Offiziell für den Reiseverkehr freigegeben wurde die Feldbahn nach den Erweiterungsarbeiten am Sonntag der Feldbahnfreunde
Mit gemütlichen 6 km/h rollte die Feldbahn der Feldbahnfreunde Gahlen am Samstag bei der offiziellen Neueröffnung.
Einsteigen und die Türen schließen – so könnte es laut Eisenbahnschaffner heißen wenn, die kleine Feldbahn Türen hätten.
Die erweiterte Strecke am Acker im Aap verläuft parallel zu der Straße vom TuS-Sportplatz an der Jugendfreizeitstätte vorbei zum Hof Haferkamp.
Für die Bahngleiserweiterung von 300 auf 650 Meter opferten zehn aktive Vereinsmitgliedern ein Jahr lang ihre Freizeit.
Am Samstag war es dann soweit und die Strecke zwischen Café Haverkamp und dem Sportplatz TUS Gahlen konnte offiziell eröffnet und für die Besucher freigeben werden.

Vier Lokomotiven zur Auswahl
„Die Schienen haben wir alle gespendet bekommen, zum Beispiel aus ehemaligen Ziegeleien, oder von den Moorbahnen aus dem Emsland. Ein großer Teil der Gleise ist eine Spende von der Weseler Firma Hülskens GmbH“, erzählt Nienhaus. Darüber sei er sehr glücklich, denn neue Schienen könne sich der Verein nicht leisten.
Insgesamt vier Lokomotiven hat der Verein im Bahnhof stehen.
Sechs Stundenkilometer
Die mit Diesel angetriebenen Zugmaschinen rollen innerhalb von zehn Minuten die Gesamtstrecke ab und können eine Spitzengeschwindigkeit von 20 km/h erreichen. Neben Kindergruppen zählen besonders Fahrradtouristen aus dem nahen Ruhrgebiet zu den Besuchern.
Gegründet wurde der Verein von acht Personen im Jahr 2007. Mittlerweile hat der Verein 35 Mitglieder.
Zehn Mitglieder sind aktiv beim Gleisbau aktiv tätig: Michael Gorris, Hermann Loges, Klaus Jahn, Michael Nienhaus, Ramona Raschke, Ralf Ruckert, Herbert Michalczak, Erik Lachmann und Henrik Pankrat. Wann immer es die Zeit erlaubt reist aus Bottrop Gründungsmitglied Michael Gorris an.
Modelleisenbahn
„Die Arbeiten hier im Verein ist für mich die Weiterführung meiner Modelleisenbahn aus dem Keller, aber auch die Gemeinschaft, die Zielverfolgung und die Projektentwicklung machen mir Spaß“, erzählt Michael Gorris.
Darüber hinaus sei auch die Frauenquote mit Lokomotivführerin Ramona Rasche aus Duisburg erfüllt, wie der der Vorsitzende Nienhaus lachend berichtet. Die Duisburgerin hilft überall da mit, wo sie nur kann. „Das Schrauben und Handwerken ist eine schöne Abwechslung und gute Ergänzung zum Berufsleben“, so Raschke.
Weitere Strecke geplant
In Planung ist eine weitere neue Strecke von 500 Meter. Diese wird entlang der Lippe führen. Die Baugenehmigung liege, so Nienhaus, bereits seit letztem Jahr vor. Realisiert soll der Bau im Jahr 2018/19. Dafür braucht der Verein noch Gleise. „Das wird für uns alle ein richtiges Highlight sein, denn dann können die Besucher rund 1200 Kilometer mit der Feldbahn fahren“. Petra Bosse