Ehrung für den Schermbecker Literaturwissenschaftler Steffen Stadthaus

Schermbeck Eine große Ehre wurde dem Schermbecker Literaturwissenschafler Steffen Stadthaus zuteil. Der Kulturausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hat in seiner letzten Sitzung in Münster beschlossen, seinen mit 3100 Euro dotierten Förderpreis für westfälische Landeskunde in diesem Jahr an Steffen Stadthaus zu vergeben.

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Im Düsseldorfer Heinrich-Heine-Institut stellte Steffen Stadthaus im Jahre 2011 das Werk des Schermbecker Dichters Gustav Sack vor. Archivfoto Scheffler

Der Förderpreis, den der LWL jährlich vergibt, ist für Personen gedacht, die nicht an einer Universität tätig sind und in ihrer Freizeit Landesforschung betreiben oder die ehrenamtliche Forschung besonders fördern. Es soll diejenigen unterstützen, die meist ohne den ideellen und finanziellen Rückhalt einer großen Universität wesentliche Arbeitsergebnisse erbringen.

Mit diesem Preis honoriert der Landschaftsverband die Bemühungen des Schermbeckers um die Bekanntmachung des Schermbecker Dichters Gustav Sack. Im Rahmen des Projektes „Essen für das Ruhrgebiet – Europäische Kulturhauptstadt 2010“ hatte Steffen Stadthaus die Aufgabe übernommen, den Dichter Gustav Sack als Kulturträger in das Gesamtprojekt einzubringen.

Seine Ausbildung befähigte Steffen Stadthaus in besonderer Weise zu dieser Aufgabenstellung. Der Schermbecker, der 1974 in Dorsten geboren wurde, studierte an der freien Universität Berlin die Fächer Neuere Deutsche Literatur, Philosophie und Soziologie. Während des Studiums arbeitete er als freier Autor für den „Freitag“, die „Tageszeitung“ und das „Polar-Magazin“. 2009 promovierte er an der University of London.

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Im Herbst 2009 erarbeitete Steffen Stadthaus (l.) mit Schülern der Schermbecker Gesamtschule das Leben und Werk des Schermbecker Dichters Gustav Sack. Archivfoto Scheffler

Bei seinen Besuchen im Deutschen Literaturarchiv in Marbach befasste er sich im Jahre 2009 intensiv mit dem Nachlass des Dichters Gustav Sack. „Der Gustav-Sack-Nachlass galt bislang als unzugänglicher Torso“, heißt es in der Begründung des Rates für westfälische Landeskunde. Ergänzt wird: „Stadthaus hat mit Fleiß und wissenschaftlicher Akribie das Gegenteil bewiesen und zukünftigen Sack- und Expressionismus-Forschungen einen Weg gebahnt.“ Durch Stadthaus‘ Forschungen sei nicht nur der Literaturwissenschaft, sondern auch der Kulturwissenschaft ein eminent wichtiger und spannender Autor zurückgewonnen worden.

Während seines zweijährigen wissenschaftlichen Volontariates in der LWL-Literaturkommission für Westfalen erarbeitete Stadthaus Gustav-Sack-Ausstellungen im Heinrich-Heine-Museum in Düsseldorf, im Museum für Westfälische Literatur in Oelde und im Schermbecker Heimatmuseum. Mit Schülern des Literaturkurses der Schermbecker Gesamtschule erarbeitete Stadthaus das Leben und Werk Gustav Sacks. In guter Erinnerung sind vor Ort auch seine Ausführungen geblieben, die er im Rahmen der Gedenkveranstaltung für Gustav Sack im Jahre 2010 in der Kulturstube nahe der Burg zu Schermbecks berühmtestem Sohn Gustav Sack vorlegte.IMG_7439

Steffen Stadthaus arbeitete bislang an verschiedenen Projekten. Unter anderem verfasste er für die Stadt Hamm eine Studie über den westfälischen Heimatautor Heinrich Luhmann, engagierte sich in der Diskussion um „belastete Straßennamen“ in Westfalen und arbeitet in Verbindung mit dem LWL-Industriemuseum derzeit an einem Projekt über westfälische Bergarbeiterliteratur. Zusammen mit Professor Walter Gödden wirkt er an einer Hörspieledition des Gelsenkirchener Autors Michael Klaus mit. 2013 erscheint unter seiner Mitherausgeberschaft ein Sammelband zum literarischen Wirken des Bochumer Autors Wolfgang Welt. Neben diesen Tätigkeiten ist Stadthaus auch als Autor für den „Westfalenspiegel“ tätig. Helmut Scheffler

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