Gahlener Musikgruppen servierten „Melodien zum Herbst“ in der Friedenskirche auf der Hardt

Diesmal musste die Bislicherin Erika Dicks als Vorsitzende des Sängerkreises Wesel sogar die Kreisgrenze überschreiten, um das Konzert zweier der 38 Chöre des Sängerkreises miterleben zu können.

Da die Gahlener Dorfkirche wesentlich kleiner ist als die zur Kirchengemeinde Gahlen gehörende Friedenskirche auf der Hardt, diente das Gotteshaus auf Dorstener Stadtgebiet diesmal als Konzertsaal.

Orgelklänge begleiteten den gemeinsamen Einzug der Sänger und Instrumentalisten, die sich in der Friedenskirche im Umfeld des Altares platzierten. Foto: Helmut Scheffler

„Melodien zum Herbst“ bescherten der Männergesangverein Gahlen-Dorf, die Gahlener Jagdhornbläser und ein halbes Dutzend Instrumentalisten den etwa 200 Zuhörern. Die musikalische Gesamtleitung übernahm Jörg Remmers.

Da er nicht nur den Gahlener Chor dirigiert, sondern auch den Schermbecker Männergesangverein „Eintracht“, verstärkten elf Schermbecker die 19 Gahlener Sänger, wodurch die Klangfülle wieder an jene Zeiten erinnerte, als jeder der beiden Chöre noch mehr als 30 Sänger auf die Bühne schicken konnte und jede einzelne Stimmlage stark besetzt war.

Der 15-jährige Petrinum-Gymnasiast Samuel Hilbricht begleitete mit Orgelklängen den gemeinsamen Einzug der Sänger und Instrumentalisten, die sich im Umfeld des Altares platzierten, der am späten Nachmittag durch die Sonne in einen lichtdurchfluteten Auftrittsbereich verwandelt wurde. Die Moderation übernahm Heinz Rademacher als Vorsitzender des MGV Gahlen-Dorf.

Petrinum-Gymnasiast Samuel Hilbricht
Der 15-jährige Petrinum-Gymnasiast Samuel Hilbricht begleitete mit Orgelklängen den gemeinsamen Einzug der Sänger und Instrumentalisten. Foto: Helmut Scheffler

Den musikalischen Reigen eröffneten die von Andreas Schafranitz und Alexander Höfer geleiteten Gahlener Jagdhornbläser mit der „Fanfare zum Aufbruch“, die Krzysztof Kadlec komponierte. Wenig später bewiesen die vor zehn Jahren gegründeten Gahlener Jagdhornbläser, wie vielfältig Jagdmusik ist. Das reichte von Reinhold Stiefs Begrüßungssignal „Sammeln“ über Ebneters „Waldkauzpolka“ und Stiefs „Hubertusmarsch“ bis zu Kunibert Zirkels „Waldandacht“.

Ihren musikalischen Vortrag ergänzten die Jagdhornbläser um die Erklärung unterschiedlicher Hörner. Während das Ventilhorn bei der Jagd stets als ein reines Signalhorn diente in Zeiten, als es noch keine Handys oder Smartphones gab, erlaubt das Parforcehorn mit seiner größeren Zahl an Tönen ebenso das Spielen konzertanter Musik wie das Waldhorn.

Konzert in der Friedenskirche
Am Konzert in der Friedenskirche beteiligten sich außer den Sängern zweier Männerchöre (l.) auch die Gahlener Jagdhornbläser (r.) und die beiden Solisten Tania und Frank Wolthaus (vor dem Altar). Foto: Helmut Scheffler

Die „Klänge der Freude“ aus der Feder des englischen Komponisten Edward Elgar wählten die Chorsänger für den Start ihres Programmparts, bevor sie Eichendorffs „Der Jäger Abschied“ erklingen ließen. Papperts „Viva la Musica“ mit der innewohnenden Begeisterung für Wein, Tänze und hübsche Mädchen wurde wenig später abgelöst durch die eher feierlich klingende „Waldandacht“ des Komponisten Franz Wilhelm Abt.

Endlosigkeit der Meere

Bei diesem Stück erwiesen sich Frank Wolthaus (Tenor) und der 87-jährige Heinz Kiwitt (Bariton) als ausgezeichnete Solisten. In einem späteren Set erinnerten die Sänger an Udo Jürgens` „Griechischen Wein“, bevor sie in einem beschwingten Shanty die Endlosigkeit der Meere besangen und dabei vom Akkordeonspieler Werner Bischoff begleitet wurden.

In die Welt der Operettenmusik entführten Tania und Frank Wolthaus die Zuhörer gleich mit mehreren Liedern. Ihr „Diwanpüppchen“ aus der Operette „Blume von Hawai“ wurde ebenso mit tosendem Applaus bedacht wie das vor dem Altar in die Tat umgesetzte Bekenntnis „Ich tanze mit dir in den Himmel hinein“ aus der Musik zum Film „Sieben Ohrfeigen“. „Meine Lippen, die küssen so heiß“, versicherte Tania Wolthaus beim Vortrag der gleichnamigen Arie aus Franz Lehars letzter Operette „Giuditta“.

Gefühlvoller Klavier-Vortrag

Auch der dörfliche Nachwuchs hatte Gelegenheit, sein musikalisches Können während des zweieinhalbstündigen Konzertes unter Beweis zu stellen. Samuel Hilbricht ergänzte seinen Auftritt an der Orgel um einen gefühlvollen Klavier-Vortrag von zwei Musikstücken des Komponisten Johannes Brahms. Die 15-jährige Querflötistin Lara Hemmert ließ Franz Schuberts „Ave Maria“ und Anton Dvoraks Largo „from new World symphonie“ erklingen.

Dudelsackspielerin Johanna Schulte
Freunde schottischer Dudelsackmusik genossen den Auftritt der dreiköpfigen Musikgruppe „Mäc Bläck“. Dudelsackspielerin Johanna Schulte wurde von den beiden Trommlern Peter Herrmann und Dominik Herrmann begleitet. Foto: Helmut Scheffler

Musikgruppe „Mäc Bläck“

Freunde schottischer Dudelsackmusik genossen den Auftritt der dreiköpfigen Musikgruppe „Mäc Bläck“. Während Johanna Schulte per Dudelsack das „Scotland the brave“ und den Ohrwurm „Highland Cathedral“ vorspielte, wurde sie von den Trommlern Peter Herrmann und Dominik Herrmann begleitet.

Dass Dudelsäcke und Jagdhörner einander musikalisch ergänzen können, bewiesen beide Gruppen beim feierlichen „Amacing Grace“, für dessen weltweite Verbreitung Weltstars wie Elvis Presley, Andrea Bocelli, Whitney Houston und Rod Stewart sorgten.

Steigerlied

Instrumentalisten, Sänger und das Publikum beendeten mit dem „Steigerlied“ gemeinsam das Konzert, das von manchen Besuchern angesichts der Schließung der letzten Zeche sicherlich als ein wehmütiger Abgesang empfunden wurde.

Beim Auszug durch den Mittelgang wurden die Mitwirkenden mit viel Applaus bedacht als Dankeschön für ein anspruchsvolles und gelungenes musikalisches Event. H.Scheffler

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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