BUND Wesel: Kritik an die Pläne der Landesregierung zum Kiesabbau

BUND Wesel: Pläne der Landesregierung zum Kiesabbau sind weder nachhaltig noch ökologisch. Symbolfoto: Pixabay

BUND Wesel: Pläne der Landesregierung zum Kiesabbau sind weder nachhaltig noch ökologisch

(pd). Die Auseinandersetzung um den Kiesabbau am Niederrhein eskaliert: aktuell wurde nördlich von Wesel bei Bislich die Abgrabung Histenbruch mit einer Fläche von 100 ha genehmigt – das entspricht ca. 138 Fußballfeldern.

Günther Rinke, Vorsitzender des BUND im Kreis Wesel, sagt dazu: „Die Genehmigungsbehörde hat sich für die Zerstörung niederrheinischer Landschaft entschieden und gegen das Votum des LANUV (Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz), das einen weiteren Eingriff in diesen Landschaftsraum für nicht tragbar hält. Schließlich handelt es sich um ein FFHGebiet (Flora-Fauna-Habitat), zu dessen Schutz sich Deutschland in internationalen Verträgen verpflichtet hat. Vorgesehene Ersatzflächen sind in keiner Weise geeignet, ihre Funktion zu erfüllen.“

Zeitgleich hat der RVR einen neuen Regionalplan Ruhr verabschiedet, der den ungehemmt fortschreitenden Kiesabbau am Niederrhein für viele Jahre festschreibt. Die Bedenken der vielen Bürgerinitiativen, der betroffenen Kommunen und der Umweltverbände wurden schlicht ignoriert.
„Verantwortlich hierfür ist die derzeitige Landesregierung“, erläutert Petra Schmidt-Niersmann von der BUND Kreisgruppe Wesel. „Sie hat die rechtliche Grundlage für diese Entwicklung mit der Änderung des Landesentwicklungsplanes geschaffen. Sie hat es möglich gemacht, Kies in Wasserschutzgebieten abzubauen. Sie hat den Zeitraum für die Reservierung von Flächen für die Kiesgewinnung auf 25 Jahre erweitert, und sie hat die Feststellung des angeblichen Bedarfs an Kies abhängig gemacht von der aktuellen Abbaumenge“. Günther Rinke ergänzt: „Dadurch wird der Kiespreis so niedrig gehalten, dass er den höheren Einsatz von Recyclingmaterialien, wie ihn der LEP vorgibt, verhindert.“

Für den Erhalt der Niederrheinischen Landschaft und für ein Zukunftskonzept für die Bauindustrie
Um den Landschaftsverbrauch am Niederrhein zu reduzieren, hätte die Landesregierung mehr Zukunft wagen müssen. Mehr Zukunft bedeutet mehr Recycling und Nachhaltigkeit. Dazu bedarf es eines rechtlichen Rahmens als auch Förderprogramme, die ein qualitativ hochwertiges Recycling von Baumaterialen, wie es die in Bau befindliche Baustoff-Recycling-Anlage in Hünxe anbieten wird, als auch nachhaltiges Bauen belohnen. Die Landesregierung steht jedoch für ein „weiter so“, und damit für einen nicht nachhaltigen und wenig zukunftsweisenden Weg in der Rohstoffbewirtschaftung.

Worauf wir in NRW weiter warten müssen: Bau von Gebäuden nach dem Cradle to Cradle Prinzip

Hierbei werden Gebäude errichtet, deren Bauteile irgendwann – wenn das Gebäude seinen Zweck nicht mehr erfüllt, für den Bau eines neuen, anderen Gebäudes wiederverwendet werden. Vom Stahlträger bis zur Ziegelwand und den Holzbalken können die Bauteile neu zusammengesetzt werden und neuen Zwecken dienen. Günther Rinke: „Was in den Niederlanden und in Dänemark schon Realität ist, kann sich unsere Landesregierung scheinbar nicht vorstellen. In NRW müssen die Bürger noch weiter auf die Gebäude der Zukunft warten.“

Vereinter Widerstand gegen den Regionalplan Ruhr
Um den geplanten Kiesabbau zu reduzieren, sollten viele Bürger gegen den neu ausgelegten Regionalplan Ruhr Widerspruch einlegen. Die Kommunalpolitiker im Kreis Wesel sollten sich von der Kiesindustrie nicht durch ein fragwürdiges Gutachten verunsichern lassen und weiter versuchen mit Hilfe des Vorkaufsrechtes Flächen vor dem Bagger zu sichern. Die Landwirte können den politisch Verantwortlichen deutlich machen, dass eine stetige Verringerung der Ackerflächen nicht hinnehmbar ist.
Die Umweltverbände setzen darauf, dass ihre Klage gegen den LEP von Erfolg gekrönt ist.

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