Familie Mahnke schenkte zwei Tore für ein Fußballfeld in der Niewerth-Siedlung

Gahlen Auf dem Spielplatz in der Gahlener Niewerth-Siedlung kann die Dorfjugend jetzt ein richtig tolles Fußball-Feeling erleben. Als Heimatvereinsmitglieder hatten Frank und Silke Mahnke zwei Tore gesponsert, über die mancher Sportverein sicherlich gerne verfügen würde.

Zur offiziellen Freigabe der neuen Anlage kamen am Samstagmorgen nicht nur Anlieger, sondern auch Heimatvereins-Mitglieder, Politiker und Mitarbeiter der Schermbecker Gemeindeverwaltung.

Am Samstagmorgen kamen kleine und große Fußballfans zum Spielplatz in der Niewerth-Siedlung, wo die neuen Fußballtore vorgestellt wurden. Foto: Helmut Scheffler

Der fast achtjährige Nils Mahnke gab den eigentlichen Anstoß für die neuen Tore. Den Eltern erzählte er häufig von Bällen, die nach einem Torschuss im nahen Feld landeten. Die Eltern griffen tief in die Tasche und bestellten bei der Vredener Firma KHS (Klaus Heming Spielplatzgeräte), zwei voll verzinkte Tore im Wert von etwa 3000 Euro.

Viel Lob

Die Gemeindeverwaltung erteilte die Genehmigung. „Tore dürfen nicht nach vorne umkippen“, erläuterte die gemeindliche Bauamts-Mitarbeiterin Ingrid Mügge die erforderliche Bodenverankerung, die eine entsprechende Norm erfüllen muss. Die Montage der Tore übernahm die Firma KHS kostenlos. Entsprechend viel Lob gab es vom Heimatvereinsvorsitzenden Jürgen Höchst für Klaus Heming, der zur Freigabe-Feier am Samstag nach Gahlen kam. Höchst dankte auch Andreas Eißing und Ingrid Mügge von der Gemeindeverwaltung für „die gute, enge Zusammenarbeit“.

Ideen gehen nicht aus

„Wenn es euch nicht gäbe, sähe vieles anders aus in Gahlen. Euch gehen zum Glück die Ideen nicht aus“, würdigte Bürgermeister Mike Rexforth das Engagement des Heimatvereins und fügte hinzu, „das Geld sitzt bei uns nicht mehr so locker.“ Es sei aber wichtig, Kindern Möglichkeiten zur Bewegung zu bieten.

Werner Liedtke erinnerte an die Anfänge des Spielplatzes in der Siedlung Niewerth. Foto: Helmut Scheffler

Dutzend fußballbegeisterter Kinder

Nach den Gruß- und Dankesworten testeten die Besucher bei einem Elfmeterschießen die neuen Tore. Ein Dutzend fußballbegeisterter Kinder freute sich anschließend, dass die Erwachsenen zum Umtrunk das Feld verließen. In geselliger Runde erzählte Werner Liedtke von der Entstehung des Spielplatzes. Es gab vor der kommunalen Neuordnung zwar einen Bolzplatz bei Krake, aber es gab auch immer wieder Ärger mit den Nachbarn wegen des Lärms der spielenden Kinder. „Wir wollen einen Bolzplatz!“, schrieb Karin Liedtke eines Tages im Interesse der Gahlener Kinder, zu denen auch ihre beiden Söhne Ralf und Klaus gehörten, auf ein Transparent, mit dem die Kinder zum Gahlener Amtshaus (heute Feuerwehrgerätehaus) zogen.

Protest vieler Bürger erzwang eine andere Lösung

Der Mitarbeiter schickte die Kinder zum Bürgermeister Fritz Uhlenbruck in den Heisterkamp. Der kontaktierte das Amt Gahlen zu Hünxe, zu dem Gahlen bis 1974 gehörte, und beinahe wäre es zu einem Bolzplatz nahe der Seufzerbrücke gekommen. Der Protest vieler Bürger erzwang eine andere Lösung. Parallel zum Ausbau der Niewerth-Siedlung in den 1970er-Jahren entstand auf dem nahen Gelände der Familie Bülzebruck der jetzige Spielplatz, der noch heute von der Gemeinde Schermbeck angepachtet ist.

Interessant gestaltetes Spielgelände

Auf Kosten der Gemeinde und durch privates Sponsoring ist der Niewerth-Spielplatz zu einem der für Kinder am interessantesten gestalteten Spielplätze der Gemeinde Schermbeck geworden. Hier finden die Kids nicht nur eine Rutsche und eine Kletternetz-Pyramide, sondern auch ein Drehkarussell, eine Federwippe, Tischtennisplatten, einen Balancierbalken, ein Dreifachreck und sogar eine lange Seilbahn und ein etwa 30 Meter langes Fußballfeld mit den beiden erwähnten Toren.

Sitzbänke und das Steindenkmal der „sieben schwatzenden Weiber“ bieten Platz für die Erwachsenen, ihre herumtobenden Kinder zu beobachten „Was noch fehlt, ist ein Schild, das Hunden den Zutritt verwehrt“, bat Werner Liedtke den Bürgermeister um Abhilfe. H.Scheffler

 

 

 

 

 

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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