Schermbeck. Im Kreise der Verwandten und Nachbarn feierte der Rüster Franz Klein gestern seinen 90. Geburtstag.

Zu den Gratulanten gehörte auch Bürgermeister Mike Rexforth.

Der rüstige Jubilar wusste den Gästen viel aus seinem Leben zu erzählen. Der gebürtige Ostpreuße erlebte im Alter von zehn Jahren den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges mit, wurde als 14-Jähriger von den Russen in ein Arbeitslager gesteckt und erlebte die Beschlagnahmung Ostpreußens durch Russen und Polen mit.


Auch Bürgermeister Mike Rexforth (r.) gratulierte gestern Franz Klein (l.) in Rüste zum 90. Geburtstag. Foto: Helmut Scheffler

In den Jahren 1946 bis 1948 kam Franz Klein über Thüringen nach Erle, wo er zunächst beim Bauern Brömmel eine Beschäftigung fand und ein Jahr später beim Bauern Böckenhoff.

Während der Karnevalsfeier der Schermbecker Kolpingsfamilie lernte Franz Klein im Jahre 1956 in der Gaststätte Köllmann die gebürtige Schlesierin Brigitta Passeck kennen, die im Haushalt der Altschermbecker Familie Grüter arbeitete.

Drei Jahre später – am 30. Dezember 1959 – schlossen Franz und Brigitta Klein vor dem Standesbeamten Viktor Wilsing den Bund fürs Leben. In St. Ludgerus segnete Pastor Heinrich Timmermann das Brautpaar.

Während der Jubilar in der Zeche Leopold und ab 1960 im Chemiewerk Scholven arbeitete, kümmerte sich seine Frau in Rüste um den Haushalt und um die Erziehung der drei Kinder Martina, Christina und Stephan.

Zu den ersten Gratulanten gehörten Ehefrau Brigitta (sitzend l.) sowie die beiden Töchter Christine und Martina (hinten v.l.). Foto: Helmut Scheffler

Nach dem Eintritt in den Ruhestand im Jahre 1989 blieb mehr Zeit für Reisen durch Deutschland und Europa, für eine stärkere Einbindung in die Arbeit im häuslichen Bereich und für die Beschäftigung mit dem fünf Enkelkindern Christian, Michael, Daniel, Sascha und Jessica. Ihnen allen hat er das Fahrradfahren beigebracht.

Noch heute betrachtet Franz Klein den Garten und die Pflege der Fahrzeuge als sein besonderes Arbeitsfeld. Zudem ist er ein begeisterter Radfahrer. Seit 1956 ist er ein treuer Anhänger der Schermbecker Kolpingsfamilie. Die Entwicklung seiner Heimatgemeinde liegt ihm auch beim Start ins neue Lebensjahrzehnt sehr am Herzen und so gab er dem Bürgermeister gestern eine ganze Reihe von Anregungen mit auf den Weg ins Rathaus. H.Sch.

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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