Weidetierhalter fordern ein entschlossenes Handeln von Umweltministerin Ursula Heinen-Esser

Die Nacht der Wölfe – Zu den in der letzten Zeit zahlreichen Wolfsangriffen im Schermbecker Wolfsgebiet schreibt Martin Tiemann, delegierter des Schafzuchtverbandes NRW und Beauftragter Wolf für den Bezirk Niederrhein:

Gahlen im Wolfsgebiet Schermbeck

Was sich wie der spannende Titel eines Kinofilms anhört, ist seit der Wiederansiedlung der Wölfe am Niederrhein im beschaulichen Gahlen leider grausame Realität!!!
Der 26. August 2020 wird Christiane und Matthias Rittmann lange in Erinnerung bleiben.
Christiane Rittmann erhält in den frühen Morgenstunden die Nachricht, das Damwild vermutlich vom Wolf gerissen wurde. Die wolfserfahrene Schäferin fährt daraufhin sofort ihre Koppeln ab, die in unmittelbarer Nähe zu dem Damwildgehege liegen, um nach dem Rechten zu sehen. Sofort ist klar auch hier hat der Wolf wieder zu geschlagen.
Christiane und Matthias Rittmann finden wieder einmal ein Massaker unter Ihren Schafen vor. Zwei getötete und ein mit Kehlbiss schwer verletztes Bocklamm haben Sie diesmal zu beklagen.

Land NRW hat das Material vom Zaun bezahlt

Wieder wurde Ihre Herde vom Aussterben bedrohter Milchschafe dezimiert. Und das obwohl gerade diese Koppel mit Landesmitteln kürzlich aufgerüstet wurde. Tagelang hat die gesamte Familie Rittmann an der Herstellung des Zaunes gearbeitet. Das Land NRW hat das
Material bezahlt aber die viele Arbeit haben die Rittmanns selber machen müssen.
Christiane Rittmann bringt es auf den Punkt:
„Jetzt muss Schluss sein, wir geben hier wahnsinnige Summen an Steuergeldern aus und nichts hilft gegen diesen Wolf, von unserer eigenen Arbeitsleistung und der emotionalen Belastung mal abgesehen.“
Natürlich weiß auch Sie, das jetzt erstmal der bürokratische Irrsinn seinen Lauf nimmt. Vom LANUV beauftragte Rissgutachter werden nun Stundenlang mit Zollstöcken, Maßbändern und Digitalkameras den Zaun untersuchen, immer auf der Suche nach einer Schwachstelle um die Schuld an dem Riss wiedermal dem Schäfer zuzuschreiben.
Aber das kennen die Geschädigten ja schon seit Jahren im Wolfgebiet Schermbeck, die Wölfin GW 954f hat bis jetzt jeden Zaun überwunden und Ihr Bruder GW1587m scheint Ihr da in nichts nachzustehen.

Bilanz der Nacht der Wölfe in Gahlen:

In drei Koppeln wurden Weidetiere verletzt oder getötet:
Zwei Schafe wurden durch Kehlbisse verletzt und ein weiteres Damwild Kitz wurde getötet.
Das macht dann mit den Schafen der Rittmanns drei getötete und weitere drei verletzte Tiere, nur in dieser Nacht.

Am 24.08.20 kam es schon zu einem Vorfall: Zwei getötete Schafe auf der gleichen Weide auf der jetzt zwei verletzte Tiere zu beklagen sind.
Auch am 25.08.20 musste der Besitzer des Damwildes ein totes Damwild von der Weide holen.
Die Weidetierhalter in Gahlen sind aufgebracht und besorgt, die Intensität der Übergriffe nimmt immer weiter zu, es vergeht keine Woche mehr in der nicht Tiere getötet und verletzt werden.
Wir fordern jetzt ein entschlossenes Handeln von Frau Ministerin Heinen-Esser, wie Sie es bereits mehrfach zugesagt hat. Das Töten auf unseren Weiden muss aufhören!!!

Wir lassen uns nicht mehr hinhalten, das Maß ist voll.
Stellvertretend für die Weidetierhalter und Schäfer vom Niederrhein

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celawie
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1 KOMMENTAR

  1. Jeder gescheite Hundebesitzer weiß, wie er sein Tier davon abhält, etwas zu tun. Aber der Wolf ist unbezwingbar!?

    Das ist so schwach!!!

    Alle Hobbyschäfer wollen nur, dass der Wolf stirbt und irgendwann wird es ein leidiger Jäger auch heimlich übernehmen, garantiert.

    Das aber keiner mal selbst sein Gehirn anschaltet und sich überlegt, wie man den Wolf nicht nur schützen, sondern auch vom Springen abhalten kann, ist des überlegenen menschlichen Verstandes unwürdig!

    Doppelzaun, Solar-Bewegungsmelder für Licht, Lärm oder SMS an den Halter, Herdenschutzhunde, Überwachungskameras oder einfach mal ein paar Nächte auf der Weide schlafen. Es gibt so viele Möglichkeiten, aber warum soll man sich mit dem Schutze der Natur bloß Arbeit machen, wenn man auch alles wegballern kann!?!

    Wer seine Schafe nicht halten kann, muss sie abschaffen.

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