Gahlener Kirchenchor feiert am 11. November sein 50-jähriges Bestehen

Mit einem Jubiläumskonzert feiert der Chor der Evangelischen Kirchengemeinde Gahlen am Sonntag (11.) sein 50-jähriges Bestehen. Das Konzert beginnt um 17 Uhr in der Gahlener Dorfkirche.

Die Auftritte des Kirchenchores, des Posaunenchores Gahlen, des Männergesangvereins Gahlen, des Instumentalensembles sowie der Solisten Julia Nikolajzyk (Sopran) und Rolf Schneider (Bass) stehen unter der Leitung von Kirchenmusikerin Annelie Twachtmann. Zum musikalischen Programm gehören unter anderem Werke von Buxtehude, Bach und Gounod.

Im Jubiläumsjahr 2018 wird der Kirchenchor von Annelie Twachtmann (vorne, 5.v.r.) geleitet. Foto: Helmut Scheffler

Am 9. Dezember werden die Jubiläumsfeierlichkeiten mit einem Festgottesdienst um 9.30 Uhr in der Friedenskirche auf der Hardt fortgesetzt. In der Friedenskirche gestaltet der Kirchenchor gemeinsam mit dem Kirchenchor St. Nikolaus ein festliches Programm zum 2. Advent. Beide Chöre singen in freundschaftlicher Verbundenheit seit Jahren gemeinsam in den Gottesdiensten zu den Gemeindenfesten auf der Hardt.

Ein Foto aus dem Gründungsjahr 1968: Pfarrer Dieter Krüger war damals der Chorleiter. Er behielt die Leitung bis zu seinem Fortzug im Jahre 1973. Repro: Helmut Scheffler

 Um den Vorläuferchor des jetzigen Jubiläumschores war es in den 1960er-Jahren ruhig geworden, Grund genug für Wilma Nötzelmann, den neuen Pfarrer Dieter Krüger kurz nach seinem Amtsantritt in Gahlen im Juli 1968 regelmäßig zu drängen, das Chorleben zu erneuern. Ob es nun die Bitten der Gemeindeglieder waren, die den Dorfpfarrer schließlich bewegten, neben seiner seelsorgerischen Arbeit auch Förderer sakraler Musik zu werden, oder das gute Zureden seiner Frau Hildegard, einer begeisterten Cellospielerin, weiß niemand mehr so recht zu sagen. Jedenfalls belegte Pfarrer Krüger mehrere Dirigierkurse, um sich auf das Amt eines Chorleiters vorzubereiten.

Im Jahre 1985 leitete Wilhelmine Papsdorf den Chor der Evangelischen Kirchengemeinde Gahlen. Archivfoto: Helmut Scheffler

Im September 1968 trafen sich erstmals etwa 20 bis 25 sangesfreudige Gahlener Frauen und Männer, um Kirchenlieder einzustudieren. Weihnachten 1968 sang der neue Chor erstmals öffentlich in der Kirche. Die Aufgaben des Kirchenchores, die bis auf den heutigen Tag in gleicher Weise anerkannt werden, schrieb die Satzung vor: „Er versieht ein gottesdienstliches Amt, mit dem er der Gemeinde durch das gesungene Wort Gottes dient und so zur Verkündigung beiträgt.“ Noch im selben Jahr ließ es sich der Kirchenmusikdirektor Freymann aus Wuppertal nicht nehmen, während eines Singwochenendes im Gahlener Gemeindehaus die Stimmbildung der Chormitglieder systematisch zu schulen.

Im Juni 1970 nahm der Chor am rheinischen Kirchenmusikfest in Wesel teil. Zwei Jahre später wurde in der Gahlener Dorfkirche – zusammen mit dem Hervest-Dorstener Posaunenchor – das erste Osterkonzert gefeiert.

Bevor Pfarrer Krüger im Mai 1973 die Gemeinde Gahlen verließ, gelang es ihm, die graduierte Religionspädagogin Wilhelmine Papsdorf als neue Chorleiterin zu gewinnen. Unter ihrer Leitung wuchs der Chor schon bald von 20 auf 35 Sängerinnen und Sänger an, wodurch das Singen vierstimmiger Sätze möglich wurde. Als 1978 Superintendent Trauthig im Anschluss an die Darbietung einer vorzüglich einstudierten Motette und mehrerer Spirituals der Gemeinde Gahlen den Beinamen „singendes Dorf“ gab, war dies ein ganz besonderer Ansporn.

47 Sängerinnen und Sänger gehörten 1985 dem Chor an, der im Februar 1987 von Johannes Henkel übernommen und von ihm bis zu seinem Tod im Jahre 2001 geleitet wurde. Auch unter seiner Leitung wurde das Lieder-Repertoire permanent erweitert, wozu auch das Liedgut aus dem weltlichen Bereich gehörte. Diese Lieder eigneten sich hervorragend bei den regelmäßigen Chorfreizeiten und wurden auch von den Bewohnern des Schermbecker Marienheims mit sehr viel Applaus bedacht, wenn der Chor regelmäßig das Karnevalsprogramm mitgestaltete.

Nach Wolfgang Sansens kurzem Chorleiter-Intermezzo im Jahre 2001 übernahm Annelie Twachtmann im Jahre 2002 die Leitung des Chores. Die ausgebildete Kirchenmusikerin absolviert mit dem Chor alljährlich ein umfangreiches Jahresprogramm. H.Sch.

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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