StartSchermbeckKircheBlutbuche: Lebendiges Mahnmal gegen Missbrauch in der Kirche

Blutbuche: Lebendiges Mahnmal gegen Missbrauch in der Kirche

Veröffentlicht am

(v.l.): Josef Tempelmann (Präventionsbeauftragter), Manuel Schmidt (Pfadfinder), Ingrid Bienbeck (kfd), Sonja Risthaus (Friedhofsverwaltung), Klaus Speckamp (Friedhofsverwaltung), Ellen Wehland (Pfarreirat) und Xavier Muppala (Seelsorger). Foto: Ralf Meier

Mahnung und Erinnerung auf dem katholischen Friedhof in Schermbeck

Am 6. Dezember 2024 wurde auf dem katholischen Friedhof in Schermbeck eine Blutbuche gepflanzt, die als Mahnung dienen soll, welches Leid Opfer sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche erfahren haben. Ursprünglich war die Pflanzung bereits für den 18. November, den Europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch, geplant, musste jedoch aufgrund von Lieferproblemen verschoben werden. Die Aktion geht auf eine Initiative von Missbrauchs-Betroffenen zurück und wurde von der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) unterstützt.

Anzeige
Anzeige zum Freizeitspezial 2026 auf Schermbeck-Online

Blutbuche als lebendiges und markantes Zeichen

Die aufgestellte Gedenkstele neben der Blutbuche trägt eine deutliche Botschaft: Sie erinnert an das Versagen von Priestern, Bischöfen und anderen Amtsträgern, die sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche ermöglicht, vertuscht und damit das Leid unzähliger Menschen verursacht haben. „Die schwarze Trauer-Blutbuche soll ein lebendiges und markantes Zeichen sein, das den Sinn schärft für das Leid der Betroffenen. Es liegt an uns allen, daraus zu lernen“, heißt es auf der Tafel.

Deutliche Botschaft

Die Botschaft macht deutlich, dass dieses Zeichen nicht nur der Erinnerung, sondern vor allem der Mahnung dient, damit sich ein solches Versagen nicht wiederholt. Die Initiative zur Pflanzung dieser Bäume entstand nach der Veröffentlichung des Gutachtens zu sexualisierter Gewalt im Bistum Münster im Jahr 2022.

Initiative aus Betroffenenkreisen stärkt Prävention

Ein Jahr später wurde auf Anregung von Betroffenen der Vorschlag umgesetzt, in allen Pfarreien des Bistums an markanten Orten Blutbuchen als Mahnmale zu pflanzen. Bischof Dr. Felix Genn hatte bereits bei anderer Gelegenheit betont: „Wir wollen die Erinnerung an das, was den Opfern sexuellen Missbrauchs angetan wurde, lebendig halten und daraus lernen.“

Die Blutbuche in Schermbeck ist ein weiteres sichtbares Zeichen dieser wichtigen Auseinandersetzung. Sie fordert dazu auf, sich der Verantwortung für das Geschehene zu stellen und aktiv dafür zu sorgen, dass Kinder und Jugendliche in Zukunft besser geschützt werden

Kontakt zur Redaktion

Haben Sie Fragen oder Anliegen? Kontaktieren Sie uns gerne E-Mail an [email protected] Unsere Redaktion freut sich auf Ihre Nachricht und ist immer interessiert an Kritik, Lob und neuen Ideen und Themen für unsere Berichterstattung.

NEUSTE ARTIKEL

Windmühle Holtmann in Damm: Sanierung beginnt mit Abnahme der Haube

An der Windmühle Holtmann in Schermbeck-Damm beginnen die ersten Sicherungsarbeiten. Fachleute nehmen am Dienstag, 21. Juli 2026, die beschädigte Haube samt Flügelkreuz ab. Anschließend...

Schafsmarkt Gahlen: Wolle, Musik und jede Menge Mäh

Beim Schafsmarkt Gahlen dreht sich am 8. und 9. August 2026 alles um Schafe, Schäferei und Brauchtum. Auf dem Festplatz Törkentreck erwartet die Besucherinnen...

Wasser marsch in Schloss Beck: Kinder erobern „Beckis Wasserzauber“

Um Punkt 12 Uhr gab es für die Kinder kein Halten mehr. Kaum war der neue Wasserspielplatz im Freizeitpark Schloss Beck offiziell freigegeben, wurden Pumpen betätigt, Räder gedreht und Knöpfe […]

Blaugrüne Wandertouren in Schermbeck zum 100. Geburtstag des Lippeverbandes

Schermbeck wird am 12. September zum Ausgangspunkt für ein besonderes Wandererlebnis. Zum 100-jährigen Bestehen des Lippeverbandes führen vier blaugrüne Wandertouren durch den Raum Schermbeck...

Klick mich!