StartSchermbeckUmwelt21 belegte Risse durch Wölfin Gloria

21 belegte Risse durch Wölfin Gloria

Veröffentlicht am

Hat die Wölfin mit der Kennung GW954f mittlerweile alle Grundlagen erfüllt, dass diese aus der Natur entnommen wird?

Nein, sagt der Pressesprecher Wilhelm Deitermann vom Landesamt für Natur und Umwelt.

Schermbeck. Für Wilhelm Deitermann, Pressesprecher vom Landesamt für Natur und Umwelt (LANUV), reichen die derzeitigen Kenntnisse über ein auffälliges Verhalten des Wolfes nicht aus, um die Wölfin aus der Natur im Kreis Wesel zu entnehmen.

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Gegen eine Entnahme sprechen auch, so Deitermann, dass noch keine eindeutigen Beweise für LANUV dafür vorliegen, dass bei den vergangenen Rissen, sowohl bei Kurt Opriel, als auch bei einem Weidetierhalter in Gahlen, alle Schutzmaßnahmen eingehalten wurden.

Laut LANUV gibt es derzeit auch vom wissenschaftlichen Monitoring noch keine eindeutige Kenntnisse darüber, dass die letzten Risse von der Wölfin Gloria mit der Kennung GW954f stammen. Dies werde derzeit noch untersucht.

Wissenschaftliche Prüfungen

Was gegen die Kriterien und für eine Entnahme des Wolfes im Kreis Wesel spreche, sei nicht ausschließlich davon abhängig, dass ein Wolf einen 1,20 Meter hohen Zaunes überwindet, sagt der Pressersprecher von LANUV. „Dies ist nicht Grund genug dafür, dass die Wölfin entnommen wird“, so Deitermann. Und weiter: „Um einen Wolf aus der Natur zu entnehmen, sind ganz viele wissenschaftliche Prüfungen notwendig. Es muss eindeutig belegt werden, dass die Wölfin ein auffällig Verhalten aufweist und dass auch wirklich alle Schutzmaßnahmen der Weidetierhalter eingehalten wurden“, ergänzt Deitermann.

Deshalb müsse weiterhin geprüft werden, was noch Herdenschutzmaßnahmen zum Schutz der Weitertiere unternommen werden kann. Ebenfalls müsse bei den vergangenen Rissen noch geprüft werden, ob die Zäune den Schutzmaßnahmen gerecht waren. Dazu gehöre laut Deitermann unter anderem auch, ob der Zaun nicht durchhing oder ob der Zaun genügend Strom gehabt habe. Dies alles unterliege einer objektiven Grundlage, welche derzeit von LANUV erfasst und untersucht werde.

Schafe stehen nicht auf dem Speiseplan

Lange Zeit war es ruhig um Gloria von Wesel. Das spreche eindeutig dafür, dass Schafe seit Monaten nicht auf dem Speiseplan der Wölfin steht, da ein ausgewachsener Wolf täglich rund drei bis vier Kilogramm Fleisch benötige, ergänzt Deitermann.

 „Die großen Abstände machen eindeutig erkennbar, dass sich der Wolf von etwas anderem ernährt. Im Wald ist genügend Wild vorhanden“. Ebenfalls könne einem Wildtier, sprich Wolf, nicht negativ ausgelegt werden, wenn es ein Schaf reißt. „Es ist nun mal ein Wildtier“, so Deitermann.

Bevor hier die Entscheidung zur Entnahme des Wolfes von Seiten der Regierung gefällt werde und es dazu komme, müsse 100prozentig klargestellt sein, dass die Wölfin wirklich alle gesetzlich geforderten Herdenschutzmaßnahmen eindeutig überwindet.

Wolf im Kreis Wesel Erste Fotos von Gloria
Erstes Foto von Gloria im Kreis Wesel. Foto: Sabine Baschke

Die erste Individualisierung erfolgte nach einem Riss am 16. Juni 2018 in Schermbeck.

Update 1.8.2019

Belegte Nutztierrisse durch Wölfin Gloria

Bei vier Rissen im Kreis war eine eindeutige Individualisierung laut LANUV nicht möglich.

23.7. Hünxe – eindeutiger Nachweis
14.7. Schermbeck– eindeutiger Nachweis
12.7. Hünxe– eindeutiger Nachweis
26.6. Hünxe– eindeutiger Nachweis
23.6. Hünxe– eindeutiger Nachweis
8.5. Schermbeck, keine Bewertung möglich
29.3. Hünxe– eindeutiger Nachweis
5.2. Oberhausen– eindeutiger Nachweis

Jahr 2018

13.12., Hünxe, – eindeutiger Nachweis , keine Individualisierung möglich
9.12. Hünxe– eindeutiger Nachweis
8.12. Hünxe– eindeutiger Nachweis
5.12. Hünxe– eindeutiger Nachweis
27.11. Bottrop– eindeutiger Nachweis
2.11. Dorsten– eindeutiger Nachweis
27.10. Hünxe– eindeutiger Nachweis
25.10. Hünxe– eindeutiger Nachweis
27.9.  Dinslaken – keine Bewertung möglich,  Wolf nicht auszuschließen
23.9. Dinslaken– eindeutiger Nachweis
19.9. Hünxe– eindeutiger Nachweis
15.9. Bottrop– eindeutiger Nachweis
2.9. Hünxe– eindeutiger Nachweis,  Probenqualität für Mikrosatellitenanalyse nicht ausreichen
30.8. Schermbeck– eindeutiger Nachweis
29.8. Schermbeck-– eindeutiger Nachweis
28.8. Schermbeck– eindeutiger Nachweis
19.8. Schermbeck– eindeutiger Nachweis
7.8. Schermbeck– eindeutiger Nachweis
13.4. Schermbeck– eindeutiger Nachweis

Petra Bosse

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