Messwerte des Grundwassers im Raum Xanten liegen vor

Der Verein zum Schutz des Rheins und seiner Nebenflüsse legt die Ergebnisse der Brunnenwasseruntersuchung in Xanten vor.

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Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der VSR-Gewässerschutz bei den Brunnenwasserproben festgestellt, die im Rahmen seiner Informationsveranstaltungen am 3. Juli in Xanten abgegeben wurden. In jeder vierten untersuchten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Insgesamt 45 Wasserproben aus privat genutzten Brunnen nahmen Lina Remme, Mitarbeiterin im Bundesfreiwilligendienst, und Harald Gülzow,
Projektleiter, aus dem Raum Xanten – Sonsbeck – Alpen für die Untersuchung
entgegen. Ein Grund für die hohen Belastungen ist die intensive
Landwirtschaft. Diese hat sich in den letzten 10 Jahren immer weiter
ausgebreitet. Gleichzeitig konnte die umweltverträglichere Form der
Landwirtschaft – der ökologische Landbau – kaum wachsen. Hier müssen vor
allem die Verpächter handeln. Der VSR-Gewässerschutz rät Gemeinden, Kreisen
und Kirchengemeinden dazu, ihre landwirtschaftlichen Flächen in Zukunft nur
noch ökologisch bewirtschaften zu lassen.

Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei den Untersuchungen 165
Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Sonsbeck.
Weitere mit Nitraten stark verschmutzten Brunnen stellten die
Umweltschützer in Marienbaum mit 70 Milligramm pro Liter (mg/l), in Vynen
mit 96 mg/l, in Beek mit 78 mg/l und in Birten mit 72 mg/l fest. Das Wasser
ist wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum
Trinken geeignet. Besonders wichtig ist außerdem, dass derart belastetes
Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt wird. Es besteht die
Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Abgestorbenen
Pflanzen können anschließend zu Fischsterben führen. Nitratbelastetes
Grundwasser führt beim Bewässern zu einer zusätzlichen Düngung. Diese muss
in die Berechnung über den Stickstoffbedarf der angebauten Pflanzen
miteinbezogen werden. Nur so kann eine Überdüngung und eine
Nitratanreicherung in Gemüse verhindert werden. Bürger können dem Verein
eine Wasserprobe mit der Post zusenden, falls sie wissen möchten, ob sie
auch von der hohen Nitratbelastung betroffen sind. Informationen dazu
erhält man auf der Homepage https://www.vsr-gewässerschutz.de/analyse/.

Der ökologische Landbau hat weit strengere Düngevorschriften als in der
Düngeverordnung festgesetzt. Es wird auf den Einsatz von chemisch-
synthetischen Stickstoffdünger verzichtet. Außerdem kommt es zu weitgehend
geschlossenen Nährstoffkreisläufen, da die Zahl der Tiere sich an der
Fläche orientiert, die dem Betrieb zur Verfügung stehen.
Nährstoffüberschüsse werden somit bestmöglich vermieden. Der VSR-
Gewässerschutz begrüßt deswegen, dass ökologisch erzeugte Produkte in den
letzten Jahren immer stärker gefragt sind. „Das freut uns als
Gewässerschützer. Jedoch verbessert die Nachfrage für ökologisch erzeugte
Produkte nicht die Grundwasserqualität in Nordrhein-Westfalen. Dort werden
nicht mal 6 % der landwirtschaftlichen Flächen vom ökologischen Landbau
bewirtschaftet. Der große Bedarf wird inzwischen mit weit transportierten
Lebensmitteln gedeckt.“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-
Gewässerschutz.

Jahrzehntelang haben die landwirtschaftlichen Verbände darauf hingewiesen,
dass sie produzieren, was die Bürger kaufen. Damit haben sie den Einkäufer
für die Grundwasserbelastung verantwortlich gemacht. Viele Bürger ernähren
sich heute jedoch anders als vor 20 Jahren. Es werden wesentlich mehr
ökologische Produkte gekauft. Deswegen ist es dringend an der Zeit, dass
der ökologische Landbau stärker gefördert wird. Viele ökologische Betriebe
würden gerne wachsen, bekommen aber keine weiteren landwirtschaftliche
Flächen. Gemeinden, Kreise und Kirchengemeinden können diese Betriebe
unterstützen und ihnen ihre landwirtschaftlichen Flächen verpachten. So
können auf diesem Land die Wünsche der Bürger berücksichtigt werden. Der
Gartenbesitzer kann sich über eine geringere Nitratbelastung seines
Brunnenwassers freuen und wieder Brunnenwasser statt kostbares
Leitungswasser nutzen.

Geldern, im August 2018

Dipl.-Phys. Harald Gülzow, Pressesprecher

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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