Wie setzt sich die Verteilung der Flüchtlinge eigentlich zusammen? Kann sich eine Gemeinde für die Aufnahme bewerben, oder kann eine Gemeinde sich gegen Zuweisungen von Flüchtlingen wehren?
Die Zuteilungen oder die Verteilung von Flüchtlingen auf die einzelnen Bundesländer wird in Deutschland streng geregelt. So richtig rund und optimal läuft es momentan nicht, wie Bürgermeister Mike Rexforth ebenfalls feststellen konnte.
Nachdem die Flüchtlinge in Deutschland registriert sind,  werden die Menschen nach dem sogenannten „Königsteiner Schlüssel“ auf das gesamte Land verteilt.
Bis auf fünf Stellen hinter dem Komma genau werden die Asylbewerber in Deutschland verteilt – zugrunde gelegt wird  2/3 des Steuereinkommens und 1/3 der Einwohnerzahl der einzelnen Bundesländer.
So musste Nordrhein-Westfalen bis jetzt rund 22 Prozent, also circa 220.000 bis 230.000 der gesamt 1,2 Mill. in Deutschland aller ankommenden Flüchtlinge aufnehmen.
Schermbeck bekam davon bisher 0,095 Prozent, sprich 220 Flüchtlinge zugeteilt. Für den Kreis Wesel heißt das: 2,56 Asylbewerber pro 1000 Einwohner (458.329 Einwohner).

Darüber hinaus hat jedes Bundesland seine eigene Verteilungsmethode. Nordrhein-Westfalen etwa verteilt die Asylbewerber nach Bevölkerung und Fläche, während der Ausländeranteil und die Einwohnerzahl in Hessen berücksichtigt werden. Anders in Baden-Württemberg: Hier wird lediglich die jeweilige Bevölkerungszahl zugrunde gelegt.

Weniger Flüchtlinge in Schermbeck momentan als zum Balkankrieg
„Was die aktuelle Flüchtlingszahl in Schermbeck anbelangt, so liegt diese derzeit noch unter die Hälfte, wie zum Balkankrieg“, so Bürgermeister Mike Rexforth.
Aber es werden in den nächsten Monaten mehr asylsuchende Menschen nach Schermbeck kommen. Und  da ist jede Hilfe  aus den Reihen der Bürger gefragt. Besonders Patenschaften helfen, die Menschen in die Gemeinde zu integrieren.

Wer eine Patenschaft für einen Flüchtling, oder eine Familie übernehmen möchte, kann sich im Großraumbüro im Ecco bei der Caritas melden. Das Büro ist täglich von 8 bis 16 Uhr geöffnet. „Und wenn es nur einmal wöchentlich für wenige Stunde ist,  st das schon eine sehr große Hilfe. Besonders  auch die Flüchtlingsfrauen brauchen Ansprache und Kontakt,  denn sie sind nicht auf den Straßen unterwegs, sondern sitzen die meiste Zeit, teilweise noch sehr stark traumatisiert, in ihren Zimmern“, so Mike Rexforth.
Noch ein wenig Statistik

Was die Sprach anbelangt, so spricht der größte Teil der Flüchtlinge (Syrien, Irak, Ägypten, Libanon, Marokko, Algerien) Arabisch.  Menschen aus Afganisthan und Iran sprechen Persisch (Farsi).

Eritrea hat eine eigene Sprache, häufig verstehen die Flüchtlinge auch mitunter italienisch. Flüchtlinge aus dem Balkan sprechen häufig Türkisch, geprägt mit einem eigenen Dialekt.

Insgesamt sind 310 Asylbewerber in Schermbeck, davon 73 Frauen und 237 Männer.

Altersstruktur
Unter den Flüchtlingen befinden sich acht Kinder unter 3 Jahre
4 – 6 Jahre alt sind 14 Personen
7 bis 10 Jahre sind 17 Personen
11 bis 15 Jahre sind 15 Personen
16 bis 18 Jahre sind 12 Personen
19 bis 29 Jahre sind 129 Personen
30 bis 45 Jahre sind 93 Personen
46 bis 60 Jahre sind 14 Personen und acht Personen sind älter als 60 Jahre.
Insgesamt gibt es momentan 17 Privatwohnungen in Schermbeck, in der Flüchtlinge leben.

1 KOMMENTAR

  1. Stimmen die Zahlen über die „Flüchtlinge“ ( z.B. Frauen)? Hier ist die Rede von 73 Frauen bei 310 Personen. Im Dezember waren in Schermbeck 279 Asylbewerber, davon 143 männliche und 3 weibliche Einzelpersonen sowie 36 Familienverbände mit 56 Minderjährigen. Wo kommen plötzlich so viele Frauen her???

    Antwort: Männlich 237, weiblich 73, Gesamt 310 Flüchtlinge sowie 39 Familienverbände mit 159 Personen, daraus folgt: 151 Einzelpersonen.
    Stand 11.2.2016
    Petra Bosse

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