Mehr biologische Vielfalt! Die Gemeinde Schermbeck sucht Potenzialflächen für Wildblumenwiesen.

Bürgerinnen und Bürger können bis zum 31. Oktober Vorschläge einreichen.

Schermbeck (pd). Immer mehr Insektenarten sind vom Aussterben bedroht oder bereits gänzlich verschwunden. Weltweit schlagen Forscher Alarm.

Die Problematik ist bekannt: Jetzt muss gehandelt werden.  

Pestizide, Monokulturen und zu wenig naturbelassene Wiesen sind nur einige Gründe für den massiven Rückgang innerhalb der Insektenwelt. Vielerorts gibt es zwar ausreichend Grünanlagen und Gärten, doch sind diese oft durch monotone Rasen- oder Schotterflächen geprägt und mit fremdländische Zierpflanzen wie Kirschlorbeer oder Rhododendron ausgestattet.

Wildbienen und Hummeln
Foto: P. Bosse

Für die heimische Insektenwelt gelten solche Flächen als nahezu wertlos. Die Gemeinde Schermbeck möchte nun aktiv werden und den verloren gegangenen Lebensraum von Wildpflanzen und Insekten zurückgewinnen.    

Konkret sucht die Gemeinde Schermbeck hierfür Potenzialflächen innerhalb des Gemeindegebietes, auf denen sich naturnahe Blühstreifen bzw. Wildblumenwiesen als Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt anlegen lassen.

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, die im Besitz einer potentiellen Fläche sind und sich vorstellen können, diese für das Vorhaben bereitzustellen, haben die Möglichkeit sich bis zum 31. Oktober 2019 bei der Gemeindeverwaltung zu melden. Die Vorschläge können entweder per E-Mail an [email protected], telefonisch unter 02853 910-340 oder per Post an das Bauamt der Gemeinde Schermbeck (Weseler Straße 2, 46514 Schermbeck) gesendet werden.

Die Blühwiesen können einer Vielzahl von Insekten und anderen Kleintieren Rückzugsräume, Nahrungsangebote sowie Brutstätten bieten. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Schermbeck wird noch bunter, lebendiger und erhält eine größere ökologische Vielfalt. Zudem sollen Hinweistafeln über die neuen Biotope informieren und einen Beitrag zur Umweltbildung leisten.

Von der Aktion ausgeschlossen

Von der Aktion ausgeschlossen sind Flächen, die im Landschaftsplan des Kreises Wesel als Naturschutzgebiet gekennzeichnet sind. Über einen Internetlink auf der Startseite der Gemeinde Schermbeck (Rubrik: aktuelles) können Sie sich den aktuellen Plan aufrufen.

Für die Umwandlung der Flächen entstehen den Grundstückseigentümern übrigens keinerlei Kosten.

Zur Nachsorge und Pflege der Blühwiesen sollen individuelle Vereinbarungen zwischen der Gemeinde und dem jeweiligen Grundstücksbesitzer getroffen werden. Der Pflegeaufwand einer Blühwiese gilt als relativ gering, da diese nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden muss.

„Wir möchten die Schermbecker Bürgerinnen und Bürger an dem Projekt beteiligen, da wir sowohl beim Klimaschutz als auch beim Thema Insektensterben an einem gemeinsamen Strang ziehen müssen, um etwas Positives zu bewirken.“ betont Klimaschutzmanager Thomas Heer, der Koordinator der Aktion.

Alle eingehenden Vorschläge werden zunächst durch die Gemeindeverwaltung auf ihre Umsetzbarkeit geprüft, da viele unterschiedliche Vorgaben und Ansprüche beachtet werden müssen: Neben der Frage zur Eignung des vorhandenen Bodens, müssen Finanzierbarkeit, Pflegeaufwand und etwaige Anforderungen der Verkehrssicherheit – beispielweise in direkter Straßennähe – überprüft werden. Aus diesem Grund ist es wahrscheinlich, dass die eingereichten Vorschläge nur teilweise umgesetzt werden können. 

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