Die Grüne Fraktion sah und sieht keinen Bedarf für die die Einstellung eines Klimaschutzmanagers in der Gemeinde Schermbeck (siehe Mitteilung der Grünen Fraktion vom 20. Juni). Darüber hinaus verwies die Grünen Fraktion Schermbeck, dass sie den vor längerer Zeit erbetenen Tätigkeitsbericht des Klimaschutzmanagers nicht erhalten habe.

Die Schermbecker Verwaltung nimmt dazu Stellung.  

Ausgangslage:

Klimaschutz bedeutet Verantwortung für das Leben zukünftiger Generationen zu übernehmen. Dieser Verantwortung hat sich der Rat der Gemeinde Schermbeck gestellt. Parallel zum Ausbau der Erneuerbaren Energien wurde bereits im Jahr 2012 ein integriertes Klimaschutzkonzept für eine zukünftig klimagerechtere Entwicklung der Gemeinde erarbeitet und beschlossen.

Kernstück des Konzeptes ist ein vielfältiges Maßnahmenpaket, welches nicht nur allgemeine Ziele, sondern auch Projekte beinhaltet, um lokal erzeugte Treibhausgase zu reduzieren bzw. zu vermeiden. Das Konzept wurde durch ein externes Fachbüro entwickelt und im Rahmen einer Öffentlichkeitsbeteiligung fortgeschrieben. Es ist auf der Internetseite der Gemeinde Schermbeck abrufbar (Rubrik Wirtschaft: Klimaschutz).

Thomas Heer Gemeinde Schermbeck
Klimaschutzmanager Thomas Heer stellt seine Ideen zum Klimaschutz im Rahmen eines neuen Bebauungsplanes vor. Fotos:Gemeinde Schermbeck

Umsetzung des Schermbecker Klimaschutzkonzeptes:

Die von der Gemeinde Schermbeck im Rahmen der sukzessiven Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes geschaffene Stelle für einen Klimaschutzmanager wird durch eine NKI-Förderung mit 90 Prozent über drei Jahre aus Bundesmitteln gefördert. Seit dem 15.08.2018 ist die Stelle durch Herrn Thomas Heer besetzt. Innerhalb der ersten beiden Jahre wurden von Herrn Heer unterschiedlichsten Projekte umgesetzt bzw. angestoßen. Seine gute Vernetzung innerhalb des Ortes zur Energiegenossenschaft, den Schulen, Unternehmen und der Bevölkerung ist dabei sehr hilfreich die vielfältigen Themen zielgruppenspezifisch näherbringen zu können.

Hier einige Beispiele der bereits umgesetzten Projekte und Maßnahmen:

  • Öffentlichkeitsarbeit & Umweltbildung (z.B. Umweltfilmwoche für Schulen, 2020 nahmen 200 Schülerinnen und Schüler teil)
  • Organisation und Koordination von Fachinformationsvorträgen (z.B. Infoabende zum Thema Heizungstausch und Solarenergie)
  • Einrichtung eines neutralen, kostenlosen Energieberatungsangebotes im Rathaus (Kooperation mit der Verbraucherzentrale)
  • Aufbau des elektrischen Carsharing „ScherMyCar“ (in Zusammenarbeit mit der Energiegenossenschaft, Volksbank und innogy)
  • Förderung der Nahmobilität (z.B. Planung einer Mobilstation am Rathaus)
  • Monitoring der Klimaschutzmaßnahmen und CO2-Bilanzierung
  • Organisation und Durchführung des Fahrradwettbewerbes STADTRADELN (2019: 500 Teilnehmende sind rund 58.000 Km gefahren)
  • Projekte zum Thema Artenvielfalt (z.B. Blühwiesenanlage)
  • Veranstaltungen und Aktionstage (z.B. E-Mobilitätstag auf dem Rathausparkplatz)
  • Informationskampagnen zum Stromsparen im Haushalt (z.B. „Kühlschrank-Wettbewerb“)
  • Kooperationsprojekte mit dem Klimabündnis der Kommunen im Kreis Wesel (z.B. Klimasparbuch)
  • Vertretung der Gemeinde Schermbeck in den Nahmobilitätsarbeitskreisen des Regionalverbands Ruhr (RVR) und des Kreises Wesel
Klimaschutzmanager Thomas Herr Schermbeck
Foto: Besonders die Aktion STADTRADELN erfreut sich unter den Schermbecker Schulklassen großer Beliebtheit. Der diesjährige Aktionszeitraum ist vom 13.09 bis 03.10.

Neben dieser strategischen, konzeptionellen Arbeit beschäftigt sich der Klimaschutzmanager mit einem bunten Strauß vielfältiger Maßnahmen: „Klimaschutz fängt nicht hier an und hört da auf. Es geht um Ernährung, Konsum, Mobilität, Energie und vieles mehr. Klimaschutzmanagement vernetzt diese Bereiche und zeigt Alternativlösungen auf.“ so Thomas Heer. Im Zuge der Klimanotstandsdebatte hat die Lokalpolitik zu Beginn des Jahres 2020 mehrheitlich beschlossen, von der Möglichkeit einer Anschlussförderung für weitere zwei Jahre mit 65-prozentiger Förderquote Gebrauch zu machen und die bereits begonnen Klimaschutzaktivitäten zu verstetigen bzw. zu intensivieren. Vor diesem Hintergrund bereitet die Verwaltung aktuell den neuen Förderantrag vor, der im Laufe dieses Sommers eingereicht werden soll.

Generelle Betrachtung zur Klimaschutzmanagementstelle:

Das Berufsfeld des Klimaschutzmanagements wird zunehmend in Kommunen eingesetzt, um die lokalen CO2-Emissionen zu reduzieren und den vielschichtigen Aufgabengebieten, die mit dem Thema Klimaschutz einhergehen, gerecht werden zu können. Noch im Jahre 2006 weitgehend unbekannt oder als Einzelphänomen in Vorbildstädten wie Heidelberg angesehen, wurden spätestens mit dem Start des Integrierten Energie- und Klimaprogramms (IEKP) der Bundesregierung im Jahre 2007 und der daraus resultierenden Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) im Rahmen eines auf dem europäischen Emissionshandel fußenden Förderprogramms zunehmend Klimaschutzmanagerinnen und -manager eingesetzt.

Im Dezember 2019 ist das erste bundesweite Klimaschutzgesetzt in Kraft getreten und damit einhergehend neue Verbindlichkeiten für die Umsetzung von Klimaschutzaspekten. Spätestens jetzt sind viele Kommunen erleichtert entsprechende Fachkräfte eingestellt zu haben. 12 von 13 Kommunen im Kreis Wesel beschäftigen aktuell eine Klimaschutzmanagerin bzw. einen Klimaschutzmanager – zum Teil in einem entfristeten Arbeitsverhältnis ohne Förderung.

In den meisten Fällen machen sich vor allem die naturaffinen Parteien für eine Schaffung bzw. Etablierung einer Klimaschutzstelle stark: Schermbeck stellt in dieser Hinsicht eine kreisweite Ausnahme dar. 

1 KOMMENTAR

  1. Nichts gegen Herrn Herr persönlich aber nach einer dringend notwendigen Vollzeitstelle klingt das nicht. Ein Infoabend hier, ein Kühlschrankwettbewerb dort, alles ganz nett aber reicht das?
    Das Schermycar wurde zwar werbewirksam vermarktet,wird es aber auch gut genutzt oder hat es seine Funktion mit der großen „Einführung“ schon erfüllt?
    Und dann:Versiegelte Flächen und Schottergärten…nicht nur traurig für die Tierwelt, auch heizen sich die Wohngebiete dadurch sehr auf, nicht gut fürs Klima. Vom einem Klimamanager sollte man hier mehr Engagement erwarten diesen Entwicklungen gegenzusteuern, zur Not auch mit der Anregung von Verboten. Oder ist dies von bestimmten Stellen nicht gewollt?
    Auch vermisst man den Manager bei den Gesprächen mit Frau Daldrup, und der Suche nach Lösungen für ihr Anliegen….warum wird er hier nicht mit einbezogen, Blühwiesen sind doch auch „sein Gebiet“? Warum äußern sich nur Herr Rexforth und Herr Abelt,und nicht jemand vom Fach?Kann oder darf er nicht?
    Wie gesagt, nichts persönlichesgegen Herrn Herr, aber für eine Vollzeitstelle ist das etwas mager.

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