Der Jahrgang 10 der Gesamtschule Schermbeck erhielt heute die Zeugnisse im Rahmen einer würdigen Feier.

Entlassfeier 2020 hinter der Windschutzscheibe im Autokino Dorsten

Die Gesamtschule Schermbeck hat ihre 146 Schülerinnen und Schüler am Donnerstag auf der großen Bühne im Autokino Dorsten verabschiedet. Wegen der Abstands- und Hygieneregeln musste die übliche Zeremonie entfallen. So haben Eltern und Freunde die Feier aus dem Auto verfolgt.

Abschlussfeier Gesamtschule Schermbeck 2020
Fotos: Nightaffairs Dorsten

Trotz der außergewöhnlichen Bedingungen gab es vor der Zeugnisausgabe einen Festakt, der allen Teilnehmern gerecht wurde.

Den Auftakt machte „Die etwas andere Andacht“ mit Pfarrer Klaus Honermann und Hans Herzog, vorbereitet von den Schülern der Jahrgangsstufe 10.

In seinem Grußwort unterstrich Bürgermeister Mike Rexforth, dass nun allen Schulabgängern erneut ein Sprung in fremde Gewässer bevorsteht. „Niemand kann sagen, was die Zukunft Ihnen bringen wird. Ich hoffe, dass die freudigen Momente überwiegen werden. Doch niemand ist in seinem Leben vor Schwierigkeiten gefeit. Dann gebt nicht auf. Meist geht unerwartet eine Tür auf oder ein Weg öffnet sich“.

Abschlussfeier Gesamtschule Schermbeck 2020

Für alle, die tonbedingt die Rede nicht bekommen oder hören konnten, setzen wir diese noch einmal komplett zum Nachlesen hier online.

Und ich rufe Euch heute zu „Yes, you can!“

Liebe Schulabgängerinnen, liebe Schulabgänger,

im Namen des Gemeinde Schermbeck gratuliere ich Ihnen herzlich zu Ihrem Schulabschuss. Sie haben es geschafft und können heute Ihr hart erarbeitetes Abschlusszeugnis von der besten Schule weit und breit, nämlich unserer Gesamtschule Schermbeck, in Empfang nehmen.

Da dürfen Sie auch gerne Alle einmal hupen!

Das ist eine tolle Leistung. Darauf dürfen Sie stolz sein. Gemeinsam mit Ihnen ist heute noch eine ganze Reihe von Menschen stolz auf das, was Sie in den letzten Jahren, Wochen und Tagen vollbracht haben.

An erster Stelle natürlich Ihre Eltern. Ihnen Danke ich, dass Sie die Schulzeit Ihrer Kinder aktiv begleitet haben. Das war auch für Sie nicht immer einfach. Und Ihre Rollen wechselten munter zwischen Trainer, Kummerkasten, Antreiber, Berater, Nachhilfelehrer und Taxifahrer. Nicht zu vergessen die geschätzten 40 Stunden Elternabend auf unbequemen Stühlen in den zehn Schuljahren Ihrer Kinder und die Produktion von – ebenfalls geschätzten – 1.900 Pausenbroten. Herzlichen Glückwunsch – das haben Sie geschafft.

Sehr geehrte Sehr geehrter Herr Hohmann, liebes Kollegium

Auch Sie sind berechtigterweise stolz auf Ihre diesjährigen Schulabgängerinnen und Schulabgänger. Auf ersten Blick könnte man meinen, das sei doch eh jedes Mal das Gleiche und alle Jahre wieder sind Sie stolz auf die jungen Menschen, die mit ihren Abschlusszeugnissen die Gesamtschule verlassen in Richtung Oberstufe, in Richtung Ausbildung oder in Richtung „Freiwilliges Soziales Jahr“. Doch das täuscht. Jeder Jahrgang hat – wie beim Wein auch – seinen ganz individuellen Charakter. So wie all Ihre Schülerinnen und Schüler einzigartig sind, so unterscheidet sich natürlich auch ein Schuljahrgang vom nächsten.

Ihnen danke ich im Namen unserer Gemeinde, dass Sie sich mit Engagement, Einfühlungsvermögen und zu gegebenem Anlass auch mit gebotener Strenge für Ihre Schülerinnen und Schüler einsetzen. Sie helfen den jungen Menschen, während der Zeit an der Gesamtschule ihre Potentiale zu entdecken, Ziele zu erreichen und ihre eigene Persönlichkeit zu entwickeln.

Da dürfen Sie auch gerne Alle einmal hupen!

In den letzten 5, der ein oder andere vielleicht 6 Jahren hattet Ihr viele Möglichkeiten, kleine und größere Kreise um Euch zu ziehen und Menschen kennenzulernen, die mit Euch zum gleichen Team gehörten. Und wenn Ihr Euch genau jetzt umschaut, seht Ihr ganz viele andere, die in Eurem Team waren und einige, die es sicher bleiben werden.

Egal welche Zukunft vor Euch liegt, ganz egal, welche Pläne Ihr realisieren wollt, ich hoffe, dass Ihr immer diese kleinen und großen Kreise um euch ziehen könnt, dass Ihr Freunde und Familie habt und finden werdet, die Euch wie sicher gespannte Netze Halt geben, wenn Ihr sie braucht und Ihr sie durch die Maschen schlüpfen lasst, wenn Sie gehen müssen.

Niemand kann sagen, was die Zukunft Ihnen bringen wird. Ich hoffe, dass die freudigen Momente überwiegen werden. Doch niemand ist in seinem Leben vor Schwierigkeiten gefeit. Dann gebt nicht auf. Meist geht unerwartet eine Tür auf oder ein Weg öffnet sich.

Und denkt immer daran: Inmitten von Schwierigkeiten liegen günstige Gelegenheiten.

Daher bleibt neugierig. Denn es war vor allem die Wissensgier, die die Menschheit seit je beflügelt hat. Es war die Neugier, sein Umfeld zu erkunden und zu verstehen.

Und diese Neugier steckt in jedem Menschen. Sie ist die Grundlage allen Lernens. Sie ist die Basis. Man muss alles wissen wollen; nicht alles wissen können. Das ist nicht notwendig. Aber auch die Neugierde reicht nicht aus. Denn wer schwimmen lernen will, der muss auch ins Wasser springen, der muss auch Mut haben.

Wer etwas können will, wer weiterkommen und erfolgreich lernen will, der muss etwas tun und in den Stoff, um den es geht, tief eintauchen. Er darf nicht am Rand stehen bleiben, am Wasser- oder Wissensrand, sondern muss etwas wagen und sich etwas zutrauen. Er muss etwas leisten und an seine Fähigkeiten glauben.

Ganz wichtig in diesem Zusammenhang: Lasst Euch nicht entmutigen. Für den Erfolg, in der Schule und anderswo ist ein gutes Selbstvertrauen entscheidend.

Das heißt, daran zu glauben, dass man sein Ziel erreichen kann, dass man eine schwierige Aufgabe lösen kann. „Yes, we can!“, auf diese griffige Formel hat es der frühere US-Präsident Barack Obama gebracht.

Und ich rufe Euch heute zu „Yes, you can!“

Nach dem Schulabschluss steht Euch nun erneut ein Sprung in fremde Gewässer bevor. Erneut werdet Ihr lernen müssen, euch zurechtzufinden. Und Ihr werdet auch Grund genug haben, ein großes Selbstvertrauen zu haben. Ihr werdet den Sprung wagen und ich bin sicher, so lange Ihr euch anstrengt und Eure Träume und Ziele verfolgt, so lange haben Ihr auch eine Chance. Aber was Ihr beachten müsst: Verlieren dürfen Ihr euer Ziel niemals aus dem Blickfeld!

Also, liebe Schulabgängerinnen und Schulabgänger, lasset Euch auf keinen Fall von anderen Menschen entmutigen.

Nicht von Euren Eltern – Ihr müsst euren eigenen Weg gehen. Nicht von Politikern, die versuchen Euch Angst vor der Zukunft und der Demokratie machen wollen. Nicht von Personalfachleuten in Betrieben und Unternehmen.

Lasst Euch nicht entmutigen, wenn es mal nicht so schnell klappt mit Euren Bewerbungen, Euren Lebensplänen. Denket nicht, es hätte alles eh keinen Sinn.

Auch Misserfolge gehören zum Leben. Probleme und Handicaps solltet Ihr als Herausforderungen betrachten und mit einem „Jetzt erst recht“ Euer Vorhaben weiter verfolgen.

Probiert stattdessen einen anderen Weg oder versucht es mit einem anderen Berufsziel. Jeder kleine Schritt bringt Euch weiter. Also: Seid neugierig, seid mutig, strengt Euch an und vor allem verliert nie den Glauben an Euch selbst.

In diesem Sinne wünsche ich Euch alles Gute und viel Glück für Euren weiteren Lebensweg.

Ich bin sehr stolz auf Euch!

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celawie
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