DIE PARTEI Ortsverband Schermbeck geht mit 32 Parteimitglieder an den Start

Die Gründungsversammlung fand am Mittwochabend im Haus Mühlenbock statt.

Gründungsversammlung Die PARTEI Ortsversband Schermbeck 2019

Schermbeck. Aufbruchsstimmung. Gute Laune, viele Ideen, etwas skurril und natürlich satirisch. So war die Grundstimmung aller Anwesenden am Mittwochabend im Haus Mühlenbrock bei Freibier und Pop Rocks.

Gegründet wurde Die PARTEI Ortsverband Schermbeck, die am Ende des Abends über 32 Mitglieder verzeichnen konnte.

Zu den Gründungsmitgliedern gehören Stephan Mühlenbrock, Fabian Dalkmann, David Eberius, Ingo Hamich, Ingo Menker, Marc Overkämping, Katrin Schmidt, Manuel Schmidt, Bastian Schult und Jörg Zerressen.

Gründungsversammlung Die PARTEI Ortsversband Schermbeck 2019
DIE PARTEI Schermbeck: v. l.: Ingo Menker, Manuel Schmidt, Katrin Schmidt, Dirk Zerressen, Ingo Hamich, Marc Overkämping, Bastian Schult, Fabian Dalkmann, Stephan Mühlenbrock und David Eberius (nicht auf dem Foto).

Das Motto: Platzhirsch war gestern. „Wir sind politisch engagiert, an der Theke versiert und sati(e)risch inspiriert.“

Die Gründung von „DIE PARTEI“ war keine Nacht und Nebelaktion. Dass alles sei, so Ingo Menker, schon lange gut durchdacht gewesen. „Eigentlich ist das aus einer Bierlaune heraus entstanden. Wir haben aber dann schnell festgestellt, dass wir mit unserer Idee sehr gute Resonanzen haben. Das, was aus der Idee sich heraus entwickelt hat und was heute nun hier stattfindet, ist schon eine echt große Sache“, so Menker.

DIE PARTEI Schermbeck: v. l.: Ingo Menker, Manuel Schmidt, Katrin Schmidt, Dirk Zerressen, Ingo Hamich, Marc Overkämping, Bastian Schult, Fabian Dalkmann, Stephan Mühlenbrock und David Eberius (nicht auf dem Foto).

Das konnte der Dorstener „Schattenkanzler“ von „DIE PARTEI“ Dorsten Simon Rodriquez an diesem Abend nur bestätigen. Er lobte das starke Potenzial an Lokalmatadore, die in Schermbeck seiner Meinung nach eine große Pionierarbeit in der Gemeinde geleistet haben. „DIE PARTEI kann seriöse Politik mit den Mitteln der Satire umsetzen. Auf dieser Grundlage kann man unangenehme Wahrheiten aussprechen. Und genau das sollte nicht unterschätzt werden“, so Rodriquez, der gemeinsam mit Ingo Lilienthal, kommissarischer Vorsitzender von „DIE PARTEI“ aus Dorsten, eigens zur Gründungsversammlung angereist kam.

DIE PARTEI Schermbeck: v. l.: Ingo Menker, Manuel Schmidt, Katrin Schmidt, Dirk Zerressen, Ingo Hamich, Marc Overkämping, Bastian Schult, Fabian Dalkmann, Stephan Mühlenbrock und David Eberius (nicht auf dem Foto).
Marc Overkämping, Vorsitzender, möchte keine hemdsärmelige Politik machen.

Nicht nur Bofrost und Eismann

Marc Overkämping (46 J.) bedankte sich in seiner Rede für die Wahl (26 von 26 Stimmen) als Vorsitzender. „Schön, dass so viele gekommen sind. Die ausgefüllten Mitgliedsanträge haben gezeigt, dass nicht alle nur wegen des Freibiers gekommen sind“. In seiner Vorstellung als neuer Vorsitzender schaute er rückblickend auf seine ideologischen und wichtigen Themen in der Jugend. Es waren entweder Bofrost oder Eismann. „So nach und nach habe ich aber als Kind dann gemerkt, dass mit diesem Denken doch nicht alles in Ordnung war“.

Marc Overkämping Die Partei Schermbeck Vorsitzender
Pop Rocks zur Stärkung für alle.

Früher war alles besser. Jetzt vielleicht nicht mehr? „Wir möchten jedenfalls etwas machen, etwas Neues angestoßen. Mein Plan als Vorsitzender ist, dass ich mein Amt ähnlich gut ausfülle, wie mein Anzug. Ich habe den extra nicht gebügelt, damit man sieht, ich mache keine aalglatte, aber auch keine hemdsärmelige Politik“, so Overkämping.

Im Kampf gegen Blau-Braun

Dabei ist auch Manuel Schmidt als 2. Vorsitzender. Er möchte sich mehr Einbringen in das politische Geschehen, als bei dem sonstigen langweiligen, wie er meint, formalen üblichen Kram. Besonders im Kampf gegen die Blau – Braunen. Für ihn sei das, was bisher politisch in der Gemeinde abgehe, eher doch alles ein Klumpatsch gewesen. Dagegen möchte Schmidt nun aktiv gegensteuern. Helfen in seiner politischen Arbeit soll ihm seine langjährige Organisationserfahrung von 15 Jahren SPD.

Manuel Schmidt Die Partei Schermbeck
Gründungsmitglied Dirk Zerrressen, Manuel Schmidt (2. vors.) und Schatzmeister Fabian Dalkmann (v. l.)

Inhaltlich habe er natürlich auch ein paar Themen, die, wie er betont, ihm unter den Nägeln brennen. „Mir geht es mittlerweile auf die Nerven, dass wir in der Kommunalpolitik an Stellen angekommen sind, wo erst alles platt gemacht wird, und wo später dann ein paar Leute durch die Gegend rennen, Brotkrumen verteilen und laut rumtönen, dass sie etwas richtig Geiles auf die Beine gestellt haben“, so Schmidt.

Er ist der Überzeugung, dass dies nur ein bisschen von dem sei, was man früher schon hatte. „Ich finde das eigentlich beschmiert und das sollte man klipp und klar auch sagen, dass dies kein vernünftiger Weg für eine zukünftige Politik ist. Hier müssen neue Ideen her“.

DIE PARTEI Schermbeck: v. l.: Ingo Menker, Manuel Schmidt, Katrin Schmidt, Dirk Zerressen, Ingo Hamich, Marc Overkämping, Bastian Schult, Fabian Dalkmann, Stephan Mühlenbrock und David Eberius (nicht auf dem Foto).

Politik ist mittlerweile ein sehr dröges Geschäft

Ein anderes Thema, was ihn sehr bewege, sei auch, dass Politik mittlerweile ein sehr dröges Geschäft geworden sei. „Es muss auf einer Parteiveranstaltung auch mal locker laufen, wo es auch mal Spaß macht, mit den richtigen Leuten zusammen neue Pläne zu entwickeln. Im Gegensatz zu den üblichen Parteien, wo man entweder in einer Altherrenveranstaltung sitzt, oder durch irgendeine Richtung des Parteiprogramms an einer echten Debatte gehindert werde“.

Schatzmeister Dalkmann Die Partei Schermbeck
Fabian Dalkmann möchte neuen Wind in die Gemeinde bringen.

Der AfD die Stirn bieten

Schatzmeister Fabian Dalkmann möchte den immer stärker werden Rechtsruck, besonders in Schermbeck der Altparteien, entgegenwirken. Er sei aber auch der „DIE PARTEI“ beigetreten, um neuen, frischen politischen Wind in die Gemeinde zu bringen. Er bemängelt die gesamte politische Auswirkung in Schermbeck, die sich mittlerweile besorgniserregend und sehr zum Nachteil aller entwickelt habe. Und natürlich möchte er, wie er weiter betont, der AfD die Stirn bieten. „Mein Hauptziel sehe ich darin, gemeinsam mit der jüngeren Generation Schermbeck zu gestalten“.

Gründungsversammlung Die PARTEI Ortsversband Schermbeck 2019

Jung, bunt, erfolgreich, dynamisch und einfach anders? Bei „Die Partei“ werden zwar keine politischen Schlachtpläne und konkrete Gesetze vorgeschlagen, aber sie zeigt auf satirische Weise Missstände auf. In dem politischen Programm von „DIE PARTEI“ finden sich vor allem spitzzüngig-ironische und häufig auch gewollt komische Aussagen wieder. Hier allerdings ist eine klare Trennung zwischen Ironie und Ernst streng genommen, zumindest nicht für Ungeübte, sofort erkennbar.

34,8 Prozent bei der nächsten Kommunalwahl

34,8 Prozent bei der nächsten Kommunalwahl

Jedoch das Ziel aller neuen Mitglieder ist klar gesteckt und kam deutlich bei der Gründungsversammlung rüber: Sie möchten in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung und erstarkendem Rechtspopulismus sowie Politikermüdung etwas erreichen und etwas bewirken. Dazu gehören offene und konstruktive Debatten jeglicher Form.

Und: „Wir haben beschlossen, mehr als 34,8 Prozent bei der nächsten Kommunalwahl an Stimmen zu gewinnen. Ich glaube aber, wir müssen den Beschluss nach oben hin korrigieren, denn was so los geht wie heute Abend, wird ein richtig großes Ding“, so Carsten Born, 2. Vors. Kreisverband Wesel.

 

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3 KOMMENTARE

  1. Eine neue Partei in Schermbeck kann sicherlich zu konstruktiver Politik beitragen. Die im Zusammenhang geführte Aussage „Kampf gegen die Blauen und Braunen“ wirkt befremdend. Eine differenzierte Darstellung dieser Aussage wäre angebracht.

  2. Nein, keine Sorge, die Spaßpartei FDP (im Wahlkampf Einkaufswagenchips zu verteilen, zeigt von geschichtsbewußter Selbstironie) ist von uns nicht als Gegner fokussiert.

    Um es präziser auszudrücken: es sind die Hellbrau-Braunen gemeint.

  3. „[…] bei „Die Partei“ werden zwar keine politischen Schlachtpläne und konkrete Gesetze vorgeschlagen“

    Traurig, dass man sich damit so gar nicht von den meisten Parteien in Schermbeck abheben kann.

    Die „Hellbrau-Braunen“ sind übrigens in Schermbeck gar kein Thema. Aber „Kampf gegen rääääächts“ ist so wohl so eine Art Bio-Siegel für politisches Marketing. Macht keinen Sinn, klebt man sich aber trotzdem gerne drauf.

    Naja, der Steuerzahler verkraftet das auch noch. Ist eh Hopfen und Malz verloren. Prost Mahlzeit.

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