Wolfswelpe im Wolfsgebiet Schermbeck mit der Kennung GW2307f als Nachwuchs von Gloria bestätigt.

Erster Welpe Richtung Westen, niederländischen Nord-Brabant südlich von Rotterdam, abgewandert

Wie bereits berichtet, wurde am 27. Juni 2021 im Territorium des Wolfsrudels „Schermbeck“ ein Welpe von Spaziergängern aufgegriffen. Dieser wurde irrtümlich für einen Hundewelpen gehalten und vom Finder mit nachhause genommen. Außerdem wurde der Fund der zuständigen unteren Naturschutzbehörde des Kreises Wesel gemeldet.

Wie das LANUV nun mitteilt, wurde mit Hilfe von Fotos des Welpen bereits vom LANUV das Tier als Wolf angesehen. Diese Einschätzung ist nun auch von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) bestätigt worden.

Da der Welpe im Territorium Schermbeck gefunden wurde, in dem die Wölfin GW954f und der Rüde GW1587m als Paar bestätigt sind, sei davon auszugehen, dass es sich um einen Welpen aus dieser Verpaarung handelt.

Neue Nachweise

Die Wölfin GW954f war zuletzt am 04. Juni 2021 durch einen Kotfund im Territorium genetisch nachgewiesen worden, der Wolfsrüde GW1587m am 07. Juni 2021 über den Fund eines Wildtierkadavers.

Der weibliche Wolfswelpe wurde von einem Tierarzt untersucht. Dabei wurde nur eine unbedeutende Wundstelle am Ohr festgestellt. Wenige Stunden nach dem Aufgreifen wurde der Welpe durch die zuständige Behörde am Auffindeort ausgewildert worden. Im Rahmen der veterinärmedizinischen Untersuchung wurden genetische Proben des Welpen entnommen.

Wolfswelpe hat die Kennung GW2307f

Das Ergebnis der genetischen Untersuchung durch das Senckenberg Forschungsinstitut liegt jetzt vor. Es handelte sich zweifelsfrei um einen Welpen des territorialen Wolfspaares mit der Kennung GW2307f. Da Wolfswelpen einen ausgeprägten Eigengeruch und die Elterntiere über einen hervorragenden Geruchssinn verfügen, besteht nach Einschätzung von LANUV und DBBW die Aussicht, dass der Welpe von den Eltern gefunden und versorgt wurde.

Wolf-Gloria-im-Kreis-Wesel
Foto Archiv: Sabine Baschke

Rückblick

Im Vorjahr 2020 hatte das territoriale Wolfspaar im Territorium „Schermbeck“ erstmals Nachwuchs. Auf Fotos war immer maximal ein Welpe abgebildet; durch einen Kotfund vom 14. März 2021 im Bereich der Gemeinde Hünxe konnte schließlich ein männlicher Welpe mit der Kennung GW2089m identifiziert werden.

Es blieb der einzige genetische Nachweis dieses Welpen im Wolfsgebiet Schermbeck. Offensichtlich war der junge Wolfsrüde wenig später Richtung Westen abgewandert. Er wurde nämlich zwischen dem 03. und 19. April 2021 mehrfach im belgischen Flandern nordöstlich von Antwerpen und dann am 24. April 2021 im niederländischen Nord-Brabant südlich von Rotterdam genetisch erfasst

Wölfe verlassen bis spätestens dem Ende des zweiten Lebensjahres das elterliche Rudel und wandern dann weit umher, z.T. mehrere hundert Kilometer weit.

Durch die enge Zusammenarbeit von Behörden und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, die Proben von Wölfen nach einheitlichen Standards gewinnen und untersuchen, werden Daten zur Populationsentwicklung und zum Wanderverhalten einzelner Wolfsindividuen nicht nur in den verschiedenen Bundesländern sondern auch über Staatsgrenzen hinweg erhoben und ausgetauscht (siehe auch https://www.senckenberg.de/de/institute/senckenberg-gesellschaft-fuer-naturforschung-frankfurt-main/abt-fliessgewaesseroekologie-und-naturschutzforschung/das-cewolf-konsortium/).

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