von Jacqueline de Cillia
Veilchen, Nelken, Tulpen – alle Blumen welken? Nicht bei Blumen Stricker in Schermbeck. Wer heute am Sonntag das Fachgeschäft an der Schienebergstege betrat, wurde empfangen von duftenden Arrangements, einem liebevoll geschmückten Laden – und einer stolzen Familiengeschichte, die tief wurzelt. Das Unternehmen feierte sein 95-jähriges Bestehen. Mit dabei: zwei engagierte Floristinnen in dritter Generation, viele treue Gäste und ein Hauch von Nostalgie.
Heute war es endlich so weit: Blumen Stricker feierte mit einem großen Fest sein 95-jähriges Jubiläum. Was für ein wunderbarer Tag voller Blumen, Begegnungen und Erinnerungen! Ein herzliches Dankeschön an alle Kundinnen und Kunden, an Freunde, Familien und Wegbegleiter, die diesen besonderen Tag mit Leben gefüllt haben.

Ein Sonntag zum Blühen
Zum Jubiläum war das Geschäft festlich-blumig geschmückt. Historische Dokumente wie der Lehrbrief von 1923 oder der Vertrag von 1934 boten Einblicke in eine Zeit, in der das Handwerk noch mit Tinte und Feder besiegelt wurde. Viele Gäste kamen und gratulierten.
Vom Gärtnerlehrling zum Gründergeist
Die Wurzeln des Betriebs reichen tief: Bis ins Jahr 1923, als Friedrich „Fritz“ Stricker nach seiner Lehrzeit in einer Kunst- und Handelsgärtnerei in Wesel sein Abschlusszeugnis bekam. Darauf attestierte ihm der damalige Lehrherr „volle Zufriedenheit“, vorbildliche Leistungen in Gemüse- und Zierpflanzenbau sowie eine besonders ordentliche Bedienung der technischen Einrichtungen.

Doch wie das Leben manchmal spielt – der Sprung in die Selbstständigkeit dauerte noch ein paar Jahre. Erst Mitte der 1920er wagte Friedrich Stricker den Schritt, eine eigene Gärtnerei in Schermbeck aufzubauen.
Ein weiteres historisches Zeitdokument aus der frühen Unternehmensgeschichte: den Gärtner-Lehrvertrag von Friedrich Overbeck aus dem Jahr 1934. In feiner Handschrift auf offiziellem Briefpapier der Landesbauernschaft Rheinland gehalten, zeigt er eindrucksvoll, wie gewissenhaft und detailverliebt damals der Berufseinstieg geregelt wurde – inklusive einjähriger Probezeit und amtlicher Genehmigung.

Frauenpower in der Floristik
Und wie das Leben so spielt, blieb die Leidenschaft für alles, was grünt und blüht, auch in der nächsten Generation lebendig. Tochter Jutta Besten machte eine Ausbildung zur Floristin und brachte frische kreative Ideen in die heimische Floristik. Ihre Schwester Kerstin Stricker Jungenkrüger entschied sich für den Gartenbau, lernte von 1987 bis 1990 das Handwerk von der Wurzel bis zur Blüte und setzte 1995 mit dem Meisterbrief im Zierpflanzenbau noch eins obendrauf.
Im Jahr 2001 übernahmen die beiden Schwestern das Familienunternehmen und führen es seither mit ganzem Herzen und viel Gespür für Blumen und Menschen. Ob fröhlich, festlich oder tröstend – bei „Blumen Stricker“ finde man für jeden Moment die passende Blüte, so die beiden Inhaberinnen. Persönliche Beratung inklusive.

Blütenpracht mit Zukunft
„Blumen Stricker“ steht auch nach 95 Jahren in voller Blüte. Der Familienbetrieb verbindet Tradition mit Innovation – und bleibt dabei vor allem eins: persönlich. Denn zwischen all den bunten Blüten findet sich hier auch stets ein liebevoller Gruß, ein aufmunterndes Wort – und manchmal ein kleiner Moment, der den Tag ein bisschen heller macht.
Wir gratulieren von Herzen zu 95 blühenden Jahren und wünschen weiterhin viele erfolgreiche und farbenfrohe Jahre voller Duft, Farbe und Freude. Auf dass Blumen Stricker noch viele Generationen erfreut, mit Liebe zum Handwerk, einem offenen Lächeln und natürlich einer großen Portion Blumenglück.
























