Sechs Fundhunde in Schermbeck seit Ende Juni – Tierheim Wesel setzt nun eine Belohnung aus

(pd). Am Donnerstag, 13. Juli wurde wieder wurde ein Hund bei Schermbeck gefunden, wieder scheu, verängstigt, mit wunden Pfoten, wundem Gesicht und voller Dermodexmilben. „Wir wussten sofort, dass dieser junge Hund aus der Zucht der anderen fünf Fundhunde stammen musste“, sagt die Tierheimleiterin Gabi Wettläufer.

Seit dem 29. Juni werden Tag für Tag Hunde in und um Schermbeck aufgegriffen. Wie die erste Hündin, die tot im Bereich der Marienthaler Straße gefunden wurde, hielt sich auch dieser ca. sechs Monate alte Hund in diesem Karree auf. „Er hat wohl nur überlebt, weil in der Nähe ein Bach verläuft, aus dem er trinken konnte – gefressen hat er jedenfalls über längere Zeit nichts“, beschreibt Gabi Wettläufer den völlig ausgehungerten, abgemagerten und mit Zecken übersäten Junghund.

Aufgrund seiner maroden Backenzähne und des schlechten Allgemeinzustandes wirkt der Hund älter als er ist. Er wird jetzt mit Spezialfutter aufgepäppelt.

Undurchsichtig

Dass dieser sechste Hund mit den anderen fünf Tieren in enger Verbindung steht, wurde bestätigt, als die Tierheimleiterin den geretteten Neuzugang am späten Abend des 12. Juli in den Hundetrakt brachte. „Eine riesige Freude bei den Hunden – sie haben sich sofort wiedererkannt“, sagt Gabi Wettläufer. Doch durchsichtiger wird diese geheimnisvolle Geschichte deswegen nicht.

Wer ist der Züchter

Wo kommen die Hunde her? Wer hat diese Hunde gezüchtet oder züchtet sie noch und entledigt sich nun einiger (oder nach und nach aller) Tiere? „Für uns ist wichtig festzustellen, dass es mindestens noch zwei Muttertiere geben muss“, erklärt die Tierheimleiterin mit Hinweis auf das Alter der Fundhunde. Fundhund Schermbeck

Der vor Tagen gerettete Welpe ist erst drei Monate alt, der aktuelle Fundhund ca. sechs Monate. „Die beiden, die sich übrigens total ähnlich sehen, haben also zwei Mütter“, folgert Gabi Wettläufer.

Drigend melden

Weil in den vergangenen Tagen immer wieder Hinweise eingingen, dass sich offenbar mehrere Hunde in den Maisfeldern bei Schermbeck verstecken, wiederholt die Tierheimleiterin ihre dringende Bitte: „Melden Sie bitte uns oder der Polizei jede Sichtung eines Hundes.

Versuchen Sie nicht, die scheuen und vielleicht sogar panischen Hunde zu fangen oder anzulocken.“ Dieser Rat ist umso wichtiger, als der letzte Fundhund ja im Bereich der Marienthaler Straße aufgegriffen wurde.

„Dieses Karree wird von der A3 und der B 70 und B 58 umzogen. Eine Flucht der Hunde Richtung Autobahn oder Bundesstraßen könnte lebensgefährliche Folgen für alle Beteiligten haben“, warnt Gabi Wettläufer.

Eine Tierfreundin hat 500 Euro für – zum Erfolg führende – Hinweise gespendet. Der Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) als Träger des Tierheims hat die Summe jetzt auf 1000 Euro aufgestockt. „Wir müssen endlich die Verursacher dieses Tierleids herausfinden“, begründet Dr. Rolf Lenzen, Schatzmeister und 2. Vorsitzende des BVT, die heraufgesetzte Belohnung. „Die Vorstellung, dass da vielleicht noch zahlreiche Hunde in fürchterlichen Haltungsbedingungen leiden müssen, ist uns allen unerträglich“, so Dr. Lenzen.

Das Tierheim Wesel erreichen Sie unter: 0281 – 566 99, [email protected]. Alle Infos auch auf www.tierheim-wesel.de und www.bv-tierschutz.de

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