Jährliche Erinnerung der Gesamtschule Schermbeck an die Reichsprogrammnacht und Mauerfall

In diesem Jahre konnte die Traditionsveranstaltung mit Schulleiter Norbert Hohmann und dem stellvertretenden Bürgermeister Ulrich Stiemer wieder stattfinden.

Gesamtschule Schermbeck gedenkt der Pogromnacht

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 brannten in Deutschland Synagogen und jüdische Geschäfte. Zahlreiche Menschen jüdischen Glaubens wurden eingeschüchtert, verhaftet oder getötet. Etwa 1.300 Menschen starben in der Reichspogromnacht oder in den Tagen danach. Dass es flächendeckend zu derartigen Ausschreitungen kommen konnte, lag an der Rückendeckung von offizieller Seite. So wies der Chef der Sicherheitspolizei Reinhard Heydrich noch am 10. November in einem Schreiben darauf hin, dass die Geschäfte und Wohnungen von Juden nur zerstört, aber nicht geplündert werden dürften. Auf staatliche Hilfe konnten die jüdischen Mitbürger also nicht hoffen, und die Randalierer hatten keinerlei Strafverfolgung zu befürchten.

Pogromnacht Schermbeck

Gedenkstätten in Schermbeck

Wie so viele Ereignisse musste im vergangenen Jahr auch die jährliche Erinnerung der Gesamtschule Schermbeck an die Reichsprogrammnacht und den Mauerfall, der 51 Jahre später auf das gleiche Datum fiel, abgesagt werden.

In diesem Jahre konnte die Traditionsveranstaltung mit Schulleiter Norbert Hohmann und dem stellvertretenden Bürgermeister Ulrich Stiemer wieder stattfinden. Schülerinnen und Schüler der Q2-Geschichtskurse hatten das Thema gemeinsam mit den Lehrkräften, Anna Zerhusen, Kai Heister und Melanie Prause, die leider nicht persönlich dabei sein konnte, erarbeitet. Am 11. November präsentierten sie das Ergebnis bei einem Rundgang, der um 14:00 Uhr auf dem Schulhof begann und an verschiedenen Gedenkstätten vorbeiführte, die an jüdisches Leben in der Gemeinde erinnern. Dazu gehörten die Stolpersteine in der Georgstraße ebenso wie ein Besuch des Jüdischen Friedhofs, auf dem Kerzen angezündet und Steine auf die Gräber gelegt werden konnten. An einem Teilstück der Berliner Mauer endete der Rückblick in die deutsche Geschichte.

Berliner Mauer Gesamtschule Schermbeck
Ein Teil der Berliner Mauer steht auf dem Schulhof der Gesamtschule Schermbeck. Foto: Ralf Meier

Vorträge erarbeitet

Mit interessanten Vorträgen an den verschiedenen Stationen ist es den Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule Schermbeck gelungen, den längst in Vergessenheit geratenen Opfern von damals zumindest für einen kurzen Moment wieder eine Stimme zu verleihen. Menschen, die über Generationen tief in der Gemeinde verwurzelt und aktiv am Vereinsleben beteiligt waren. So wie die Familie Schönbach, die nach der Reichspogromnacht zuerst nach Berlin geflohen und später nach Riga deportiert worden ist. Dazu wurden auch Originalzitate von Menschen verlesen, die das ganze Ausmaß der Schrecken jener Nacht miterlebt haben.

Jüdischer Friedhof in Schermbeck

Zurück auf dem Schulhof gab es zum Abschluss noch einen Zeitsprung zum 9. November 1989. Zu dem Tag, an dem die Berliner Mauer gefallen ist. Dank der Spende eines Schermbeckers steht seit 2014 ein künstlerisch bearbeitetes Stück dieser Mauer mit einem Porträt des südafrikanischen Freiheitskämpfers Nelson Mandela vor der Gesamtschule. Auch dieses Thema hatte die Q2 beleuchtet. Ein interessanter Nachmittag, mit spannenden Einblicken in die deutsche Vergangenheit.