Die SPD-Fraktion erwartet dringend mehr Infos zum Gahlener Umweltskandal

Gahlen Im Rahmen der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses bat Dr. Stefan Steinkühler (SPD) die Gemeindeverwaltung um die Aufnahme des Tagesordnungspunktes „Bericht durch die Verwaltung zum Umweltskandal auf dem Mühlenberg und anschließende Aussprache“.

„Wieder einmal haben wir bei uns in Schermbeck einen Umweltskandal – dieses Mal auf bzw. im Mühlenberg“, begründete der Gahlener das Anlieger seiner Fraktion und fügte hinzu, „seit 2014 hat die Staatsanwaltschaft ermittelt und den unmittelbar Beteiligten ist dies auch seitdem bekannt gewesen.“

 

Als die CDU ihre Landtagskandidatin Charlotte Quik am 30. März 2017 zur Spitze der Nottenkämper-Deponie im Gahlener Heisterkamp begleitete, war längst intern bekannt, dass unter ihren Füßen verseuchtes Material gelagert wurde. Damals wurde die Deponie als ein Fremdenverkehrsgebiet der Zukunft gewürdigt. Archivfoto: Helmut Scheffler

Steinkühler bedauerte, die Informationen mehr oder minder durch Zufall aus der Presse erfahren zu haben, obwohl die Möglichkeit bestanden hätte, die Politiker und die Öffentlichkeit spätestens mit Beendigung der staatsanwaltlichen Ermittlungen zu informieren. „Insofern sollte schon hinterfragt werden, welche Behörde die Infos nicht weitergegeben hat“, empfahl Steinkühler. Und damit meine er nicht die Schermbecker Verwaltung, sondern schaue eher Richtung Kreis und Land.

„Es ist schon eine bizarre Situation, dass für eine geplante/angedachte Aussichtsplattform Werbung gemacht wird und man gleichzeitig dabei auf verseuchtem Material steht“, gab Steinkühler zu bedenken, bevor er ergänzt, „wenn man von den Ermittlungen vorher gewusst hätte, wäre uns auch so manches Schaulaufen im Landtagswahlkampf erspart geblieben, bei dem sich die Kandidaten bei der Firma Nottenkämper ja fast die Türklinke in die Hand gegeben haben.“

Obwohl man sich auf Kreisebene schon mit dem Skandal befasst hat, bleiben nach Auffassung Steinkühlers viele Fragen noch offen „und sollten auch hier in diesem Ausschuss besprochen werden, vor allem weil wir es sind, die es unmittelbar betrifft.“

Auf eine Erweiterung der Tagesordnung konnte verzichtet werden, weil der Bürgermeister-Stellvertreter Herbert Tekaat einen mündlichen Bericht gab. Der fiel allerdings äußerst spärlich aus. Die Verwaltung konnte keine neuen Fakten mitteilen, verwies aber auf einen Brief des Bürgermeisters Mike Rexforth, der im Juni an eine übergeordnete Dienststelle geschickt wurde. „Eine Antwort steht noch aus“, berichtete Tekaat. H.Sch.

 

 

 

 

Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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