51 Risse von Gloria von Wesel GW954f – Vom LANUV zum LANUW – Landesamt für Umwelt und Wolfsschutz – nein, kein Schreibfehler!

Das Gahlener Bürgerforum, Arbeitsgruppe Wolf, informiert über ihren Eindruck zu der Arbeit der zuständigen Behörden.

Vor über zwei Jahren ist GW954f im Wolfsgebiet Schermbeck sesshaft geworden. Seit genau dieser Zeit ist das LANUV für das sog. Wolfsmonitoring in NRW zuständig und es wurde immer noch nicht offiziell festgestellt, wie GW954f seitdem bei den Tierhaltern den (empfohlenen) Herdenschutz überwindet.

Dabei haben wir nach unserer Datenbank (www.wolfskarte-gahlen.de) 51 Risse von GW954f zu verzeichnen. Für 100 unmittelbar getötete Nutztiere und für 40 Nutztiere, die nachträglich aufgrund ihrer Verletzungen getötet werden mussten, ist GW954f verantwortlich.

Wir gehen dabei davon aus, dass auch die letzten Risse auf ihr Konto gehen. Gerade die verletzten Tiere, die nach den Übergriffen eingeschläfert werden mussten, mussten besondere Qualen erleiden. Es ist schrecklich mit ansehen zu müssen, wenn ein Schaf nach einem Kehlbiss nicht mehr richtig atmen kann und sich regelrecht zu einem Ballon aufbläht.

Auch das LANUV und die Umweltministerin des Landes NRW, Ursula Heinen-Esser, haben ihren Teil zu dieser „Erfolgsstory“ beigetragen, indem sie die Tierquälerei nicht rechtzeitig durch finales Handeln unterbunden haben.

Die Umweltministerin ist in NRW für den Tierschutz aller Tiere, nicht nur für den Schutz des Wolfes zuständig. Sie hat es anhaltend unterlassen, geeignete Maßnahmen gegen die grausame Tötung von Weidetieren durch Wölfe zu ergreifen. Damit liegt ein Verstoß gegen § 1 des Tierschutzgesetzes nahe. Die Möglichkeit, diese „Risshistorie“ von GW954f zu verhindern, bestand, aber es fehlte anscheinend die politische Entschlossenheit.

Aber konnte die Ministerin überhaupt anders handeln?

Interessanterweise ist die Umweltministerin bis vor kurzem noch davon ausgegangen, dass ein Wolf überhaupt nicht springt. Anlässlich eines Runden Tisches bei ihr in Düsseldorf am 13.01.2020, an dem auch Vertreter der beteiligten Behörden, von Umweltorganisationen, wie BUND und NABU sowie der Schafshalter teilnahmen, äußerte sie sich wie folgt:

„Wir haben aber die ganze Zeit als Land NRW gesagt, der kann nicht springen – wurde mir immer von meinen Fachleuten gesagt, muss ich ehrlich mal sagen.“

Sowohl Wolfsbefürworter als auch -gegner haben sich in diesem Moment erstaunt angeschaut. Diese ursprüngliche Fehleinschätzung wurde sogar von Herrn Christian Berge, einem energischen Wolfsbefürworter aus Niedersachsen, der auch anwesend war, widerlegt, indem er sagte, „dass wir hier in NRW einen Spezialfall haben, indem das Tier den einfacheren Weg geht“, … „dass ein Wolf selbstverständlich über einen Zaun springen kann.“

Wie-hoch-kann-ein-Wolf-springen
Was dieser Schäferhund kann, kann die Wölfin noch besser, sagt das BürgerForum Gahlen.

Aber nach den wissenschaftlichen Auswertungen des LANUV ist GW954f bisher noch gar nicht über die magische Höhe von 1,20m gesprungen, weil der bildliche Nachweis fehlt.

Die Wölfin GW 954f hat bei der ihr zugeordneten Rissereignissen jeweils stromführende Zäune zwischen 90cm und 1,20m oder mittlerweile sogar noch höher überwunden. Dies rechtfertigt zunächst die Annahme, dass das Überwinden derartiger Schutzzäune zu ihrem erlernten und gefestigten

Jagdverhalten gehört. Bisher wurden im Übrigen nirgends Untergrabespuren gefunden. Die Zäune waren meistens in der Fläche intakt, sodass denklogisch nur ein Überspringen möglich war und ist.

Insgesamt muss man aufgrund der gemachten Erfahrungen mit den LANUV-Mitarbeitern zu dem Ergebnis kommen, dass diese in ihrem Elfenbeinturm sitzen, ihre eigene Logik haben und diese leider ihr Silodenken konsequent verfolgen. Man bestätigt nur dann etwas, wenn die gegenteilige Auffassungdefinitiv nicht mehr verneint werden kann. Eine objektive Beweisführung setzt aber schon früher an und kann auch schon früher zu tragfähigen und auch zu gerichtsfesten Entscheidungen führen.

Kommunikationsprobleme nur im Schermbecker Wolfsgebiet

Die Ministerin hatte bei der von der SPD beantragten aktuellen Viertelstunde im Umweltausschuss des Landtags wohl auch kundgetan, dass die ehrenamtlichen Wolfsberater nur ungern zu uns ins Schermbecker Wolfsgebiet kommen. Das mag sicher bei dem einen oder anderen Berater so sein, denn wir sind aufgrund der gemachten Erfahrungen mit den Behörden sehr kritisch und gucken ganz genau hin. Das mag niemand gerne – ist aber leider unumgänglich. Und wenn die Ministerin sagt, dass es diese Kommunikationsprobleme nur im Schermbecker Wolfsgebiet gibt, ja, da hat sie sicher recht, weil auch nur wir eine Problemwölfin haben!

Mehrfach betonten Leitungsorgane des LANUV medienwirksam, wie wichtig Kooperation mit betroffenen Bürgern sowie Aufklärung der Öffentlichkeit für das Wolfsmanagement in NRW sind. Wie diese Kooperation dann im Detail aussieht, haben Betroffene und Mitglieder des Gahlener Bürgerforums dann erfahren. Das LANUV betreibt hier reine Einbahnstraßenpolitik. Informationen der Bürger, die an das LANUV herangetragen werden, werden zwar zur Kenntnis genommen, wichtige Hinweise zum Vorhandensein eines weiteren Wolfs sowie zur korrekten Rissbewertung werden allerdings vollkommen ignoriert.

Um mit einem Märchen an dieser Stelle aufzuräumen: Das LANUV teilte im Mai mit, dass „neben der ortstreuen Wölfin GW954f seit April das Vorkommen eines weiteren männlichen Wolfes mit der Kennung GW1587m im Wolfsgebiet Schermbeck bestätigt werden kann. Bereits am 01.01.2020 wurden am Gahlener Mühlenberg zwei erwachsene Wölfe gesehen; dies wurde dem LANUV auch am 08.01.2020 gemeldet. Spricht man LANUV-Mitarbeiter darauf an, warum man diesen Hinweis nicht entsprechend gewürdigt hat, heißt es: Wir bekommen so viele Meldungen.

So sieht also das „intensivierte“ Wolfsmonitoring aus?

Zitat aus der DZ vom 08.05.2020: „Ob es zwischen zwischen Gloria und GW1587m zu einer Paarbildung kommen wird, ist laut LANUV nicht vorhersagbar. Geschwisterpaarungen kommen bei freilebenden Wölfen nur sehr selten vor, sagen die Experten.“ Aha, woher nimmt das LANUV diese Erkenntnis? Wir haben das „sehr realistische Gefühl“, dass sich das LANUV auch hier geirrt hat.

Es sind bereits mehrfach Fälle bekannt geworden, in denen das LANUV die Einbeziehung von in den Zäunen (nachträglich zur „gründlichen“ Zaunkontrolle der Wolfsberater) gefundenen Haaren in die Rissbeurteilung abgelehnt hat. Hierbei wurde sogar nicht irgendein Wolf, sondern sogar GW954f nachgewiesen. Wenn man schon die theoretische Möglichkeit anführt, dass man diese Haare hätte auch nachträglich anbringen können, dann sollte man aber auch erklären, wie man an die Haare von GW954f hätte kommen können?

Der Logik des LANUV folgend, müsste man sogar noch einen Schritt weitergehen und dürfte gar keine Haare mehr akzeptieren, da man schließlich auch im Zeitraum zwischen Meldung beim LANUV und dem Eintreffen der Wolfsberater (Stunden später) genug Zeit hätte, die Zäune entsprechend zu präparieren. Wenn schon etwas unterstellen, dann bitte richtig!

Hier wird der Eindruck erweckt, dass jedes Indiz für ein Überwinden eines Zaunes unerwünscht ist und somit nicht Teil der Rissdokumentation werden darf. Dies würde auch die These von Herrn Dr. Kaiser vom LANUV widerlegen, dass der Wolf nur in Ausnahmefällen springen würde.

Ergänzend zum Thema Haare:

Beim Übergriff am 26.08. bei Herrn N. wurde ein Wolf nachgewiesen und es wurden auch Haare an der obersten Litze gefunden und fotografiert. Als die Wolfsberater dann am späten Nachmittag zur  Besichtigung vor Ort waren, waren die Haare vom Wind verweht. Pech gehabt! Beim nächsten Vorfall am 18.9. bei Herrn N. konnte erst sehr spät am Abend eine Meldung von Wolfshaaren an der obersten Litze an das LANUV erfolgen.

Damit diese Haare nicht wieder wegwehen und es möglichst offiziell ist, wurden im Beisein des Bürgermeisters von Schermbeck die Haare von der Litze entfernt, eingetütet und dem Bürgermeister zur Verwahrung übergeben. Bis heute hat sich niemand vom LANUV gemeldet, um mitzuteilen, wie mit den Haaren jetzt umzugehen ist?

Abgesehen davon, dass es auch eine Frage des Stils ist, sieht so also das „intensivierte“ Wolfsmonitoring aus?

In einigen Fällen argumentieren die Experten des LANUV dann mit Löchern innerhalb der Umzäunung, die dem Wolf den Durchschlupf ermöglicht haben. Bei näherer Betrachtung führen diese Löcher einen allerdings an die Grenzen menschlicher Vorstellungskraft, wenn eine deutsche Behörde ihren Bürgern erläutern möchte, wie ein ausgewachsener Wolf Löcher als Durchschlupf nutzt, die nachweislich maximal 20×30 cm groß sind oder einem Torspalt mit einer Breite von 13,5 cm entsprechen.

Der gesunde Menschenverstand sollte hier ausreichen, um zu erkennen, dass derartige Löcher nicht ausreichen, um einem Wolf einen Durchschlupf zu bieten.

Trittsiegel: „Canide?“

Erquickend waren bisher auch immer die Diskussionen mit dem LANUV, dass es möglicherweise abstrakte Einsprunghilfen (interessanterweise aber nie Aussprunghilfen!) bei Übergriffen gab.

rinderherde durchbricht Gatter in Gahlen
Foto: privat

Bzgl. der ausgebrochenen Rinderherde am 01.09. steht im Protokoll des LANUV zum gefundenen Trittsiegel: „Canide?“ – wenn man schon den Wolf verneinen möchte, dann hätte es korrekterweise heißen müssen: Canide ja – Wolf? Dass das Trittsiegel zu einem Caniden gehört, ist unseres Erachtens eindeutig.

Bei der Erstellung dieser Protokolle sollte auch aus Gründen der Sachlichkeit aufgenommen werden, ob es zu einem Vorfall bereits eine Vorgeschichte gab. So stehen die immer isoliert für sich, was den Gesamtumständen nicht gerecht wird. So hätte bei dem Protokoll zur ausgebrochenen Rinderherde auch ergänzt werden sollen, dass bereits drei Tage zuvor nebenan auf der Wiese ein Rotwildkalb durch ein Wildtier (Wolf oder Wölfe bestätigt?) zerlegt worden ist.

Im Rissprotokoll bei Herrn N. vom 25.8. wurde mangels spezifischer Fraßspuren mitgeteilt: „Ein Verdacht auf Tötung durch einen Wolf besteht somit nicht.“ Bei dem Übergriff einen Tag später „hat die genetische Untersuchung nachgewiesen, dass das Damwildkalb durch einen Wolf getötet wurde.“

Muss man nicht auch bei der Bewertung des Risses am 25.8. den Gesamtzusammenhang sehen, dass eben am Folgetag ein Wolf definitiv da war? Zumindest müsste das Protokoll einen entsprechenden Hinweis beinhalten.

Zudem widerspricht die Vorgehensweise der Kategorisierung insgesamt den eigenen Vorgaben aus dem Wolfsmanagementplan für NRW, Seite 19. Danach hätten die Risse vom 28.04.2018, 14.07.2018, 24.11.2018, 07.09.2019, 17.09.2019 sowie 11.05.2020 nicht als Falschmeldung, sondern als „C2 – bestätigter Hinweis“ geführt werden müssen. C2 wird definiert als: „von erfahrener Person überprüfter Hinweis (z. B. Spur oder Riss), bei dem ein Großraubtier als Verursacher bestätigt werden konnte. Die erfahrene Person kann den Hinweis selber im Feld oder anhand einer Dokumentation von einer dritten Person bestätigen.“

An dieser Stelle ist hervorzuheben, dass auch die Dokumentation von einer dritten Person dies bestätigen kann – es muss nicht immer nur ein Befund eines Wolfsberaters im Rahmen seiner Begehung sein! Es wird extra auf Seite 19 darauf hingewiesen: „Falsch: Falschmeldung = Hinweis, bei der ein Großraubtier als Verursacher ausgeschlossen werden konnte oder sehr unwahrscheinlich ist.“

Auch sind die Endprotokolle zu den Rissen vom 19.12. und 24.12. mangelhaft. Die Frage in beiden Protokollen „Gibt es Spuren, wo der Zaun vom Verursacher überwunden/umgangen wurde?“ wurde mit „nein“ beantwortet worden. Bei den Rissen wurden eindeutige Kratzspuren vor dem Zaun gefunden. Diese sind typisch für Wölfe, wenn sie vor einem Überspringen noch einmal die Bodenqualität kontrollieren bzw. sich für den Sprung motivieren. Von den Kratzspuren gibt es auch Fotomaterial.

Bei Frau R. kam es am 23.11.2019 auch zu einem nachgewiesenen Übergriff durch die Wölfin. Dort war eine Ecke des Zauns bei der Tatortbesichtigung heruntergedrückt und Schafswolle hing im Zaun. Es lag auf der Hand, dass die Wölfin in die Herde eindrang, die Tiere in die Ecke getrieben hat und diese dann den Zaun in ihrer Panik heruntergedrückt haben. Deutung LANUV: Der Zaun hing schon vorher herunter.

Ein Wolfsberater wurde bei diesem Übergriff herbeigerufen, weil der zweite Berater zu dem Zeitpunkt nicht die Qualifikation hatte, DNA-Proben zu nehmen. Der „Profi“ kam mit seinem Auto vorgefahren, in dem drei Hunde saßen. Bei der Rissprotokollierung muss immer die Frage vom Tierhalter beantwortet werden, ob im Gehege bzw. der Weide Hunde unterwegs sind, die eventuell die DNA-Spuren verunreinigen könnten. Aber mit drei Hunden im Auto vorfahren und direkt ohne weitere Schutzvorkehrungen die Proben nehmen, ist professionell?

Generell sollte man sich seitens der Behörden einmal Gedanken machen, wie es mit den Untersuchungen der schlecht ausgestatteten Wolfsberater weitergehen soll? Es sind Ehrenamtler, die für ihre Ausstattung und Ausgaben (Fotoapparat, Stromprüfgerät, Fahrtkosten etc.) selbst aufkommen müssen.

Seit dem 17.09.2020 werden Weidetierhalter nach einem Wolfsübergriff nur dann noch entschädigt, wenn die Empfehlungen zum Herdenschutz korrekt umgesetzt waren. Dazu gehört dann sicherlich auch die Überprüfung der Zaunspannung mit einem geeichten Messgerät.

Die Prüfung der Stromspannung eines Zaunes wurde bislang von den Wolfsberatern sehr unterschiedlich gehandhabt; mal wurde mit dem eigenen Gerät, mal mit der Hand gemessen (kein Scherz!) oder der Tierhalter nach der Stromspannung befragt.

Und für Dr. Kaiser vom LANUV ist die Zaunspannung für das Monitoring nach eigenen Aussagen sowieso nicht relevant. Da fragen wir uns, warum müssen in den Protokollen dann überhaupt Fragen zum Zaun von den Wolfsberatern gestellt werden?

Katz-und-Maus-Spiel seitens des LANUW

Dieses Katz-und-Maus-Spiel seitens des LANUW muss ein Ende haben. Wie soll der Anspruch auf Transparenz bei behördlichem Handeln umgesetzt werden, wenn das LANUW im Elfenbeinturm sitzt und sich die Welt macht, wie sie ihm gefällt? Ist dies noch fahrlässig?

Um die Frage vom Anfang („Aber konnte die Ministerin überhaupt anders handeln?“)zu beantworten: Ja konnte sie, schließlich hat sie das Thema zur Chefsache gemacht!

Wir brauchen Offenheit und Transparenz sowie objektive Rissgutachten und umfassende, einheitliche Rissdokumentationen!

Gahlener BürgerForum, Arbeitsgruppe Wolf

                       

                         

               

3 KOMMENTARE

  1. Wer ist eigentlich von euch auf die Idee gekommen einen solchen Bericht zu verfassen und Online zu stellen? Mal im Ernst, ihr macht euch doch lächerlich… Der Bericht ist so voller fadenscheiniger Behauptungen, es werden Stellungnahmen von Experten mit „gefühlten“ Kommentaren widersprochen und so weiter… Eure Beweisführung gegen das MONSTER WOLF ist doch so unglaublich das man fast denken könnte ihr glaubt tatsächlich an Rotkäppchen.
    Der Wolf soll also 140 Tiere getötet haben? Sorry aber das sind einfach selbstgemachte Leiden. Ihr könnt vielleicht auch den Bericht zur Jagdstrecke erwähnen in NRW 2019… 6.500 Rotwild, 100.000 Rehwild, 82.000 Kaninchen und Hasen und andere Tiere. Könnte das der Grund sein weshalb der Wolf nach anderen Quellen ausschau halten muss oder is das völlig abwegig? Des weiteren… Ihr hättet euch doch wenigstens die Mühe machen können und einen stabileren Zaun zu fotografieren für eure Hexenjagd als das dusselige Flatterding. Man erkennt ja wohl mit einem Blick das das Ding nichts wert ist. Dazu auch noch zu erwähnen das da Löcher drin sind… Sorry den Bericht hättet ihr doch lieber gleich in die Rundablage gepackt. Aber ok behaltet den schlechten Scherz zur Panikmache aber führt mal die staatlichen Zuschüsse auf die man beantragen kann! Da wird einem doch schlecht… Billigkeitsleistungen von bis zu 5.000,-€ pro Tier und bis zu 30.000,- im Jahr für Schadenersatz, Tierarzt, Medikamente etc. Dazu noch Zuschüsse für präventive Maßnahmen von zusätzlich 30.000,-PRO JAHR. Das ja nicht nur für gewerbliche Halter sondern ja auch noch für Hobbyhalter die noch weniger Ahnung haben als scheinbar ihr. Man stelle einfach mal den angeblichen Verlust dem Verlustausgleich gegenüber und vergleiche die Anschaffungskosten für neue Lämmer…. Da muss doch jeder mal drüber nachdenken ob das nicht geändert werden muss. Stellt doch 2 ausgebildete Kangals oder andere Wolfshunde als Hütehund zur Herde und gut. Da passiert dann nichts mehr. Da gehen dann auch keine Menschen an das Vieh heran was ja auch in anderen Fällen passieren kann, Schlagwort Diebstahl. Die Hunde Kosten vielleicht ausgebildet 2000,-€, oder von mir aus auch 5.000,-€ bezahlt doch eh der Staat, dann muss hier auch nicht wild Panik geschoben und falsche Behauptungen veröffentlicht werden das Zäune wie der oben ja nicht helfen. Ne, natürlich helfen solche Dinger aus Strickband nicht, die schaden eher denn während der Wolf drüber lacht, sind die Schafe eingesperrt und können nicht fliehen… Sorry aber das sind doch selbst gemachte leiden, dafür habe ich kein Mitleid! Dann noch so ein Bericht in dem auch noch die Politik angegangen wird und das nur mit dem Zweck druck auszuüben damit der ach so böse Wolf erschossen wird…. Seid doch froh das er wieder da ist. Der gehört hier einfach her in unsere Natur. Man muss doch einfach verstehen das sich die Natur selber regelt und der Wolf ist einfach ein Teil davon. Die entstehenden Probleme müssen wir uns leider selber ans Bei nageln und können nicht immer den Wolf, Wildschwein, Marder, oder sonstwas verantwortlich machen. Dann können wir auch gleich den Bäumen, Straßen, Häusern und unseren Nachbarn weitermachen. Die werden dann auch gleich alle platt gemacht -.-. Als Letztes nur noch eins… Kommt mir nicht auf die Idee den Kommentar zu löschen wegen angeblicher Beleidigung oder sowas. Schaut euch mal euren eigenen Bericht an, den könnt ihr dann auch gleich selber löschen!
    MfG
    Frank Meyer

    • Die Leichtigkeit mit der über die Problematik der Schafs- und Ziegenhalter bezüglich der steigenden Wolfsrudel geurteilt, gedacht und gesprochen wird, ist absolut hochmütig und zeugt von wenig Sachverstand was das tagtägliche Leben mit den Tieren angeht.
      Möglicherweise liegt eine teilweise positive Resonanz auf die Rückkehr der Wölfe daran, dass sie als Kompliment an die Renaturierung in Deutschland dargestellt wird. Ich würde mir wünschen, dass auch die Nachrichten und Fotos von den gerissenen Schafen, Ziegen, Kühen, Kälbern und Pferden in der Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit finden könnten. Auch als Tierschützer darf gesagt werden, der Wolf muss geschossen werden. Lieber heute einer als morgen zwei. Auch im Namen der Wölfe. Diese Diskussion sät Streit und treibt einen Keil zwischen die Gemeinschaft der eigentlich gleichgesinnten Tierschützer. Lieber jetzt zeitnah gemeinsam ein Ziel schaffen, bevor es noch mehr Wölfe werden. So reicht vielleicht der wenige Platz in den Wäldern und ein paar Wölfe können dort in Frieden und Freiheit leben. Es dürfen gerade so viele sein, dass sie nicht aus den weiten Wäldern heraus kommen müssen. Sobald ein Wolf in die Nähe von Ortschaften vordringt, sollte er durch Bejagung in die unbesiedelten Gebiete zurück gedrängt werden können. Ich wüßte wirklich nicht, was uns daran hindern sollte, den Wolf in Schranken zu weisen. Und das nur mit der Jagd. Und die Jäger müssen unterstützt und legitimiert werden. Meiner Meinung nach sind es nicht sie, die dann für Schäden aufkommen sollen, sondern die Gemeinschaft der Wolfsbefürworter. Alle die den Wolf ungehindert jagen lassen möchten, können für den finanziellen Ausgleich aufkommen. Mich würde interessieren, wo die Obergrenze der Wolfspopulation liegen würde und wieviel Wolfszaun gefördert würde, wenn die Befürworter selbst für den finanziellen Ausgleich aufkommen müssten. Ein naiver Gedanke, der aber vielleicht zeigt, wie schnell laute Stimmen verhallen könnten.
      Die Schäfer und Landwirte kümmern sich eigenständig um das Wohl ihrer Tiere, die Wolfsbefürworter fahren höchstens mal am Wochenende in die Heide.
      Gerade in den letzten Jahren wächst die Bereitschaft der Bevölkerung, für Produkte die nach Bio-Richtlinien gefertigt werden, mehr zu zahlen. Die Nutztiere fangen gerade an eine Stimme zu bekommen, weg von der Massentierhaltung und hin zu etwas mehr Luft und Raum. Warum muss der Wolf in der engen Struktur die wir heute nun mal haben jagen? Er ist nicht mehr der bessere Jäger, der das kranke und schwache Wild besser selektiert als ein Jäger. Er ist ein lernfähiges Raubtier, das den geringsten Widerstand wählt um sich zu ernähren. Jeder Wolf wird entdecken, dass eine eingezäunte Herde leichte Beute ist, wenn er die Scheu vor der Zivilisation verliert. Und das entstehende Blutbad wird von Kennern als artgerechtes „Surplus-Killing“ legalisiert, obwohl es auf das Gleiche herauskommt. Und das zu Lasten der Tiere die sowieso schon im Dienst für die Menschen stehen.
      Ganz davon abgesehen finde ich es persönlich unmöglich, den Schaden mit finanziellen Pflastern zu heilen. Die Schafshaltung ist weit mehr als eine Nutztierhaltung. Es ist eine Lebenseinstellung. Von meist sehr friedlichen Menschen. Es ist ein Kulturerbe. Viele Menschen halten aus ideologischgen Motiven Schafe oder Ziegen. Meine Ziegen sind durch kein Geld der Welt ersetzbar! 
      Ich möchte weder eine vom Wolf getötete Ziege noch einen vom Menschen getöteten Wolf. Aber, die Frage an die Wölfler, wie bekommt man den Wolf dazu, ausschließlich Wildtiere zu jagen? Nicht anders herum. Nicht die Frage an die Landwirte, Schäfer und Hobbyhalter nach einem Kompromiss. Das zeugt von wenig Empathie, ähnlich einer Frage nach einer einem Kompromiss den man mit einer Seuche eingehen möchte. Die Sprachlosigkeit von den Landwirten, die natürlich kein einziges Tier opfern möchten, wird dann als Sturheit gedeutet.
      Bleibt mir zu hoffen, dass entsprechende Maßnahmen gegen eine weitere Verbreitung der Wölfe endlich von den Strippenziehern ergriffen werden.

      • Sie schreiben es selbst:“ Ein naiver Gedanke“. Es werden immer weiter Wölfe kommen, egal, wieviele man tötet. Gloria würde aber ihr Revier verteidigen und so einer Vergrößerung der Wolfspopulation mit Fremdwölfen entgegen wirken. Und mal so gesagt: In mehr als 2 Jahren etwa 140 Tiere zu töten, für einen Wolf, das finde ich noch überschaubar, wenn etwa alle 6 Tage im Schnitt 1 Tier gerissen wird. Um das Reißen von Nutztieren einzustellen, sind entsprechende Schutzmaßnahmen unvermeidbar und daneben könnte man weitere Tiere auswildern und des Wolfes Nahrungsangebot vergrößern. Was nicht geht, ist vor dem kleinen Wolfsgehirn zu kapitulieren. Sehen Sie es sportlich!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Bitte den vollständigen Vor- und Nachnamen eintragen