Männergesangverein „Eintracht“ versprühte zum 62. Male ein Feuerwerk der guten Laune

Schermbeck Narrenfiguren an den Wänden, farbige Luftballons und Fußballer-Trikots an der Decke und auf der Bühne passten im Begegnungszentrum zur Fröhlichkeit der kleinstädtischen Narrenschar, die sich vom Männergesangverein „Eintracht“ am Wochenende gleich zweimal mit einem karnevalistischen Mammutprogramm der allerfeinsten Art verwöhnen ließ.
Das große Engagement der Kulissenbauer Hans Stuhldreier und Josef Sobatta mit einem Team, die musikalischen Einfälle, ausgefeilte Büttenreden, mit akrobatischen Einlagen versehene Tanzdarbietungen und ein tolles Fealing des Tontechnikers Jürgen Lokis wurden am Samstagabend von wesentlich mehr Gästen honoriert als am Tag zuvor. Die von Bernd Ewald an der Spitze des Elferrates moderierten karnevalistischen Beiträge standen unter dem Motto „Brasilien war atemlos – In Schermbeck ist die Hölle los“.
Den musikalischen Reigen eröffnete die von Walter Buß geleitete „Eintracht“ in alter Tradition mit einem Potpourri humorvoller Lieder, bei dem die Solisten Michael Mattern, Wilfried Adomeit, Manfred Jansen, Wolfgang Hertel musikalisch Frohsinn verbreiteten und Michael Mattern als blonde Helene Fischer vors Publikum trat.

Drei sportliche Typen warten auf ihren Auftritt. Foto: Helmut Scheffler
Drei sportliche Typen warten auf ihren Auftritt. Foto: Helmut Scheffler

Danach jagte ein Highlight das andere. Die Sänger Werner Bischoff, Heinz Bandilla, Heinzfried Overbeck, Hans Neukirchen und der Schlagzeuger Egbert Hausberg besangen den „alten Holzmichel“, den „schönen Rhein“ und das fehlende Bier auf Hawaii und schwärmten in der Zugabe von einem „Tag so wunderschön wie heute“.
Den Reigen der Büttenredner eröffnete Engelbert Bikowski als „neuer Landarzt“. Seine Erzählungen von „Erlebnissen im Wartezimmer“, von Krankheiten wie Blähungen und Hämorrhoiden und vom Rezept einer Uefter Homöopathin zur Erreichung praller Busen sorgten für schallendes Gelächter in der Runde.
Mit ihrem „Klo-Gespräch“ trieben Michael Göbel und Martin Linneweber den Zuhörern ebenso Freudentränen in die Augen wie Roland Schriefers und Wolfgang Paul, die als Kinder allerhand lustige Begebenheiten aus dem Elternhaus beisteuerten.
Elf „Marschwiesel und Tanzwiesel“ des Weseler KVC traten unter Leitung ihrer Trainerinnen Nadine Schleuß und Silke Michelbrink gleich zweimal mit ihren Synchrontänzen vors Publikum. Für ihre mit vielen akrobatischen Elementen versehenen Tänze erhielten sie ebenso viel Applaus wie die Dorstener Tanzgruppe „Diamonds“, die mit ihrer Trainerin Carina Gievert Lieder der 1990er-Jahre vertanzte und mit ihren feurigen Sambarhythmen an lateinamerikanische Karnevalsauftritte erinnerte.

Als „Neubürger“ trat Wolfgang Herkel in seiner Stammrolle zum zehnten Male auf. Lokalkolorit in allen Schattierungen wurde geboten. Ob und wie Herkels Feststellung „Wir müssen uns in Schermbeck doch nicht vor dem Köllschen Klüngel verstecken“ auf die anwesenden Dorf-Honoratioren wirkte, blieb offen. Die „kleinen“ Dörfler lachten allerdings mit jeder Menge Häme in den Augen. Herkels „Schermbeck-Lied“ vereinte schließlich wieder alle.
Mit einer Serie von Köllschen Evergreens wie „Ich bin ne Räuber“, „In unserem Veedel“ und „Blotwurscht, Kölsch un e lecker Mädchen“ spornte Michael Mattern zum Schunkeln an.
Bei der Suche nach dem schönsten Kostüm erhielt Michael Mattern Unterstützung vom MGV-Vorsitzenden Michael Göbel. In dem Moment, als Denise Lubnau, Werner Gudat und Dustin Hoffmann die Bühne zwecks eines Publikums-Votums betraten, stahl ihnen der sechsjährige „Kindergärtner“ Leon Gadert als verkleideter Feuerwehrmann die Show. Er siegte außerhalb der Reihe.
Zu später Stunde wurde aus sechs „steifen alten Säcken“ unter Leitung der Zumba-Trainerin Claudia Schriefers eine fröhlich tanzende Schar, die sich für diesen enormen Wandel eine der zahlreichen „Raketen“ verdiente, mit denen das Publikum schon zuvor mehrfach die Leistungen der Akteure honoriert hatte.
Im Finale wurde es kurz nach Mitternacht eng auf der Bühne, wo wenig später eine Polonäse begann, der sich die weitaus meisten Besucher anschlossen und willig durchs Begegnungszentrum folgten. H.Sch.

Etwa 40 Fotos von der eindrucksvollen Veranstaltung finden Sie Dorstener Zeitung  <<<hier>>>.

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Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.