Schermbecker Schüppenschützen übten richtiges Marschieren

 Wer während der Festumzüge am kommenden Wochenende Schüppen scheppernd über das Pflaster der Mittelstraße zieht, wird automatisch zum Blickfang. Da würde sofort jeder falsche Tritt auffallen.

Um aber wegen einer falschen Gangart nicht am Image des Aushängeschildes der Kiliangilde Schermbeck von 1602 e.V. kratzen zu lassen, hat Präsident Thomas Heiermann die Schüppenkompanie bereits am vergangenen Samstag zum Hof der Maximilian-Kolbe-Schule beordert. Dort wurde unter Leitung des Kompaniechefs Christian Hötting (Foto)  ein zackiger Gleichschritt geübt.

Als diesjähriger Träger der Doofen-Schüppe bereitete es Hötting besonders viel Freude, die Kompanie mit zahlreichen ehemaligen Schützenkönigen der Gilde ein wenig dafür zu bestrafen, dass er nach dem kläglichen Versagen beim letztjährigen Schüppenwerfen in Horstkamps Garten so offen ausgelacht wurde. „Rechts, schwenk, marsch!“, „geradeaus!“, „links, 2,3,4!“ Eine Fülle von Kommandos prasselte auf die Schüppenschützen nieder, denen Wärme und die ersten Flaschen flüssiger Kühlungs-Kost ohnedies mächtig zu schaffen machten. Warum Hötting die Schützen beim Marschieren auch durch den Sand der Spielkiste, um einen Baum herum und den Südhang des Schulhofes hinaufschickte, hinterfragte keiner der Schützen. Vielleicht zeigten sie sich auch nur eingeschüchtert von Höttings kernigen Sprüchen.

Damit die Schüppenschützen nicht durch Fehltritte bei den Umzügen auffallen können, wurde bereits in der vergangenen Woche auf dem Schulhof der Maximilian-Kolbe-Schule eifrig das richtige Marschieren geübt. Foto Scheffler
Damit die Schüppenschützen nicht durch Fehltritte bei den Umzügen auffallen können, wurde bereits in der vergangenen Woche auf dem Schulhof der Maximilian-Kolbe-Schule eifrig das richtige Marschieren geübt. Foto Scheffler

Eigentlich kann nun nichts mehr schiefgehen. Wenn die Schüppenschützen am Kilian-Samstag um 17 Uhr von der „Schermbecker Mitte“ aus zum Ehrenmal und anschließend zur gemeinsamen Fest-Eröffnung in Richtung Schermbecker Festzelt auf dem Rathausplatz marschieren, darf der Vordermann mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass er nicht durch einen falschen Tritt des Hintermanns an der eigenen Hacke gestört wird.

Für das anstrengende Üben des Marschierens wurden die Schüppenschützen beim anschließenden Grillen von Tasso Stiebels verwöhnt, das nahtlos in die Teilnahme an der Vorfeier überging. Schon jetzt freuen sich die 60 aktiven Schüppenschützen auf das Schüppenwerfen am Dienstag, in dessen Verlauf ein Nachfolger des Königs Jens Hindricksen ermittelt wird. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird auch Hötting sein Doofen-Schüppchen abgeben dürfen. H.Scheffler

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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