Stellungnahme des Gahlener BürgerForums AG Wolf insbesondere zu den Äußerungen von Herrn Malzbender in der RP vom 6.11. „Landrat würde Wölfin „Gloria“ zum Abschuss freigeben – Nabu protestiert“

Peter Malzbender vom Naturschutzbund (NABU) im Kreis Wesel kritisierte jetzt in der RP den neu gewählten Landrat Ingo Brohl für seine Äußerungen zum Thema „Wolf“. „Das ist nicht von Sachkenntnis getragen“, sagt Malzbender in der RP: „Er ist Wirtschaftsjurist und vernachlässigt, wie ökonomisch das ist, wenn der Wolf da ist.“

Dazu nimmt das Gahlener Bürgerforum Stellung

Wenn Herr Malzbender dem neuen Landrat vorwirft, er habe keine Sachkenntnis und wisse nicht um die Bedeutung des Wolfes für das Ökosystem, dann beweist Herr Malzbender nur einmal mehr, dass er seine angebliche Sachkenntnis von der realen Situation vor Ort anscheinend ausblendet und lieber in seinem idealistischen Mikrokosmos verbleibt.

Woher nimmt Herr Malzbender eigentlich seine „Kenntnisse“ zum Thema Wolf? Aber Gott sei Dank spricht Herr Malzbender nicht für den gesamten NABU.

2019 hat der NABU-Bundesverband ein Positionspapier mitgetragen, wonach ein Wolf, der den erhöhten Herdenschutz von 1,20 m überwunden hat, entnommen werden muss. Das sollten sich alle NABU-Mitglieder, auch Herr Malzbender und die im LANUV arbeiten, auch einmal vergegenwärtigen.

Natürlich hat die Namensgebung „Gloria von Wesel“ durch den ehemaligen Landrat zu einer „Glorifizierung“ sowie Vermenschlichung und Verniedlichung eines Raubtieres geführt.

Die unfassbare Erfolgsbilanz von GW954f und die erheblichen, durch sie verursachten Schäden sprechen für sich. Gerade die verletzten Tiere, die nach den Übergriffen unter Schmerzen noch länger lebten und eingeschläfert werden mussten, haben besonders grausame Qualen erlitten.

Es ist schrecklich mit ansehen zu müssen, wenn ein Schaf nach einem Kehlbiss nicht mehr richtig atmen kann und sich regelrecht zu einem Ballon aufbläht. Auch dazu sagt Herr Malzbender nichts, da dies nicht mit seiner medienwirksamen Kuscheltierpolitik in Einklang zu bringen ist.

Das mehrfache, auch vom LANUV bestätigte, Überwinden des empfohlenen Herdenschutzes ohne das jemals Untergrabespuren gefunden wurden, führt denklogisch zu dem Ergebnis: GW954f überspringt diese mühelos.
Mit dem jüngsten Riss eines Ponys hat GW954f ein neues Kapitel in ihrer Erfolgsbilanz aufgeschlagen.

Vorgaben, wie nun bei Großtieren (z.B. Pferden und Rindern) wolfsabweisend gezäunt werden soll, gibt es im Übrigen noch nicht! Ebenso wird der Herdenschutz für diese Tiere nicht gefördert.
Wir haben mit GW954f auf jeden Fall eine Problemwölfin. Da helfen auch die ca. 2 Millionen Euro nicht, die das Land NRW bis jetzt für einen wirkungslosen Wolfsschutz ausgegeben hat.

Es geht nicht darum, alle Wölfe auszurotten, es geht darum, das Unwesen von Problemwölfen zu beenden – und dies sowohl zum Wohle der sich artgerecht verhaltenden Wölfe wie auch zum Wohle von Land und Leuten. Niedersachsen macht es vor.

Trotz EU-Recht sind Entnahmeentscheidungen dort möglich und von der dortigen Rechtsprechung bestätigt. Jetzt muss NRW und die Ministerin ran!

Schermbeck-Gahlen, 8. November 2020