Die Gemeinde Schermbeck ist der Sicherheitskooperation Ruhr (SiKo Ruhr) beigetreten. Damit ist sie die sechste Kommune, neben Voerde Dinslaken, Moers, Hamminkeln und Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel.
Die Gemeindeverwaltung gab dies heute während der Pressekonferenz bekannt – gemeinsam mit dem stellvertretenden Bürgermeister Gerd Abelt, dem Leiter der SiKo Ruhr, Joachim Eschemann, sowie der Leiterin des Ordnungsamtes Ellen Weber und ihrer Stellvertreterin Lena Möllmann.
Hintergrund der SiKo Ruhr
Seit 2020 arbeiten verschiedene Behörden – darunter Ordnungsbehörden, Polizei, Steuerfahndung und Zoll – in der SiKo Ruhr zusammen. Ihr Ziel ist es, die Sicherheitslage spürbar zu verbessern und so die Lebensqualität der Menschen – insbesondere im Ruhrgebiet sowie in den angrenzenden Kreisen und Gemeinden – nachhaltig zu steigern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Bekämpfung der Clankriminalität.

Die Gemeinde Schermbeck kooperierte bereits eng mit der Polizei, dem Zoll und den übergeordneten Behörden. Der Beitritt zur SiKo Ruhr ist nun ein weiterer Schritt zur Optimierung der Sicherheit in der Gemeinde. „Die Gemeinde Schermbeck hat den ersten Kontakt im Dezember 2024 aufgenommen und alles ging bis heute relativ zügig“, so Ellen Weber, Leiterin des Ordnungsamtes Schermbeck.
Was ist die SiKo Ruhr?
Laut Joachim Eschemann geht die Sicherheitskooperation Ruhr auf die Ruhr-Konferenz der letzten Legislaturperiode zurück: „Die Landesregierung hat große Anstrengungen unternommen, um das Ruhrgebiet in seiner Gesamtheit zu fördern – von der Wirtschaft über die Kultur bis hin zur Sicherheit. Der damalige Innenminister hat das Projekt der Sicherheitskooperation Ruhr initiiert.“
Die SiKo Ruhr wurde im Juni 2020 vom Innenministerium, der Bundespolizei, dem Zoll sowie den Städten Duisburg, Essen und Dortmund gegründet. Dabei handelt es sich nicht um eine eigene Behörde, sondern um eine Kooperation.
„Die personelle Ausstattung in der Geschäftsstelle sowie die Besetzung der Leitungsfunktionen werden von den Partnern getragen. Neue Stellen wurden nicht geschaffen – stattdessen bringen die Partner ihr Personal ein“, so Eschemann weiter. Mittlerweile umfasst die Kooperation 38 Partner, darunter alle kreisfreien Städte im Ruhrgebiet, die vier Kreise sowie zahlreiche Kommunen und Institutionen wie die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung, die Bundesagentur für Arbeit und das Finanzministerium.
Vernetzung und Erfahrungsaustausch
Schermbeck setzt auf den Austausch bewährter Strategien („Good Practice“) zwischen den beteiligten Behörden. Die Gemeinde hat die Erfahrung gemacht, dass ein starkes Netzwerk nicht nur bei der Bewältigung von Problemen von unschätzbarem Wert ist, sondern auch ein Zeichen für Zusammenhalt darstellt.
Durch die SiKo Ruhr werden Synergieeffekte zwischen den Behörden genutzt, um präventiv gegen kriminelle Strukturen vorzugehen. Clankriminalität ist bisher kein Thema in Schermbeck, doch auch kleinere Kommunen könnten in den Fokus geraten.
„Es geht darum, Sachverhalte und Strukturen aus verschiedenen Blickwinkeln zu analysieren. Wir sprechen hier von einer 360-Grad-Betrachtung, bei der alle relevanten Informationen zusammengetragen werden – immer im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben“, so Eschemann.
Ein besonderer Mehrwert liegt im Informationsaustausch, der über das Ruhrgebiet hinausreicht: „Unsere Geschäftsstelle fungiert mittlerweile als zentrale Informationsdrehscheibe und beantwortet täglich bundesweite sowie internationale Anfragen. Auch wenn wir nicht alle Informationen selbst haben, können wir Behörden miteinander vernetzen.“
Einbindung in das bestehende Netzwerk
Mit dem Beitritt Schermbecks umfasst die Sicherheitskooperation Ruhr nun 38 Partner, darunter fünf im Kreis Wesel. Zu diesen zählen neben Schermbeck auch Neukirchen-Vluyn, Moers, Voerde, Kamp-Lintfort und Dinslaken.
Die Gemeinde Schermbeck möchte gemeinsam mit den Partnern der SiKo Ruhr effiziente Wege zur Bekämpfung von Bandenkriminalität finden und in diesem richtungsweisenden Netzwerk aktiv mitwirken.
Prävention und Schutz der Behördenmitarbeiter
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Prävention, insbesondere der Schutz von Behördenmitarbeitern vor unterschwelligen Bedrohungen. Dazu Eschemann: „Es gibt Vorfälle, die zwar unterhalb der strafrechtlichen Relevanz liegen, aber für Betroffene äußerst belastend sein können. Wenn beispielsweise jemand einem Mitarbeiter sagt: ‚Ich weiß, wo deine Tochter zur Schule geht, ob das immer gut geht?‘, dann ist das zwar keine direkte Straftat, aber eine massive Einschüchterung.“
Um Behördenmitarbeiter darauf vorzubereiten, bietet die SiKo Ruhr Schulungen zum Bedrohungsmanagement an. Dabei geht es um Hintergründe, Verhaltensstrategien und persönliche Stärkung.
Ziel: Früherkennung und gezieltes Vorgehen
Durch den strukturierten Austausch und die Vernetzung der Behörden können Verdachtsfälle frühzeitig erkannt und überprüft werden. Dabei geht es nicht um bloße Vermutungen, sondern um fundierte Informationen, die helfen, kriminelle Strukturen zu identifizieren und wirksam dagegen vorzugehen.
„Unser Ziel ist es, nicht nur auf Straftaten zu reagieren, sondern präventiv zu handeln, um solche Entwicklungen frühzeitig zu stoppen“, betont Gerd Abelt.
Die Gemeinde Schermbeck setzt somit ein klares Zeichen für eine proaktive Sicherheitsstrategie und einen starken Zusammenhalt mit anderen Kommunen und Behörden.























