Grußwort von Gudrun Gerwien, Gabi Schmitt und Wolfgang Lensing

Leewe Vroulöh un Mannslöh!

Wi fröit us, datt i denn widden wech maakt hebbt noa denn Luftkurort Schermbeck in´t Rijhnland. Sett´t u daher in de macklike Gaststoattens van de Mittelstroate, well vör vandage ganz vull plass vör u hebbt. Usse Heimatvereine un Turnerbünde hebbt sick düfftig Arbeid maakt un vör u herrlijke Stände un Schöppkes upboud. Goaht öaver de moien Trottoirs un loat´t u de besünnare Köstlickhäiten ut Westfalen un´t Rijnland gudd schmaaken.

Vull pläseer hier bij uns un koammt wes bolle wer. De Kooplöh un denn Wohlfahrtsverein ut Schermbeck.

Liebe Besucher der „Schönen alten Weihnachtszeit“,

so sprachen die Menschen in der Grenzregion von Westfalen und dem Rheinland bis vor einigen Jahren. Das Plattdeutsche war die normale Umgangssprache, Hochdeutsch wurde fast nur in Schriftform benutzt. Heute hört man unseren heimischen Dialekt kaum noch, aber viele Begriffe haben wir in unsere Alltagssprache gerettet: Hosenbuchse, der Trecker treggt – also schleppt – die schweren Lasten und im Gruß „Moin, moin“ steckt das Wort moi – gut.

Gudrun Gerwien, Gabi Schmitt und Wolfgang Lensing (v.l.) laden zur „Schönen alten Weihnachtszeit“ am 9. Dezember ein. Archivfoto: Helmut Scheffler

Jeder Markttag war ein besonderes Erlebnis. Er war etwas Außergewöhnliches, zu dem die Menschen von weit her kamen. Mit der Pferdekutsche, dem Fahrrad oder zu Fuß wurden diese Reisen lange voraus geplant. Die Anreise war aufwändig und brauchte Zeit. Zeit, die sich die Menschen gerne nahmen. Sie freuten sich schon Wochen im Voraus und erlebten bewusst.

Dies ist die Idee der „Schönen alten Weihnachtszeit“. Nehmen Sie sich Zeit für etwas Besonderes. Sie erleben den Schermbecker Ortskern in der Optik des 19. Jahrhunderts. Die Einkaufsstraße ist liebevoll geschmückt. An jeder Ecke stehen Tannenbäume mit Strohsternen, die Weihnachtsbeleuchtung funkelt festlich. Strohballen bieten Sitzgelegenheiten und Feuerkörbe sorgen für Wärme. Viele örtliche Gruppen und Vereine sind mit ihren Angeboten vertreten. Dazu gibt es Leckereien aus der guten alten Zeit: Panhas und Reibekuchen. Glühwein und Honig. Schmalzbrote, die wie früher bei Oma schmecken.

Über einhundert Schauspieler und Statisten stellen für Sie das dörfliche Leben dar: der Goldschmied am Amboss, Kaufleute hinter ihren Ladentheken. Die feine Dame flaniert über die Straße. Der Polizist jagt Taschendiebe. Fischer räuchern ihren Fang. Straßenkinder betteln um einen Groschen. Der Tischler steht an der Hobelbank und der Metzger am Fleischwolf. Bauern bringen Gemüse zum Verkauf in die Stadt. Die Knechte schlagen Kaminholz. Zeitungsjungen verkaufen die neuesten Informationen für einen Groschen. Wie früher, als es nicht immer besser, aber bestimmt beschaulicher und langsamer war.

Dies ist auch unser Geschenk für Sie: Wir möchten Ihnen Zeit schenken, Zeit zum Bummeln, Zeit zum Schauen, Zeit zum Reden, Zeit, einen Samstag im Advent in Ruhe zu genießen. Dazu laden wir Sie herzlich ein.

Wir freuen uns, wenn Sie mitmachen! Je mehr Besucher sich verkleiden, umso schöner wird es. Der Ausgehrock vom Dachboden oder die Stola von Oma reichen oft schon aus und sorgen für das stimmige Gesamtbild. Vielleicht finden Sie noch einen Zylinder oder einen Arbeitskittel. Und mit etwas Glück treffen Sie auf einen unserer Schauspieler, der Ihnen für Ihr Engagement ein Dankeschön die Hand drückt.

Unser Dank geht an die vielen Menschen, die mitarbeiten und uns unterstützen, die diese Veranstaltung fördern und besuchen. Denn ohne Sie, die Mitmacher, kann es keine „Schöne alte Weihnachtszeit“ in Schermbeck geben. Vielen Dank für Ihre Hilfe! Wir freuen uns auf Ihren Besuch in Schermbeck und wünschen Ihnen in diesem Sinne eine schöne, besinnliche und ruhige Weihnachtszeit.

Gudrun Gerwien, Gabi Schmitt und Wolfgang Lensing

GAGU-Zwergenhilfe und Werbegemeinschaft Schermbeck

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Und hier die Eröffnungsrede in Hochdeutsch:

Meine Damen! Meine Herren!

Wir freuen uns, dass Sie den weiten Weg in den Luftkurort Schermbeck im Rheinland gefunden haben. Wir empfehlen Ihnen unsere Gaststätten auf der Mittelstraße, die für den heutigen Tag zahlreiche Plätze frei haben.

Die örtlichen Heimatvereine und Turnerbünde haben keine Mühen gescheut und für Sie attraktive Marktstände aufgebaut. Flanieren Sie über die herrlichen Bürgersteige und genießen Sie westfälische und rheinische Spezialitäten!

Wir wünschen Ihnen einen guten Aufenthalt und beehren Sie uns bald wieder.

Die Kaufleute und die GAGU-Zwergenhilfe aus Schermbeck

 

 

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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