Hans-Christoph Hoppe zeigt seine Kunstwerke in der Weseler „Galerie im Centrum“

 Das hat vor ihm noch kein Schermbecker Künstler geschafft: Der Dammer Steinbildhauer Hans-Christoph Hoppe darf seine Kunstwerke „Caput“ bis zum 10. November in den Räumen des Städtischen Museums/Galerie im Centrum präsentieren.

Freitagabend wurde die Ausstellung, in deren Mittelpunkt Köpfe stehen, im Beisein von mehr als 100 Gästen von der Weseler Bürgermeisterin Ulrike Westkamp eröffnet. Sie erinnerte an den beruflichen Werdegang des gebürtigen Weselers Hans-Christoph Hoppe, der in den Jahren 1982 bis 1985 an der Dombauhütte des Willibrordidomes in Wesel zum Steinbildhauer ausgebildet wurde, von 1993 bis 2000 Bildhauer an der Dombauhütte in Xanten war, bevor er im Jahre 2001 zur Dombauhütte in Köln wechselte. Hoppe ist Gründungsmitglied des Schermbecker Künstlerkreises und seit 2002 Mitglied im Bund Gelsenkirchener Künstler.

Die künstlerische Würdigung der Arbeiten Hoppes übernahm die Kuratorin Barbara Gietz, die Steinbildhauerarbeiten und Grafiken als zwei gleichwertige Ergebnisse von Hoppes künstlerischem Schaffen vorstellte. Hoppe beherrsche es meisterhaft, dem Betrachter das enge Verhältnis von Handwerk und Kunst  nahe zu bringen. Die Sprache seiner Bilder sei archaisch, rätselhaft, sperrig, begrenzt, einsam und endlich. Hoppes Kunstwerke seien ein Verständigungsmittel für Dinge, die man mit Worten nicht ausdrücken könne.

Die Ausstellung „Caput“ des Schermbecker Künstlers Hans-Christoph Hoppe (vorne links)  befasst sich mit gemalten und aus Steinen herausmodellierten Köpfen. Foto Scheffler
Die Ausstellung „Caput“ des Schermbecker Künstlers Hans-Christoph Hoppe (vorne links) befasst sich mit gemalten und aus Steinen herausmodellierten Köpfen. Foto Scheffler

   Hoppe überlässt es dem Betrachter, seine Werke zu interpretieren. Umso mehr plaudert er über den handwerklichen Umgang mit den Steinen, denen er seine ausgestellten Köpfe entlockt hat. In Vitrinen liegt eine Fülle von Werkzeugen, mit denen man Steinen ihre Seele entlocken kann.

      Professor Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin in Köln, hat Hoppe ein „großes Einfühlungsvermögen“ und „ausgeprägt künstlerische Fähigkeiten“ bescheinigt. „Seine Beschäftigung mit dem Menschen und insbesondere mit dem Kopf des Menschen“, so die Professorin, „führen zu eindrucksvollen Charakterstudien.“ Nicht ein realistisches grafisches Porträt entstehe, sondern ein Antlitz, das der Spiegel von Innenleben und Charakter sei.

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Erler Fotograf Karl-Heinz Strötzel im Gespräch

   Zur Ausstellung ist ein 48 Seiten umfassender Katalog erschienen, den Jürgen Becks als Kulturbeauftragter der Stadt Wesel herausgegeben hat. Den gezeichneten Köpfen im ersten Teil des Kataloges folgen Fotos der steinernen Köpfe. Im engen Nebeneinander der Abbildungen wird noch deutlicher als beim Rundgang durch die Ausstellung, welch unterschiedliche Stimmungen Hoppes Köpfe ausstrahlen können. Es überwiegen zwar die Gesichter mit einem eher ernsten, bisweilen sogar traurigen Gesicht, aber es gibt daneben auch karnevalesk kostümierte Figuren oder ein harlekinartigen Wesen, das sich auf Hühnerfüßen fortbewegt.

Auch die aus Steinen modellierten Köpfe sind keine Porträts. Sie wirken irgendwie verfremdet, kommen allerdings äußerst ausdrucksstark daher und lassen erahnen, welche seelischen Befindlichkeiten sich hinter dem Gesicht befinden.

  Der Katalog kann zum Preis von zehn Euro im Buchhandel erworben werden. ISBN-Nummer: 978-3-924380-90-8. Die Ausstellungsräume im Centrum nahe dem Weseler Rathaus sind dienstags bis freitags zwischen 10.30 und 18.30 Uhr geöffnet, samstags zwischen 10 und 13 Uhr und sonntags zwischen 11 und 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. H.Sch.

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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