehnten mächtig frischen Wind in die Schützenschar brachte und seither alljährlich zu einem besonderen Blickfang geworden ist.

Präsident Thomas Heiermann (kleines Foto, links) verband sein Grußwort an die Gäste mit einer Rückschau auf die Geschichte der Schüppenkompanie. „Vor 20 Jahren hätte wohl niemand gedacht, dass aus dieser verrückten Idee, eine Schüppe in der Freizeit durch die Gegend zu tragen, eine solche geschlossene, tolerante und vorbildliche Kompanie entsteht, die unser geliebtes Schützenfest jedes Jahr aufs Neue bereichert“, bilanzierte Heiermann. Ergänzt wurde die Darstellung durch eine Präsentation von Filmen und etwa 300 Fotos, die im Vorfeld von Volker Hörning und Sven Goerke digitalisiert worden waren und viele nette Begebenheiten der letzten zwei Jahrzehnte Revue passieren ließen.

Zu später Stunde ließen die Schüppenschützen ihren dritten Kaiser Günther Beck hochleben. Foto Scheffler
Zu später Stunde ließen die Schüppenschützen ihren dritten Kaiser Günther Beck hochleben. Foto Scheffler

Eine Baustelle im Ortskern wurde 1993 zum Anlass für die spätere Gründung der Schüppenkompanie. Am Schützenfest-Dienstag im Juli 1994 flogen die ersten Schüppen durch Goswin und Margret Hörnings Garten am Bösenberg. Für seinen besten Wurf über 17 Meter wurde Andreas Janßen als erster Schüppenkönig mit der von Peter Triptrap golden lackierten Schüppe ausgezeichnet. Im Jahr darauf siegte Harry Daunheimer. Eine im selben Jahr eingeführte Neuerung ist bis heute erhalten geblieben. Die „Doofen-Schüppe“, eine in einer Sandkiste gefundene Mini-Schüppe, erhält seither jeweils der schlechteste Werfer. Noch ist Pascal Lubnau amtierender Träger der Doofen-Schüppe.

Die bisherigen Könige der Schüppenschützen. Foto Scheffler
Die bisherigen Könige der Schüppenschützen. Foto Scheffler

Auch in den nachfolgenden Jahren wurde stets ein Schüppenkönig durch dreimaliges Werfen einer Schaufel ermittelt. 1996 siegte Stefan Dürrbaum, 1997 Thomas Messner, 1998 Peter Francesconi, 1999 Marc Butterweck, 2000 Tim Ruloff, 2001 Michael Schulte, 2002 Bastian Schmidt, 2003 Jürgen Hörning, 2004 Heiko Neumann, 2005 Uwe Karla, 2006 Christopher Seibel, 2007 Thomas Heiermann, 2008 Nico Alfs, 2009 Tasso Stiebels, 2010 Günther Beck, 2011 Volker Hörniung, 2012 Jens Hindricksen. Amtierender Schüppenkönig ist Jan-Felix Dräger-Gillessen. Beim Gerangel um den besten Wurf des Jahres 1997 unterlag Tasso Stiebels. Um ihn nicht zu tief in der Seele zu treffen, wurde er kurzerhand zur ersten und bislang einzigen Schüppenkönigin ernannt.

Nach dem gemeinsamen Essen, das die Volksbank sponserte, begann das Kaiserwerfen. In drei Durchgängen sollte ein Nachfolger der bisherigen Kaiser Harald Daunheimer und Peter Francesconi ermittelt werden. Peter Francesconi hatte nichts von seiner Kraft und seinem Können verloren und schaffte mit einer Gesamtweite von 51,20 m erneut die größte Weite. Da es aber einen Doppelkaiser nicht gibt, wurde Kilian-Ehrenpräsident Günther Beck mit 50,70 m zum neuen Kaiser gekürt. Als nächstbester Werfer erreichte Jürgen (Ali) Hörning 44,30 m. H.Scheffler

Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

KEINE KOMMENTARE

Hinterlasse eine Antwort