16 Untersuchungen in Wesel weisen erhöhte Nitratbelastung im Brunnenwasser auf

Laut VSR-Gewässerschutz e.V. haben sie erneut vielen Bürgern im Kreis Wesel mitteilen müssen, dass ihr Brunnewasser zu viel Nitrat enthalte.

Das würde gerade die Familien im Sommer frustrieren, die ihren Garten gerne nutzen. In dieser Zeit werde dort viel Wasser benötigt, um das selbst angebaute Gemüse zu gießen oder das Planschbecken für die Kinder zu füllen. Genommen werde dafür Brunnen- statt Leitungswasser, um dieses nicht zu verschwenden.

An dem VSR Informationsstand am Mittwoch in Wesel ließen 16 Bürger ihr Wasser untersuchen. Sie befürchteten gesundheitliche Schäden durch Planschen im Pool oder am Gemüse, welches mit Brunnenwasser gegossen wurde.

Dipl.-Ing.-Andreas-Stumpf-berät-eine-Brunnenbesitzerin
©VSR-Gewässerschutz

Laut Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz, sei jeder fünfte Brunnenbesitzer aus dem Raum Wesel, Hünxe und Schermbeck davon betroffen, dass die Nitratkonzentration ihrer Wasserprobe den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter überschreiten.

Hohe Erträge stehen an erster Stelle

Für Susanne Bareiß-Gülzow liege, wie sie sagt, die Ursache für die hohe Nitratbelastung des Grundwassers in der intensiven Landwirtschaft, die nur mit Subventionen so wachsen konnten. „Die EU-Agrarpolitik fördert bis heute Betriebe, für die hohe Erträge an erster Stelle stehen und die Verringerung der Nitratbelastung nur lästige Auflagen sind, die sie versuchen zu umgehen“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende
im VSR-Gewässerschutz.

Die gemeinnützige Organisation fordert von der Politik, dass Subventionen nur noch an Landwirte mit einer gewässerschonenden Bewirtschaftung gezahlt werden. Untersuchungen wiesen 98 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Hünxe auf. Zwei weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen fanden die Umweltschützer in Büderich mit 74 Milligramm pro Liter (mg/l) und in Bislich mit 68 mg/l.

Subventionen der Betriebe

Nun fordert der VSR-Gewässerschutz die Agrarpolitik auf, die anstehende EU-Agrarreform so zu gestalten, dass die Nitratbelastung unserer Gewässer verringert wird. Die Ursache für das stark belastete Grundwasser sieht der VSR in den Subventionen der Betriebe. Diese haben laut Meinung von VSR-Gewässerschutz, große Probleme geschaffen und nur die großen Betriebe mit intensiver Bewirtschaftung können den Dumpingpreisen der Discounter standhalten.

Der VSR geht davon aus, dass die bäuerliche Landwirtschaft verdrängt wurde und die ökologische Landwirtschaft nicht so wachsen könne, wie es für eine gesunde Umwelt notwendig wäre, da diese auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdüngern verzichten.

Laut Susanne Bareiß-Gülzow orientiere sich die Zahl der Tiere an der Fläche, die dem Betrieb zur Verfügung stehe, was zur Folge habe, dass dadurch Nährstoffüberschüsse bestmöglich vermieden werden. Der ökologische Landbau könne somit die von der Agrarindustrie hervorgerufene Nitratbelastung erheblich verringern. Dies bedarf daher wesentlich mehr Unterstützung. „Die Agrarlobby darf nun die wichtigen Entscheidungen zu einer gewässerschonenden Landwirtschaft nicht wieder untergraben“, so Susanne Bareiß-Gülzow. „Es wird höchste Zeit für eine Agrarpolitik, die sich ihrer ökologischen Verantwortung bewusst ist und eine umweltverträgliche und nachhaltige Landwirtschaft fördert.“