Bestenfalls die halbe Wahrheit… oder: Noch ist die Bücherei zu retten

Der Bürgermeister hantiert in der Diskussion immer drohend mit einem Betrag von
173.000 €, den die Bücherei kosten würde. Das ist aber bestenfalls die halbe Wahrheit.

Denn diese Summe würde nur bei einem Ausbau zu einer Bücherei „der ersten Stufe“ fällig. Das läge aber deutlich über dem jetzigen Standard und verlangt auch niemand ernsthaft.

Ein Weiterbetrieb in der jetzigen Form oder mit verstärkt ehrenamtlicher Arbeit oder mit der Übergabe an einen Verein (ähnlich wie beim Hallenbad) ist gar nicht erst diskutiert worden.
Diese Diskussion haben CDU und SPD im Ausschuss gleich abgewürgt.

Und der Hinweis auf das Haushaltssicherungskonzept von 2010 verfängt auch nicht.
Die eigentliche Entscheidung zur Schließung fiel erst kürzlich im Ausschuss.

Wie hätte sonst der Bürgermeister 2014 in seinem Wahlkampf schreiben können, dass er das Büchereiangebot in Schermbeck nicht aufgeben will? Kannte er als damaliger Kämmerer sein eigenes Haushaltssicherungskonzept nicht? Und kannten CDU und SPD mit ihren ähnlich lautenden Wahlaussagen auch nicht, was sie angeblich beschlossen hatten?

Noch ist es nicht zu spät.
Noch können Sie in der Unterschriftenliste einer Privatinitiative zeigen, dass Sie eine Bücherei in Schermbeck für wichtig halten.
Noch können Gespräche über eine Weiterführung stattfinden und Politiker und Bürgermeister durch ihren Einsatz zeigen, dass ihnen auch Bildung am Herzen liegt.
Noch kann der Rat die Entscheidung des Ausschusses wieder aufheben.
Sonst müsste man zum Schluss sagen: „Höherwertiges als Fußball oder Privatfernsehen über Glasfaser hat im Schermbecker Rat keine Mehrheit.“

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