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Mittwoch, Februar 21, 2024
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Finanzielle Herausforderungen für Schermbeck durch Flüchtlingspolitik

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In Schermbeck leben derzeit über 560 Flüchtlinge, wobei 28 Prozent Einteilung und 72 Prozent Familien aus insgesamt 25 verschiedenen Ländern sind. Vorstand des CDU-Ortsverbandes Schermbeck informiert sich über die Flüchtlingssituation – eine große Herausforderung für die Gemeinde Schermbeck

In einer jüngsten Vorstandssitzung des CDU-Ortsverbandes Schermbeck, abgehalten in der Gaststätte Overkämping, stand die Flüchtlingssituation in der Gemeinde Schermbeck im Fokus. Zu diesem Anlass waren Bürgermeister Mike Rexforth, Fachbereichsleiterin Ellen Großblotekamp und Sozialarbeiterin Katharina Zenker von der Caritas für die Dekanate Dinslaken und Wesel eingeladen. Die Gemeindeverwaltung und die Caritas betreuen in Schermbeck gemeinsam die Flüchtlinge.

„Die derzeitige Lage ist eine große Herausforderung für die Gemeinde Schermbeck“, bilanzierte der Ortsverbandsvorsitzende Marc Lindemann nach zwei Stunden Vortrag und Diskussion.

Flüchtlingssituation in Schermbeck 2023
(v.l.) Katharina Zenker von der Caritas, Fachbereichsleiterin Ellen Großblotekamp, Ortsverbandsvorsitzender Marc Lindemann und Bürgermeister Mike Rexforth. Foto: Elmar Venohr

Aktuelle Zahlen und Herausforderungen

Fachbereichsleiterin Ellen Großblotekamp legte zunächst die aktuellen Zahlen vor: In Schermbeck leben derzeit über 560 Flüchtlinge, wobei 28 Prozent Einteilung und 72 Prozent Familien aus insgesamt 25 verschiedenen Ländern sind. Der Zuwachs liegt zwischen fünf und zehn Flüchtlingen pro Woche, wobei zukünftig eine Steigerung auf 10 bis 15 erwartet wird.

Fünf Sammelunterkünfte

Der Anteil der Ukrainer beläuft sich auf 21 Prozent. Die Gemeinde hat fünf Sammelunterkünfte hergerichtet: Schulweg, Alte Poststraße, Maassenstraße, Tiefer Weg und Lühlerheim. 38 Kinder besuchen die Grundschule, 41 Kinder die Gesamtschule. Ein besonderer Fokus wurde auch auf die Unterbringung gelegt: Fünf Sammelunterkünfte sind vorhanden und dank der Unterstützung von Schermbeckern konnten rund 160 Personen in etwa 70 Wohnungen Platz finden.

Bericht der CDU Schermbeck über Flüchtlingssituation
Foto: Elmar Venohr

Zukunftsausblick und Herausforderungen

Bürgermeister Mike Rexforth wies deutlich auf die kommenden Herausforderungen hin. Laut ihm wird die Zahl der Flüchtlinge weiterhin steigen. „In diesem Jahr kommen 60.000 Geflüchtete nach Nordrhein-Westfalen, nach Schätzungen rechnet man im Jahr 2024 mit weiteren ca. 70.000 Geflüchteten nur in Nordrhein-Westfalen. Wohnraum ist knapp und wird zur zentralen Herausforderung“, so Rexforth, der auf die geplante neue Containeranlage in Gahlen verwies und nicht ausschloss, im Zweifelsfall auf Turnhallen zurückgreifen zu müssen oder ein Zeltdorf zu erstellen. Rexforth betonte, dass es hierbei nicht nur um Zahlen, sondern um menschliches Schicksal gehe. Dennoch machte er klar: „Aber machen wir uns nichts vor: Wenn wir den sozialen Frieden nicht gefährden wollen, muss das enden.“

Katharina Zenker von der Caritas betonte, dass viele Flüchtlinge sehr daran interessiert seien, hier eine Arbeit zu finden. Unter den Schutzsuchenden in Schermbeck befinden sich auch beispielsweise Ärzte, Juristen und Pädagogen.

Finanzielle Herausforderungen für Schermbeck durch Flüchtlingszahlen

Die steigenden Flüchtlingszahlen bringen der Gemeinde Schermbeck erhöhte Kosten. Obwohl das Land NRW kürzlich versprach, nach Gesprächen mit den Kommunalen Spitzenverbänden, die Kommunen in NRW für 2023 mit weiteren 800 Millionen Euro zu unterstützen, sieht es auf Bundesebene anders aus. Dort plant die Ampel-Regierung, die Zuschüsse für Länder und Kommunen von 3,7 Milliarden Euro auf 1,7 Milliarden Euro zu reduzieren. Zum Vergleich: Während der Flüchtlingskrise 2016 beteiligte sich der Bund noch mit 40 Prozent an den Kosten. Aktuell liegt dieser Anteil bei nur noch 16 Prozent, und die Tendenz zeigt weiter nach unten.

Zuspruch und Unterstützung durch den CDU-Ortsverband

Der CDU-Ortsverband Schermbeck steht fest hinter der Gemeindeverwaltung und verspricht volle Unterstützung in diesen herausfordernden Zeiten. Der Ortsverbandsvorsitzende Marc Lindemann betonte dies mit den Worten des ehemaligen Bundespräsidenten: „Unser Herz ist weit, unsere Möglichkeiten sind endlich.“ Nach dieser Aussage endete er die rund zweistündige Vorstandssitzung.

„Aber machen wir uns nichts vor: Wenn wir den sozialen Frieden nicht gefährden wollen, muss das enden.“

Bürgermeister Mike Rexforth

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