Update: 2869 Bürger sprachen sich gegen und 968 für ein Bildungszentrum aus. Fünf Stimmen waren ungültig.

Es dauerte bis 22 Uhr, als endlich die Entscheidung für ein neues Bildungszentrum im Rathaus gefallen war.

Insgesamt 3910 Umschläge sind bis zum heutigen Tag bei der Gemeinde eingegangen. Davon hatten 4285 Schermbecker Bürger eine Briefwahl beantragt. 2380 Ja-Stimmen hätten gereicht, damit der Ratsbeschluss vom 9. Oktober aufgehoben worden wäre.

Vorläufiges Ergebnis des Ratsbürgerentscheides in der Gemeinde Schermbeck

Beim Ratsbürgerentscheid in Schermbeck haben sich die Abstimmenden heute mehrheitlich gegen einen Neubau eines Bildungszentrums mit einer vereinten Grundschule ausgesprochen.

Nur 25,23 Prozent stimmten dafür

25,23 Prozent stimmten dafür und 74,77 Prozent stimmten dagegen, dass ein Neubau eines Bildungszentrums an der Weseler Straße/Ecke Waldweg, in dessen Kern eine vereinte 5-zügige Grundschule mit 3-fach Sporthalle entstehen soll, den ursprünglichen Ratsbeschluss ersetzt.
Die Abstimmbeteiligung lag bei 32,29 Prozent. 4.285 Menschen hatten vorab Briefwahlunterlagen beantragt.

Große Erleichterung bei Rainer Gardemann CDU, der zu einem der wenigen Besucher, neben Stefan Steinkühler und Thomas Bolte gehörte und Platz auf den bereitgestellten Besucherstühlen im Rathaus nahm: „Der Ratsentscheid hat die Planung für die Schule um mindestens ein Jahr verzögert. So lange lag das Projekt auf Eis, wo wir nicht planen nicht konnten“. Für ihn sei das ein Supergau.

Erleichterung auch bei Stefan Steinkühler (Bündnis90/DIEGrünen). „Endlich kann es mit den Planungen weitergehen, da das Bürgerbegehren bisher alle Planungen gestoppt hat. Wir hoffen, dass jetzt nicht noch ein Bürgerbegehren kommt, das uns wieder zurückwirft“.

„Das Ergebnis macht es nun möglich, weiter in die Planungen einzusteigen und diese zu konkretsieren“, so auch Simon Bremer von der FDP.

Für Thomas Bolte (Zukunft Schermbeck) sei dies die einzig vernünftige Entscheidung. „Die Schermbecker haben sich gegen ein unnötiges Millionenprojekt entschieden, das hohe finanzielle Belastungen für alle Bürger bedeutet hätte“.

„Der Souverän hat nun gesprochen und das ist auch gut so“, sagt Timo Gätzschmann, einer der Initiatoren. Natürlich sei das Ergebnis für sie enttäuschend, aber sie wollen sich weiter konstruktiv in die Schulentwicklung einbringen.

Und weiter betont Gätzschmann, dass die starke Politisierung dazu beigetragen habe, dass eine wichtige Frage auf Zahlen reduziert worden sei. „Zahlen, die für viele Schermbeckerinnen und Schermbeck abschreckend gewirkt, zugleich aber wenig greifbar waren“.

Hintergrund

Das Bürgerbegehren für ein neues Bildungszentrum, wurde von den Schermbeckern Timo Gätzschmann, Manuel Schmidt und Marc Overkämping als Privatpersonen auf den Weg gebracht und sorgte im Vorfeld für große Diskussionen.

Ziel sei es gewesen, Grundschulkindern eine moderne Bildungsstätte zu ermöglichen. Durch die Realisierung des Standorts 4 der Machbarkeitsstudie hätte laut der Initiatoren Schermbeck die Chance auf ein modernes Bildungszentrum gehabt.

In der Sitzung des Rates der Gemeinde Schermbeck am 29. April hat der Rat das Bürgerbegehren für einen Neubau einer vereinten Grundschule der Bürgerinitiative als zulässig erklärt. Um eine Unterschriftssammlung im Zuge der Verbreitung des Coronavirus zu verhindern, sprach sich der Rat seinerzeit mehrheitlich für einen Ratsbürgerentscheid aus.

Die CDU lehnte das ihrer Meinung nach finanzielle Abenteuer für über 20 Mio. Euro, wie es im Ratsbürgerentscheid zur Wahl stand, ab. Ebenso Die Grünen, die FDP und Zukunft Schermbeck. Die SPD und DIE PARTEI sprachen sich dafür aus.