„Kein Abschuss von Gloria“ – BUND setzt sich für Wolf im Kreis Wesel ein – Bund setzt auf Vergrämung

Anlässlich des Antrags eines Schäfers auf Abschuss der Wölfin GW954f, genannt Gloria, spricht sich der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen die Erteilung einer Abschussgenehmigung und für Alternativen aus.

Laut BUND betont der Europäische Gerichtshof in seinem Urteil zur Wolfsjagd aus dem vergangenen Oktober, dass Abschüsse gezielt und selektiv zu erfolgen haben und vorab mögliche Alternativen zu prüfen sind. „Die Umsetzung von Alternativen ist rechtlich bindend, und eine mögliche Alternative ist die Vergrämung des Wolfes“, sagte Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND.

Eine solche Vergrämung könne auf vielfältige Weise erfolgen. „Neben Zaunverbesserungen durch vor dem eigentlichen Zaun gezogene Litzen, die eine ‚Dreidimensionalität‘ des Zaunes bewirken, sind auch das Ausbringen abschreckender Geruchsstoffe oder der Einsatz elektrifizierten Flatterbandes möglich“, listet Angelika Eckel vom BUND Wesel die Möglichkeiten auf.

In den USA bewährt

In den USA bewährt hätten sich auch die Besenderung der Tiere und Einsatz der Einsatz von so genannten Radio Activated Guards (RAG). Das sind elektronische Geräte, die Stroboskop-Licht und Lärm erzeugen, sobald sie Signale eines Radio-Halsbandes empfangen. Die Besenderung bringe zudem Erkenntnisgewinne, die bei der zu erwartenden Zuwanderung weiterer Wölfe tatsächlich auch helfen würden.

Die naturnahe Beweidung durch Schafe und Ziegen ist auch aus BUND-Sicht ein entscheidendes Instrument des Landschafts- und Naturschutzes.

Harte Probe

Diese Praxis werde durch die Rückkehr der Wölfe auf eine harte Probe gestellt. Auch wenn von Seiten der Politik schon einige Schritte zur Unterstützung der Schaf- und Ziegenhalter in die Wege geleitet worden sei, es fehle immer noch an einer umfassenden Kompensierung bei Verlusten durch Wölfe. „Wir brauchen eine unbürokratische, schnelle und umfassende Unterstützung der Tierhalter bei der Prophylaxe, aber auch im Konfliktfall. Dann werden Mensch und Wolf auch miteinander klar kommen“, ist sich BUND-Chef Sticht sicher.

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1 KOMMENTAR

  1. Der Abschuss eines Wolfes auf einer regelgerecht eingezäunten Weide ist sowohl gezielt, als auch selektiv:“ Ein Wolf überwindet ausreichenden Schutz der Herde und kehrt zum Riss zurück“.
    Es muss innerhalb von Stunden nach dem Bekanntwerden eines Wolfsangriffs auf Herden, eine Abschussgenehmigung für alle Wölfe auf dieser Weide, für einen Zeitraum von vier Wochen, erteilt werden. Dann machen diese Wölfe Platz für Wölfe, die passiven Herdenschutz in leistbarer Form respektieren.
    Nur so erreichen wir ein einigermaßen akzeptiertes Nebeneinander von Wölfen und Zivilisation.

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