Grundsatzentscheidung zur Weiterführung der öffentlichen Bücherei

Der Ausschuss Kultur-, Schul-, Sport- und Sozialausschuss der Gemeinde Schermbeck wird am 2. März über die Zukunft der Bücherei beraten.
Die Bücherei sei, so heißt es in der Sachdarstellung der Gemeinde, in den vergangenen Jahren sowohl personell (Anzahl der Stunden) als auch materiell auf einem sehr niedrigen Niveau geführt worden.
Bereits am 27.10. 2010 hat der Rat bedingt durch das Haushaltssicherungskonzept eine grundsätzliche Wiederbesetzungssperre aller frei werdenden Stellen in der Bücherei beschlossen. Der Entwurf des Haushaltsplanes 2017 sieht hierzu keine Veränderungen vor.
Personelle Besetzung
Die Bücherei wird von drei Mitarbeiterinnen (insgesamt eine Vollzeitstelle mit 39 Wochenarbeitsstunden) und sieben ehrenamtlichen Kräften betrieben. Bedingt durch das Ausscheiden einer Mitarbeiterin (Regelaltersgrenze) sowie das Ausscheiden einer weiteren Kraft 2018, muss nun neu darüber entschieden werden, ob und wie die Stellenanteile neu besetzt werden. Sollte hier keine Neubesetzung erfolgen, kann der Betrieb der Bücherei nicht mehr sichergestellt werden.

Bestand
Der aktuelle Bestand der Bücherei belief sich für das Jahr 2016 auf 17.515 Medien, aufgeteilt in 16.444 Printmedien sowie 1 075 Nichtbuchmaterial. Besonders im Bereich von Sachbüchern sei das Interesse an Ausleihe laut der Mitarbeiter nur noch sehr begrenzt. Vieles habe sich in Sachen Recherche auf das Internet verlagert. Nachgefragt sind überwiegen Bestseller. Bei jungen Familie sei das Interesse an Hör- und Bilderbücher bis zum ersten Lesealter groß.
Außerdem verfügt die Bücherei nicht die Nutzung von eBooks. Um die Nutzung einer eAusleihe zukünftig anbieten zu können, müsste dafür ein neues Internetportal eingerichtet und das Personal neu aufgestockt werden.

Drastischer Rückgang von Besuchern
2016 fanden nur noch 498 Kunden mit Ausweis den Weg in die Bücherei und es gab 67 Neuanmeldungen. (Im Vergleich: 2000 waren es 1548 und 530 Besucher im Jahr 2015). Drastisch gesunken ist ebenfalls die gesamte Besucherzahl. Kamen 2000 noch 40.823 Besucher, so waren es 2016 nur noch 6.681. Mehr als halbiert hat sich ebenfalls die Zahl der Buchausleihungen von 40.823 im Jahr 2000 auf 20.338 (2016).

Dringlichkeitsantrag der BfB
Die BfB Fraktion hat dazu einen Dringlichkeitsantrag gestellt. Die BfB-Fraktion schlägt vor, ab dem 01.01.2019 die Bücherei in eine private Rechtsform zu überführen.
Derzeit ist die Bücherei über die Gemeinde öffentlich rechtlich organisiert.
Klaus Roth bittet die Verwaltung folgende drei Rechtsformen zu prüfen:

· Anstalt des öffentlichen Rechts
· eingetragener Verein
· eine Art von Stiftung (gemeinnützige Stiftung oder Stiftungs- GmbH).

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