Vorstände und Offiziere beider Gilden leisteten Arbeitsdienste
Schermbeck Der Parkplatz im Winkel zwischen Tiefer Weg und Waldweg unweit des ehemaligen Hotel-Restaurants „Haus Hecheltjen“ fristet das ganze Jahr über eher ein kärgliches Dasein. Autos kommen und gehen, und kaum jemand spürt beim Aus- und Einsteigen jene Bedeutung, die dem mit mehreren Baumreihen bestandenen Platz am ersten Wochenende nach dem 8. Juli alljährlich von den Vollblut-Kilianern beibemessen wird.
Damit die Gäste beim  nicht im hohen Gras stolpern oder in Müll oder Glasscherben treten, ist vor Kilian stets ein Großreinemachen angesagt. Früher waren es nur die Offiziere, die als Putzkolonne anrückten. Inzwischen packen auch die an den Festtagen schwarz befrackten Herren des Vorstands kräftig an, wenn dem Platz mit Rasenmähern, Harken und Besen ein Outfit verliehen werden soll, das so recht nach dem Geschmack gekrönter Häupter sein kann.

Mitglieder des Vorstands und des Offizierskorps der Schermbecker Kilianer säuberten am Samstag die Vogelrute am Waldweg. Foto: Helmut Scheffler
Mitglieder des Vorstands und des Offizierskorps der Schermbecker Kilianer säuberten am Samstag die Vogelrute am Waldweg. Foto: Helmut Scheffler

Wegen der angekündigten brütenden Hitze war der Arbeitsdienst am Samstag zwei Stunden früher als üblich zusammengerufen worden. Da der gemeindliche Bauhof das Mähen des Rasens bereits erledigt hatte, blieb dem Arbeitsdienst mehr Zeit, die Pflanzringe an den etwa 40 Ahornbäumen vom hohen Gras, von Brennnesseln und Disteln, aber auch von all dem zu befreien, was rücksichtslose Zeitgenossen am Ende ihres Ausflugs als Zivilisationsreste hinterlassen hatten. Das Dach des Schießstandes wurde gereinigt, die Pflasterfläche gefegt und morsche Stützpfähle für die Bäume beseitigt. Beteiligt waren Major André Anschütz, Hauptmann Markus Redeker, Majorsadjutant Philipp Nuyken, Königsadjutant Michael Matuszczak, Fahnenträger Pascal Lubnau und die Vorstandsmitglieder Uwe Lubnau, Markus Hindricksen und Michael Beltermann. Zur Belohnung gab es vom König Bernd Holtmann jede Menge Sprudelwasser, vom Präsidenten Rainer Gardemann Brötchen mit großen Rämmeln Fleischwurst und vom Festwirt Marc Grothoff nach getaner Arbeit Bier.

Kiliangilde Schermbeck
Das Umfeld der Königsschilder-Halterung wurde besonders gesäubert. Dort stehen König Bernd Holtmann und Königin Kerstin Hoppe am kommenden Montag, wenn die Schützen nach dem Betreten der Vogelrute zur kleinen Parade befohlen werden. Auf dem gesäuberten Platz wird am Montag den Schützen ein Frühstück serviert, um sie nach durchzechter Nacht wieder aufzupäppeln und fit zu machen fürs anschließende Königsschießen am Nordrand des Platzes, wo um die Mittagszeit der vom Vogelbauer Norbert Grewing in dritter Generation gebaute Vogel in seine Einzelteile zerlegt werden soll.
Auch die Altschermbecker Kilianer haben unter der Leitung von Oberst Hans-Jörg Teske jede Menge Manpower eingesetzt, um ihren Festplatz an der Freudenbergstraße herzurichten. Vorstand und Offiziere mähten den Rasen, schnitten die Hecken, sammelten Müll ein und wurden für ihre Fleißarbeit vom König Markus Fasselt mit Bier verwöhnt.
Am Donnerstag wird die Vogelrute bei Große-Ruiken an der Erler Straße hergerichtet. Absperrungen werden vorgenommen, die Fahnenmasten auf Vordermann gebracht und die Kinderbelustigung vorbereitet. Auch das Kolpingzelt wird aufgebaut, das am Schützenfest-Montag zum Treffpunkt beider Gilden wird, wenn die Schermbecker Kilianer während einer Schießpause der Schwesterngilde in Altschermbeck einen Besuch abstatten. H.Sch.

Kiliangilde Schermbeck

Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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