Erneuter Antrag auf Bebauung des Grundstücks Borgskamp mit barrierefreien Wohnungen für ortsansässige ältere Bürgerinnen und Bürger

Sehr geehrter Herr Rexforth,

da in den vorhandenen Flüchtlingsunterkünften noch knapp 100 Unterkunftsplätze frei sind, hat der Rat der Gemeinde Schermbeck bei 2 Gegenstimmen (jeweils eine Stimme von CDU und SPD) am 12.07.2017 den seinerzeitigen Beschluss auf Neubau eines Mehrfamilienhauses zur Unterbringung von nicht anerkannten Flüchtlingen wieder aufgehoben. Wir, die Fraktion „Bürger für Bürger“ haben von Anfang an gegen diesen Neubau zur Unterbringung von Flüchtlingen gestimmt, weil u. a. die Grundlage für den Bau als Flüchtlingswohnheim nicht mehr gegeben war. Wir gehen davon aus, dass bisher Vorleistungen im sechsstelligen Bereich unter anderen für Architektenhonorare entstanden sind.

Stattdessen hatten wir mit Schreiben vom 28.05.2016 den Antrag gestellt, das angedachte Mehrfamilienhaus mit 16 Wohneinheiten zur Erstbelegung mit ortsansässigen älteren Bürgerinnen und Bürgern barrierefrei auszubauen. Zwei Alternativvorschläge wurden von uns zur Umsetzung genannt. Die Fraktionen CDU, SPD, Bündnis 90 die Grünen und der Bürgermeister haben dies mit äußerst fragwürdigen Begründungen abgelehnt.

Wir verweisen auf einen Artikel in der NRZ vom 09.07.2017. In Wesel entstehen an der Reeser Landstraße 34 Mietwohnungen zwischen 47 und 67 qm groß. Architekt und Bauträger, Armin Stockhausen, schätzt, dass nur fünf Prozent der Wohnungen barrierefrei sind. Er sieht einen großen Bedarf an stufenfreien Unterkünften.

Die Grundstückslage „Borgskamp“ erfüllt mit ihrer absoluten Nähe zu sämtlichen infrastrukturellen Einrichtungen unserer Gemeinde in idealer Weise den gesetzgeberischen Vorgaben für den Neubau von seniorengerechten Wohnungen.

Sowohl das Wohnen als auch das Wohnumfeld sind wichtige und zentrale Bausteine für die Lebensqualität gerade für ältere Menschen, damit sich diese Menschen mit ihren grundsätzlich zunehmenden Einschränkungen zum Beispiel bei ihrer Beweglichkeit länger zuhause aufhalten und damit den Lebensabend so lange wie möglich im gewohnten Umfeld verbringen können. Leider sind aber viele Wohnungen von ihrer vorhandenen baulichen Substanz dazu nicht in der Lage und damit nicht seniorengerecht.

Wir erneuern unseren Antrag vom 28.05.2016 und stellen zur Abstimmung im entsprechenden Ausschuss, das jetzt frei gewordene Grundstück „Borgskamp“ für die Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit barrierefreien Wohnungen vorwiegend für die ältere Generation zu nutzen.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Klaus Roth

1 KOMMENTAR

  1. Sehr geehrter Herr Fraktionsvorsitzender Roth, wie recht die BfB mit Auffassung zur Bereitstellung von Wohnraum für ältere Menschen in der Gemeinde Schermbeck hat, zeigt der Antrag auf Bebauung des Borgskamps mit seniorengerechten Wohnungen.

    Zitat aus dem Artikel der BfB: „Sowohl das Wohnen als auch das Wohnumfeld sind wichtige und zentrale Bausteine für die Lebensqualität gerade für ältere Menschen, damit sich diese Menschen mit ihren grundsätzlich zunehmenden Einschränkungen zum Beispiel bei ihrer Beweglichkeit länger zuhause aufhalten und damit den Lebensabend so lange wie möglich im gewohnten Umfeld verbringen können. Leider sind aber viele Wohnungen von ihrer vorhandenen baulichen Substanz dazu nicht in der Lage und damit nicht seniorengerecht.“

    Im Februar 2017 habe ich einen Bürgerantrag zur Anpassung der Bebauungspläne der Gemeinde Schermbeck an die demografische Entwicklung gestellt. Die Argumente die in dem Antrag angeführt wurden, sind auch im Antrag der BfB zu finden. Der Rat hat den Antrag einstimmig abgelehnt und somit vorerst die Möglichkeit älteren Menschen erschwert, in den vorhandenen Wohnungen ihr Leben zu verbringen. Sicherlich sind einige Wohnungen seniorengerecht umzugestalten. Das war ja auch der Kern meines Bürgerantrages. Der Bedarf an seniorengerechten Wohnungen besteht schon jetzt. Wenn nicht jetzt begonnen wird den Wohnraum bereitzustellen, kommt es zu zukünftig zu erheblichen Schwierigkeiten. Die Statistiken zeigen für das Jahr 2040 eine völlig andere Altersstruktur als heute auf. Der Anteil der älteren Menschen ist beträchtlich und muss mit Wohnraum bedient werden. Den Beschluss des Rates der Gemeinde Schermbeck, an dem die BFB mitgewirkt hat, kann ich nicht nachvollziehen. Der Beschluss ist demokratisch gefasst und zu respektieren.

    Klaus Wasmuth als Bürger der Gemeinde Schermbeck

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