Nein zum Ratsbürgerentscheid sagt das Schermbecker Bündnis90/Die Grünen

Bitte beantragen Sie die Wahlunterlagen und stimmen Sie mit „NEIN“!, heißt es in der Pressemitteilung vom 13.7.2020

In diesen Wahlkampf- (und Corona-) Zeiten neigen viele Diskussionsteilnehmer zu einem Entweder – Oder. Dabei werden die Zwischentöne gerne überhört – oder übertönt, um Anhänger und Wähler hinter sich zu versammeln.

Deshalb möchten wir zur Versachlichung der Debatte um das „Bildungszentrum“ und den Grundschulstandort beitragen, indem wir zu bedenken geben:

1. Die Grundschule wird auch bei Erhalt des bisherigen Standorts an der Weseler Straße in jedem Fall in Teilen einen Neubau erhalten, der moderne pädagogische Ansprüche erfüllt. Marode Teile des Altbaus werden verschwinden und Erhaltenswertes würde saniert.

2. Der Pavillon der Gemeinschaftsgrundschule entspricht in Bausubstanz und -auch nach Aussage der Schulleiterin- in der Raumaufteilung modernen Konzepten. Ihn abzureißen wäre eine nicht zu rechtfertigende Vernichtung von Werten.

3. Die abgenutzte Einfach-Turnhalle an der Weseler Straße wird in jedem Fall durch eine neue ersetzt. Eine Zweifachhalle genügt den stundenplantechnischen Anforderungen. Eine Dreifachhalle wäre Verschwendung. Notfalls kann, bestätigt durch die Schulleiterin, die Zweifachhalle aus den 90er Jahren an der Schienebergstege für Doppelstunden genutzt werden und stünde auch weiterhin dem Vereinssport zur Verfügung. Sie abzureißen wäre Wertevernichtung.

4. Ein „Bildungszentrum“ ist ein Wunschtraum. Auch wenn mehr Räume zur Verfügung stünden, würde sich die Nachfrage nach VHS-Kursen in einem Ort wie Schermbeck mit nur ca. 14.000 Einwohner nicht erhöhen. (Berufliche) Weiterbildung ist so spezialisiert, dass niemals

genügend Kursteilnehmer in Schermbeck zusammen kämen. Diese Kurse würden immer in Wesel oder Dorsten stattfinden. Daher ist ein sogenanntes „Bildungszentrum“ überflüssig.

5. „Digitalisierung“ ist notwendig. Sie ist aber nicht an einen Neubau gebunden, sondern kann technisch über W-Lan oder Kabelverbindungen genauso in bestehenden Gebäuden erfolgen.

6. Wenn am bestehenden Standort Weseler Straße teilweise neu gebaut wird, können in der Zwischenzeit sowohl die Räume an der Schienebergstege (ehemals: Maximilian-Kolbe-Schule) als auch der Pavillon an der Weseler Straße genutzt werden, Eventuell müssten vorübergehend für sehr wenige Klassen Unterrichtscontainer aufgestellt werden. Solche Container sind auch in anderen Städten üblich. Sie erfüllen in Größe, Licht, Lüftung, Heizung

und Ausstattung alle Anforderungen an einen Klassenraum. Hiergegen Propaganda mit Bildern von Gerätecontainern von Baustellen zu machen, ist zutiefst unehrlich.

Fazit:

Die Grundschule wird auch bei Ablehnung des Bürgerentscheids beste Bedingungen für den Unterricht unserer Kinder erhalten.

Ein kompletter Neubau an neuer Stelle ist unnötig. Er würde die Vernichtung bestehender Gebäudesubstanz und damit die Vernichtung von gemeindeeigenen Werten bedeuten. Nur wenige alte Gebäudeteile könnten verkauft werden. Die meisten müssten kostenintensiv abgerissen werden.

Und:

Alle weiteren Planungen mussten gestoppt werden, bis das Bürgerbegehren entschieden ist.

Lassen Sie uns zu einer sachlichen Diskussion zurückkehren: Es geht nicht um „Bildung“ oder „Nicht-Bildung“, es geht nicht um „Klassenräume“ oder „Baustellencontainer“, es geht nicht um Alles oder Nichts.

Es geht um eine vernünftige Lösung mit Augenmaß, um einen Ausgleich zwischen dem maximal Wünschenswerten und dem Sinnvollen und Machbaren.

Mitgeteilt von: Holger Schoel, Vorsitzender, Bündnis 90/Die Grünen – Schermbeck

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9 KOMMENTARE

  1. Um es kurz zusammenzufassen: Au weia!

    Hier wird seitens der Grün*Innen ein Mumpitz verbreitet, daß man am liebsten laut schreiend und wild mas… ääh… grimassenschneidend aus dem Raum rennen möchte.
    Man weiß gar nicht, wo angefangen werden soll, diesen Unsinn faktenbasiert zu zerpflücken.

    Zum Ersten: niemand hat jemals davon gesprochen, alle heute zu den Grundschulen gehörenden Gebäude abreißen zu wollen. Das haben auch die Initiatoren des Bürgerbegehrens mit keinem Wort erwähnt.
    Die Turnhalle der Maximilian-Kolbe-Schule wurde erst vor ein paar Jahren saniert und ist zu schade zum Abbruch – aber kein Grund, allein deswegen die anderen dort stehenden Gebäude als Grundschule weiterzunutzen. Es gibt gute Möglichkeiten, eine singuläre Turnhalle in einem reinen Wohngebiet ausgelastet zu nutzen – aber das ist eine andere Geschichte, die hier und jetzt keine Rolle spielt.

    Weiterhin ist das Pavillongebäude am Standort Weseler Straße ebenfalls weiter nutzbar und kann in das Neubaukonzept übernommen werden – aber dann hört es auf, was die dortige Bausubstanz angeht.
    Alle anderen Gebäude an diesem Standort, nicht nur die völlig marode Sporthalle, sind unrettbar baufällig und abbruchreif.
    In keinerlei Hinsicht, weder in energetischer, noch ökologischer, pädagogischer, hygenischer, noch was Digitalisierung, Brandschutz, Inklusion, Unfallsicherheit oder Mehrfachnutzung angeht, sind die Schulgebäude auch nur ansatzweise noch verwert- oder sanierbar. Da ist nichts Erhaltenswertes vorhanden, auch nichts, was den Denkmalschutzstatus rechtfertigen würde. Dafür ist, abgesehen von der fehlenden architektonischen Bedeutung zuwenig Originalsubstanz vorhanden.

    Ach ja, den mental und weltanschaulich in den 80er Jahren verweilenden Schermbecker Grünen ist nicht geläufig, daß Digitalisierung etwas mehr ist, als einen WLAN-Router einzustöpseln oder ein paar ISDN-DSL-Kabel an die Wand zu tackern.
    Da sei ein wenig Nachhilfe durch versierte EDV-Experten empfohlen – das dient dem eigenen Wissenshorizont und vermindert zugleich das Blamagerisiko.

    Ganz hanebüchen wird es, wenn die Grünen mit Zahlen und Geldsummen hantieren – da rächt es sich, daß nicht wie es in einer anderen PARTEI (der sehr guten) der Fall ist, gelernte Kaufleute und langjährige Selbstständige am Start sind, die Zahlen und Kalkulationen lesen und verstehen können.

    Abgesehen davon, daß jeder Eigentümer eines altes Hauses weiß, daß die Kernsanierung alter, verkommener und zigfach umgefrickelter Bausubstanz letztlich immer teurer kommt als erwartet -und oft teurer als ein Neubau ist-, weiß er auch, daß Abrißkosten der unwichtigste Kostenfaktor sind. Jedenfalls solange nicht Asbest oder andere Altlasten im Spiel sind – die dann eine Sanierung ohnehin noch unsinniger machen würden.

    Immerhin äußern die Grünen nicht wie die CDU den Quark, daß Schermbeck durch einen Komplettneubau über lange Jahre hochverschuldet bis überschuldet wäre.
    Vielleicht hat man die reale Kalkulation gelesen – die übrigens in den Unterlagen der Gemeinde zu finden ist, aber der besseren Übersicht halber von der PARTEI noch einmal veröffentlicht wird – sowas geht im Eifer des Eiferns gerne mal unter.

    Ganz erschütternd wird es, wie offen die Grünen Pfusch und Provisorien im Bildungsbereich propagieren (die dann zwangsläufig zu Bildungsferne mit allen sozialen und wirtschaftlichen Folgen führen).
    Im Klartext sagen die Grünen:
    VHS und anderes Bildungsgedöns lohnt sich für Schermbeck und die Schermbecker eh nicht, sollen die doch zusehen, wo und wie sie ihren Bildungshorizont erweitern können.

    Hier kommt auch wieder das grüne Unvermögen, wirtschaftlich und strategisch denken zu können ins Spiel:
    Der Komplettneubau als Bildungszentrum und nicht nur als Grundschule ermöglicht den Zugriff auf eine Vielzahl von öffentlichen Fördertöpfen. Bei geschicktem Vorgehen können der Gemeinde und den Schermbecker Steuerzahlern Erstellungs- wie laufende Folgekosten so minimiert werden, daß diese eine marginale Belastung des kommunalen Haushaltes bedeuten werden.

    Hat gerade die Coronakrise nicht überdeutlich gezeigt, wie wichtig, gar überlebenswichtig Bildung in allen Lebenslagen und für alle Altersklassen ist, ebenso das Vorhandensein der dafür erforderlichen technologischen und räumlichen Infrastruktur?
    Den Schermbecker Grünen offensichtlich nicht.

  2. Herr Menker,

    ohne beleidigend zu werden, geht es bei Ihnen wohl nicht. Sachliche Diskussion sieht anders aus.
    Wenn Sie sich etwas näher mit der Sache befasst hätten, wüssten Sie:

    1. Der Neubau würde näher an den Waldweg rücken. Große Teile des bisherigen Schulgeländes würden verkauft. Damit würde auch der Pavillon nicht mehr für die Schule genutzt werden können, da er am anderen Ende des Geländes liegt.
    2. Eine Dreifachhalle an der Schule bauen und die Zweifachhalle an der Schienebergstege weiter betreiben, bedeutet: Es müsste eine Doppelhalle mehr als bisher unterhalten werden.
    3. Bezüglich Digitalisierung verdrehen Sie die Fakten: Selbstverständlich ist Digitalisierung mehr als nur die technische Voraussetzung. Aber diese Voraussetzung lässt sich in jedem bestehenden Gebäude schaffen. (Oder wollen Sie auch die Gesamtschule abreißen und neu bauen?) – Ich unterrichte seit über 40 Jahren an einem Gymnasium aus den 70er Jahren. Und glauben Sie mir: Das Gebäude ist nicht das Problem!
    4. Mehr Räume für die VHS schaffen nicht mehr Nachfrage nach Kursen. Insofern laufen auch Ihre polemischen Bemerkungen zum „Bildungsgedöns“ ins Leere.
    5. Was von dem alten Schulgebäude erhaltenswert ist, müssen Fachleute entscheiden. Das können auch Sie nicht. Aber wenn die Prüfung ergibt, dass das Altgebäude komplett zu ersetzen ist, wird die Grundschule in weiten Teilen einen Neubau erhalten – allerdings mit Augenmaß. Und nicht die von Ihnen angestrebte völlig überdimensionierte Lösung.

    In der Hoffnung auf eine in Zukunft sachliche Diskussion ohne persönliche Angriffe
    verbleibe ich
    mit freundlichen Grüßen

    Jürgen Trick

  3. Herr Menker,

    die „EDV“-* Ausbildungsberufe wurden in Deutschland in der zwischenzeit zweimal reformiert. Die gibt es so nicht mehr.

    Davo ab kann ich Ihnen als „EDV Experte“ (Informatiker) versichern, dass es keine infrastrukturellen Hindernisse gibt, „Digitalisierung“ (was man auch immer unter diesem Neuland-sprech verstehen mag) in einem bestehenden Gebäude umzusetzen.

    Ohne grundlegende Reform unseres Bildungswesen ist hier sowieso nichts zu machen. Daran wird auch eine motivierte schermbecker Schulleitung nichts ändern. Das Problem ist und war nie das Medium. Ob PC, Tablet oder Tafel, über die von oben diktierten Lehrinhalte täuscht Digitalisierung nicht hinweg.

    Was die Anmerkung mit Corona angeht: Auch ein Bildungszentrum wäre betroffen gewesen. Corona hat viel eher gezeigt, dass Bildung nicht im Präsenzfrontalunterricht vermittelt werden muss. Es gibt schon lange genug Alternativen, die jeder Schermbecker Zuhause bereits nutzen kann (z. B. Online Kurse bei Udemy, Fernstudiengänge etc.). Mit der Glasfaser hat Schermbeck hier bereits den wichtigsten Grundstein gelegt. Wer sich nicht informiert und selbst aktiv wird, der würde auch durch ein Bildungszentrum nicht schlauer.

    Beste Grüße.

  4. Zitat Ingo Menker: „Der Komplettneubau als Bildungszentrum und nicht nur als Grundschule ermöglicht den Zugriff auf eine Vielzahl von öffentlichen Fördertöpfen.“

    Bitte zählen Sie die Vielzahl einmal auf. Komisch allerdings, dass auf Nachfrage das Bauministerium noch nicht einmal die stets erwähnten 3,1 Mio. Euro für eine kommunale Nutzung eines Bildungszentrums in der genannten Höhe erklären kann. Förderfähig heißt noch nicht gefördert. 44 Prozent aller Anträge hat das Bauministerium im vergangenen Jahr gefördert, weniger als die Hälfte! Und auch über die Höhe einer rein spekulativen Förderung würde nicht Schermbeck entscheiden, sondern Düsseldorf. Dort hat man sehr wohl registriert, dass es bereits einige (auch bereits geförderte) Projekte gibt, durch die üppige Raumkapazitäten in Schermbeck entstanden sind. Zitat aus Düsseldorf: „Den tatsächlichen Bedarf würden wir uns anschauen …“

  5. Herr Menker,

    noch ein Wort, um Sie von Ihrer maßlos übertreibenden Argumentationsweise herunterzuholen:

    Sie behaupten, die Gebäude der Grundschule an der Weseler Straße seien weder in hygienischer Hinsicht noch bezüglich des Brandschutzes „auch nur ansatzweise noch verwert- oder sanierbar“.

    Sie behaupten damit also erhebliche Brandschutz- und Hygienemängel an der Grundschule.
    Das ist nicht nur der Vorwurf der Amtspflichtverletzung gegenüber der Schulleitung, die solche Mängel nicht dulden dürfte, sondern sie gegenüber dem Schulträger nachdrücklich beanstanden müsste.
    Es ist auch der Vorwurf der Pflichtverletzung gegenüber demjenigen, der die regelmäßige Brandschau durchführt, letztlich also gegenüber der Feuerwehr.

    Und: Wenn es solche Mängel tatsächlich gäbe, hätte man diese Schule längst geschlossen! Brandschutz- und Hygienemängel sind jeweils Ausschlusskriterien für die Nutzung eines Schulgebäudes.

    Sie verunsichern mit diesen ungerechtfertigten Behauptungen auch die Eltern der Grundschulkinder (und die Kinder auch).

    Kehren Sie zu einer sachlichen Diskussion zurück!
    Fake News und Panikmache gehören nicht zu einer vernünftigen Politik für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Schermbeck. So etwas haben die Menschen nicht verdient.

    Jürgen Trick

    P.S.: Sie behaupten, wir würden in unserer Stellungnahme mit „Geldsummen hantieren“ – Welche Summe? Ich finde keine in unserer Stellungnahme. (also: „Fake News“!)
    P.P.S.: Was den Sachverstand anbelangt: In unserer Fraktion (einschließlich sachkundigen Bürgern) finden Sie unter anderem: einen Bautechniker, zwei Selbständige (Rechtsanwälte), eine Sozialpädagogin, einen Studiendirektor, einen Wirtschaftsinformatiker. Also genügend Sachverstand, um die Grundschulfrage von allen Seiten zu beleuchten. Was haben Sie zu bieten?

  6. Herr Trick, wenn Sie im öffentlichen Diskurs Äußerungen politischer Gegner als „zutiefst unehrlich“ bezeichnen und mit Unterstellungen hantieren, müssen Sie mit deutlichen Ansagen im Gegenzug rechnen.

    Mit Unterstellungen, daß ich irgendwen beschuldige, Amtspflichtverletzungen begangen zu haben – wo bitteschön habe ich das getan? Inwiefern stellt die Tatsachenfeststellung, daß Schulgebäude und Turnhalle unsanierbar sind und das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben, einen Vorwurf gegenüber Schulleitung und Feuerwehr dar?

    Und wieso ist es Panikmache und Schüren von Verunsicherung, wenn den Eltern der Grundschulkinder, wenn denen die alters- und verschleißbedingten Mängel der Gebäudesubstanz klar benannt werden?
    Wollen Sie diese Fakten kleinreden oder ganz verschweigen, nur weil sie nicht in Ihre politische Agenda passen?

    Ansonsten betreiben Sie alberne Spiegelfechterei, wenn Sie sich an Kleinigkeiten hochziehen und diese als Verhinderungsgrund für das Gesamtprojekt postulieren, wie die Behauptung, daß der Pavillon nicht mehr für Bildungszwecke nutzbar sein soll, weil ein Schulneubau auf einem Nachbargrundstück stehen würde. Was für ein Mumpitz!

    Das ist genauso albern wie der nach Ihrem ersten Kommentar gekommene Einwurf vom Rechtsaußenspielfeldrand, daß ein Neubauprojekt gar nicht erst ins Auge gefaßt werden braucht, weil eh nur 44% der Projekte vom Bauministerium gefördert würden.

    Der Vorwurf des unredlichen Hantierens mit Geldsummen bezieht sich darauf, daß Sie es tunlichst vermeiden, sich mit den -vorhandenen und frei zugänglichen- Summen detailliert zu befassen, sondern stets nur wolkig bleiben.
    Bei einem seriösen Durchgehen der Kalkulation wäre nämlich leicht zu erkennen, daß ein Komplettneubau weder Verschwendung, noch Verschuldung bedeuten würde.

    Abschließend bedankt sich der OV Schermbeck der sehr guten Partei Die PARTEI dafür, daß Sie das Thema Sachverstand in die Diskussion eingebracht haben.
    Was den Sachverstand in Bezug auf wirtschaftliche Fragen angeht (darauf spielte ich an, nicht auf schulorganisatorische) engagieren sich bei uns u.a. mehrere langjährig erfolgreiche selbstständige Gewerbetreibende (auch im IT-Bereich) mit mehreren Dutzend Mitarbeitern, ein Wirtschaftsjurist, ein Banker, ein Schadenregulierer sowie weitere teils in verantwortlichen Positionen tätige qualifizierte Menschen.
    Da können so manche anderen Parteien qualitativ wie quantitativ nicht mithalten.

    Ach ja: und wir haben es nicht nötig, in zweifelhaften Kreisen um Unterstützung buhlen zu müssen.

  7. Martina Gelzeleuchter zu „Bündnis 90/Die Grünen sagen Nein:

    Ja, es ist Wahlkampf, man merkt es deutlich. Jede Gruppierung wirbt um Wählerstimmen. Ich habe lange überlegt, mich zu diesem Thema öffentlich zu äußern, aber bei aller Diskutiererei um Kosten und ob wir eine moderne Grundschule mit Bildungszentrum brauchen wurde eines vergessen:
    Die Kinder !
    Als Frau sind die mir nämlich das größte und wichtigste Anliegen.
    Momentan haben wir zwei Grundschulen, wobei eine etwas außerhalb des Schermbecker Ortskerns liegt, die andere relativ mittig. Die meisten Kinder, die im östlich gelegenen Ortsteil Schermbecks wohnen – Kilianstr./Schetterstr./Obstwiese etc. sowie Ahornstr./Ulmenstr./Kastanienstr. –
    werden wohl die Maxi-Schule besuchen, weil da der Schulweg nicht so weit ist. Wenn diese Kinder jetzt zur Weseler Straße müssen, werden viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen und abholen. Das bedeutet für die Eltern zeitlichen Mehraufwand und für Schermbeck mehr Verkehrsaufkommen. Denken wir doch mal an die Mittelstrasse, die sowieso ein Nadelöhr ist. Hier wird der Verkehr zunehmen, wie auch auf der Schienebergstege. Über beide Strassen werden auch im Fall einer Grundschule an der Weseler Strasse viele Schulkinder laufen und somit durch das höhere Verkehrsaufkommen zusätzlich gefährdet werden.

    Ein wichtiger Punkt ist meiner Meinung nach auch die für 6-7 jährigen Kinder
    unübersichtliche große Schule. Finden sich die Kleinen wirklich so schnell in einem großen Gebäude zurecht, bzw. ist für sie eine kleine, übersichtliche und „heimelige“ Schule nicht eher dazu angetan, den Start ins Leben zu beginnen. Viele Kinder sind in dem Alter noch verschüchtert und leicht ängstlich und sollen sich dann mit ca. 800 anderen Kindern in einem Gebäude und auf einem großen, eher unübersichtlichen Schulhof wohlfühlen?
    Natürlich sollen die Kinder auf hohem pädagogischen Niveau lernen, aber die ganz kleinen? Die müssen vor allen erst mal „analog“ Schreiben, Lesen und Rechnen lernen, also die Grundlagen. Wenn sie dann im dritten oder vierten Schuljahr lernen mit dem Computer sinnvoll (also nicht spielen, das tun sie wahrscheinlich schon im jüngeren Alter) umzugehen, ist das doch früh genug. Laßt die Kinder doch noch eine Weile Kinder sein, die harte Wirklichkeit kommt schon noch früh genug – nämlich auf der weiterführenden Schule.

    Einen kurzen Satz muß ich doch noch zu der Finanzierung der Schule sagen.
    Natürlich gibt es evtl. Fördergelder, die die Aufwendungen der Gemeinde Schermbeck verringern, aber ob die wirklich so bewilligt werden ist die eine Frage. Aber es ist doch ganz klar so: aus welchem Fördertopf auch immer das Geld kommt, es muß von Steuerzahlern aufgebracht werden, und das sind nun mal die jetzigen Kinder, egal ob aus Schermbeck oder irgendwo aus NRW oder ganz Deutschland. Bezahlt werden muß immer.
    Wenn ich ein Kind im Kindergarten- oder Grundschulalter hätte, würde ich versuchen in Ruhe mit meinem Kind über die verschiedenen Möglichkeiten zu sprechen, Schulweg und Größe der Schule aufzeigen, und dann mal hören, wie mein Kind dazu steht. Möchte es gerne eine große Schule, die super modern ist, wo ca. 800 Kinder herumwuseln, oder ist ihm eine kleinere Schule mit nicht ganz so moderner Ausstattung, aber dafür mehr Ruhe und Übersichtlichkeit angenehmer. Und wie steht es mit dem Schulweg, ist es nicht so schlimm, wenn man u.U. recht weit laufen muß, vor allem, wenn das Wetter mal nicht so schön ist wie z.Zt..

    Wie singt Herbert Grönemeyer so schön: „Kinder an die Macht“!
    Also fragt doch auch die, die es angeht. Auch wenn sie noch jung sind, können sie meistens schon ganz klar darlegen, was sie für besser halten.

  8. Sehr geehrter Herr Steinkühler,
    entschuldigen Sie bitte vielmals, daß ich die Anzahl der Schulkinder, die in einer Grundschule in Schermbeck unterrichtet wurden, nicht noch einmal genauestens geprüft habe. Mir schwebte die Zahl im Hinterkopf vor, sie haben Recht, es wären „nur“ ca. 500 Kinder.
    Mir war die genaue Zahl allerdings gar nicht so wichtig. Für Kinder im Grundschulalter ist eine doppelte „Menge“ an Schulkollegen ein sehr großer Unterschied zum jetzigen Zustand, und nur das wollte ich damit ausdrücken.
    Vieleicht sehen Frauen das Ganze ja aus einem etwas anderen Blickwinkel als Männer, denen genaueste Zahlen wohl sehr wichtig sind.

    Herzliche Grüße
    Martina Gelzeleuchter

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