Schermbecker Wahlamt leistete schnelle und perfekte Auswertungsarbeit bei der Landtagswahl

Schermbeck Die Jubelrufe der CDU über ihren 7,95-prozentigen Zweitstimmen-Stimmenzuwachs in Schermbeck bei einem Gesamtstand von 39,46 % waren diesmal ebenso wenig im Rathaus zu hören wie angeregte und kritische Diskussionen über Ursachen des katastrophalen Zweitstimmenverlustes der SPD in Höhe von 7,66 Prozent (insgesamt: 29,08 %). Aus Kostengründen entfiel eine Wahl-Party. Nicht einmal an einem Laptop im Foyer konnten diesmal die Ergebnisse eingesehen werden.

Auf der Homepage der Gemeinde Schermbeck konnte man umso bequemer vom häuslichen Sofa aus die Ergebnisse verfolgen, was nicht zuletzt auf die generalstabsmäßig durchgeplante Arbeit des gemeindlichen Wahlamtes zurückzuführen sein dürfte. Unter Leitung des Mitarbeiters Rainer Eickelschulte waren die 140 Wahlhelfer sorgfältig auf ihre Aufgaben vorbereitet worden. Am 3. Mai schulte Eickelschulte die 14 Urnenwahlvorstände und die vier Briefwahlvorstände. Problematische Zwischenfälle fielen daher aus.

Rainer Eickelschulte

Die Schermbecker Wahlbeteiligung lag mit 74,91 deutlich höher als im Jahre 2012 (66,38 %). 2093 Schermbecker, also fast jeder fünfte Wahlberechtigte, machten von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch, und zwar mit steigender Tendenz. 2012 waren es 1733 und im Jahre 2010 nur 1651.

Das erste Ergebnis meldete der Wahlbezirk 9 (Marellenkämpe/Kastanienstraße) um 18.40 Uhr aus der Gesamtschule, wo 407 Bürger ihre Stimme abgegeben hatten. Das Auszählungsteam im Besprechungsraum des Rathauses steuerte für den Wahlbezirk 11 (Siegelhof/Ketteler Straße) um 20.12 Uhr das letzte Zählergebnis mit 539 Stimmen bei, sodass das Wahlamt das vorläufige Endergebnis feststellen konnte, übrigens als erste aller 13 Kommunen des Kreises Wesel.

Die 19-jährige Lea Hindricksen gehörte heute zu den 659 Jungwählern, die erstmals an einer Landtagswahl teilnahmen. Foto: Helmut Scheffler

Ein Blick auf die einzelnen Stimmbezirke zeigt, dass die SPD ihre zweistelligen Zweitstimmen-Verluste in den Wahlbezirken Damm, Bösenberg/Lichtenhagen, Uefte/Overbeck und Gahlen-Besten verbuchte. Die CDU gewann in den Stimmbezirken Uefte/Overbeck und Rüste/Gewerbegebiet die meisten Stimmen. Die FDP legte 4,2 % zu und schaffte 13,02 %. Die Grünen verloren 4,30 % und erzielten 5,26 % Die Piraten schrumpften um 6,86 % auf 0,67 % und die AfD schaffte 6,28 %.

Die 34-jährige CDU-Kandidatin Charlotte Quik gewann den Wahlkreis 58 mit 39,42 % und wird anstelle des bisherigen SPD-Vertreters Norbert Meesters (36,82 %) Abgeordnete im neuen Landtag.

659 Schermbecker im Alter ab 18 Jahren durften in diesem Jahr erstmals an einer Landtagswahl teilnehmen. „Die Benutzung des Wahl-O-Mat im Internet hat mir bei meiner Wahlentscheidung sehr geholfen.“, berichtete die 19-jährige Erstwählerin Friederike Westrich.

„Ein supertolles Ergebnis“, freute sich der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Ulrich Stiemer, „ich bin selber überrascht, wie klar das Ergebnis ausfiel. Wir haben natürlich einen intensiven Wahlkampf geführt. Unser Kandidatin Charlotte Quik hat sich in die Herzen der Schermbecker gebracht durch ihre offene, geradlinige und nette Art.“

Im Rathaus wurden ab 15 Uhr die Briefwahlunterlagen auf ihre Vollständigkeit überprüft. Die roten äußeren Umschläge wurden entfernt, um die blauen inneren Umschläge für die Auszählung nach 18 Uhr vorzubereiten. Foto: Helmut Scheffler

Von einer „Katastrophe für die SPD“, sprach der stellvertretende SPD-Vorsitzende Michael Fastring: „Ich vermute, dass die Schulpolitik ebenso wie grüne Themen, die die SPD mitgetragen hat, entscheidend gewesen sind für das schlechte Abschneiden.“

„Ein tolles Ergebnis für unsere Kandidatin Helen Carina Fuchs“, bewertet FDP-Vorsitzender Simon Bremer den Stimmenzuwachs, „jetzt gilt es in einer denkbaren Koalition mit der CDU liberale Themen politisch umzusetzen.“

„Auch in Schermbeck hat sich der negative Landestrend bedauerlicher Weise gezeigt“, stellten die beiden Grünen-Ortsverbandssprecher Britta Wegner und Holger Schoel in einer gemeinsamen Erklärung fest, „wenn auch nicht so stark wie auf Landesebene. Es muss über generelle Konsequenzen auf Landesebene nachgedacht werden.“

„Ich kann dem neuen Ministerpräsidenten Armin Laschet nur empfehlen, möglichst bald das Gemeindefinanzierungsgesetz und den Landesentwicklungsplan zu Gunsten des ländlichen Bereichs anzupassen, zudem eine vollständige Kostenerstattung bei der Flüchtlings- und Kindesbetreuung (KITA, OGS) vorzunehmen“, gibt Bürgermeister Mike Rexforth Armin Laschet als vordringliche Hausaufgaben mit auf den Weg ins verantwortungsvolle Amt für 17,9 Millionen Bürger des Landes. H.Sch.

 

Alle 14 Urnenwahlbezirke wurden von einem achtköpfigen Wahlvorstand betreut, sodass ein Wechsel während des Tages erfolgen konnte. Den Vormittagsdienst in Damm leisteten die stellvertretende Schriftführerin Bärbel Kaufels, die stellvertretende Vorsteherin Simone Stratenwerth, die Beisitzer Wilhelm Clarendahl und Klaus Kohlenbrenner (v.l.) im Wahllokal. Foto: Helmut Scheffler
Charlotte Quik gewann den Wahlkreis 58. Mehrfach war sie in Schermbeck unterwegs, begleitet von der CDU. Foto: Helmut Scheffler
die Schermbecker CDU und sprach auf der Mittelstraße mit den Bürgern Foto: Helmut Scheffler

 

 

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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