Drevenack Als der Bahnhof Peddenberg im Hünxer Ortsteil Drevenack im Jahre 1874 eröffnet wurde, da gab es den Drevenacker Männergesangverein „Harmonie“ noch gar nicht. 42 Jahre nach der Auflassung des Bahnhofs im Jahre 1974 geht in dem ehemaligen Bahnhofsgebäude jetzt die Post so richtig ab ab. Für neues Leben im alten Gebäude sorgt der MGV „Harmonie“, der 1919 gegründet wurde.
Seit mindestens 20 Jahren probten die „Harmonie“-Sänger in der Drevenacker Gaststätte „Zum Trotzenberg“. Als diese Gaststätte, die zugleich Vereinslokal war, zum Jahresende 2015 von den Pächtern Monika und Stefan Müller unangekündigt geschlossen wurde, mussten die Sänger nach einem neuen Probenlokal Ausschau halten.

Unter Leitung von Christoph Soyka (stehend, 2.v.l.) probt der Männergesangverein Drevenack seit Januar 2016 im ehemaligen Bahnhof Peddenberg. Foto: Helmut Scheffler
Unter Leitung von Christoph Soyka (stehend, 2.v.l.) probt der Männergesangverein Drevenack seit Januar 2016 im ehemaligen Bahnhof Peddenberg. Foto: Helmut Scheffler

„Im Gemeindehaus trafen sich die Sänger, um die neuen Situationen zu überprüfen“, stellt der in diesem Jahr gewählte Vorsitzende Klaus Lehmkuhl in der Rückschau fest. Einige Optionen wurden geprüft. Schließlich fand man eine einvernehmliche Lösung mit Johannes Hoves, dem Eigentümer des alten Bahnhofs. „Die Räumlichkeiten in diesem Gebäude eignen sich ideal für den Probenbetrieb des Chores“, berichtet Schriftführer Professor Dr. Horst Hejny und ergänzt, „in Verbindung mit den Außenanlage ergeben sich außerdem Möglichkeiten für Veranstaltungen in der wärmeren Jahreszeit.“ Als Vereinslokal sei die Gaststätte „Alt Peddenberg“ im Gespräch.MGV Harmonie drevenack2 (43)
Die beigefügten Fotos haben nahezu historische Bedeutung. Sie entstanden am 1. Februar im Rahmen der zweiten Probe in der neuen „Harmonie-Heimat“. Der Wechsel ins neue Haus war für den Sänger Werner Schmellenkamp Grund genug, vor Beginn der Probe die übrigen Sänger mit einem Schnäpschen zu verwöhnen. „Das schmiert die Kehle und erhöht die Geselligkeit“, ist Schmellenkamp überzeugt. Niemand widersprach. Doch bevor Leser auf falsche Gedanken kommen, sei erwähnt, dass zügig mit der Probenarbeit begonnen wurde.MGV Harmonie drevenack2

Nach einer etwa zehnminütigen Schulung der Atemtechnik und erforderlichen Stimmbildungsmaßnahmen begann Chorleiter Christoph Soyka mit dem Gesang von Liedern aus dem umfangreichen Repertoire. Manfred Bühlers „Zauber der Musik“ hat Symbolcharakter für die Auffassung der Sänger. Sie lieben deutsches Liedgut aus mehreren Epochen der deutschen Kulturgeschichte, haben modernes Liedgut und Schlager bis hin zu fetzigen Abba-Songs inzwischen genauso verinnerlicht wie Volkslieder und Songs von der Waterkant.
Drei Jahre haben die Sänger Zeit, sich auf ihre 100-Jahrfeier im Jahre 2019 vorzubereiten. In einem ersten Schritt wird daran gearbeitet, wieder ein ganz großes Konzert zu gestalten, wie es zuletzt im Jahre 2006 in der Turnhalle am Buschweg stattfand.MGV Harmonie drevenack2 (1)
Zum musikalischen Jahresprogramm gehören derzeit die Beteiligung am Pfingstsingen auf dem Kirchplatz, die Teilnahme an der Gedenkfeier, zu der sich Drevenacker Vereine und Bürger am Volkstrauertag am Ehrenmal versammeln, und die gemeinsam mit dem „Haus Kilian“ in der Schermbecker Georgskirche veranstaltete Adventsandacht. Gesellige Höhepunkte sind die Chorfahrten. Die zweitägige Fahrt nach Bremen im vergangenen Jahr ist den Sängern in bester Erinnerung geblieben. H.Sch.

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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