Im Schermbecker Ramirez wurde das ZEELINK-Projekt vorgestellt

Schermbeck Die geplante Gasleitung „ZEELINK“ wird auch den Raum zwischen Wesel, Schermbeck und Raesfeld berühren.

Für die Bewohner dieses Raumes gab es am Donnerstagabend im Schermbecker „Ramirez“ eine zweistündige Informationsveranstaltung, an der sich etwa 80 Bürger aus Schermbeck und seinen Nachbarkommunen beteiligten.
Bislang kommt Erdgas in zwei unterschiedlichen Formen zum Einsatz. L-Gas besitzt einen niedrigen Methangehalt, H-Gas einem höheren Methangehalt. Bis 2030 wird die Förderung von L-Gas um 90 Prozent sinken. Um die Endgeräte bei Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden mit H-Gas beliefern zu können, müssen neue Leitungen verlegt werden. Die ZEELINK-Fernleitung ist ein Teil des zu ergänzenden Leitungsnetzes. Verantwortlich für die Planung und den Bau des ZEELINK-Projktes ist die Firma „Open Grid Europe GmbH“. Die Firma investiert für das Projekt ZEELINK rund 600 Millionen Euro und schließt dabei das deutsche Erdgasnetz und das LNG-Terminal in Zeebrügge an. Es ist eines der wichtigsten Projekte im Nationalen Entwicklungsplan (NEP) Gas 2015.

Eugen Ott und Franz-Josef Kissing (v.l.) stellten das ZEELINK-Projekt in Schermbeck vor. Foto: Helmut Scheffler
Eugen Ott und Franz-Josef Kissing (v.l.) stellten das ZEELINK-Projekt in Schermbeck vor. Foto: Helmut Scheffler

Details der Planungen stellten Projektleiter Franz-Josef Kißing und der Mitarbeiter Eugen Ott im Ramirez vor. „ZEELINK nimmt nicht den kürzesten, sondern den sinnvollsten Weg durchs Land“, stellte Kissing fest. Ein solche Trasse müsse technisch realisierbar, umweltschonend und genehmigungsfähig sein. Auf der Basis von Geodaten und Begehungen wurden ein zentraler Korridor für den Trassenverlauf und Alternativen für diesen Korridor festgelegt.
Auf dem Weg von Aachen nach Legden in Westfalen führt die spätere Leitung auf einer Länge von 215 Kilometern durch NRW. Den Kreis Wesel berührt die Leitungstrasse zwischen Kamp-Lintfort und Schermbeck.

Als Diskussionsgrundlage wurden ein „günstigster Korridor“ für die Leitungstrasse und einige Alternativen festgelegt. Der günstigste Korridor kommt von Kamp-Litfort, quert den Rhein nördlich von Rheinberg, führt über Voerde und Hünxe durch Drevenack und nördlich des Dämmerwaldes nach Raesfeld auf westfälischen Boden (siehe dunkelgelbe Linie auf der Karte).

Die südliche alternative (hellgelbe Linie) führt von Kamp-Lintfort südlich an Rheinberg vorbei, durch Dinslaken und dann auf direkten Weg durch Gartrop und Damm nach Uefte und dann weiter nach Reken. Die nördliche Alternative führt linksrheinisch von Kamp-Lintfort nach Xanten, von dort südlich an Hamminkeln vorbei in Richtung Borken. Diese Trasse würde Schermbeck nicht berühren.

Keine Trasse ist bislang von irgendeiner Behörde oder Kommune gebilligt worden, weil das Raumordnungsverfahren erst im Frühjahr 2016 beginnt. Für die Bewertung des Kreis Weseler Trassenteiles ist die Bezirksregierung in Münster zuständig. Im Rahmen dieses Verfahrens wird die Raumverträglichkeit geprüft.

Die zuständigen Behörden, die berührten Kommunen und die Träger öffentlicher Belange können das Projekt bewerten. Die Vertreter der Firma Open Grid Europe gehen davon aus, dass im Herbst 2016 die Ergebnisse dieser Beteiligungen ebenso vorgestellt werden können wie ein wesentlich exakterer Verlauf der endgültigen Trasse.

Die Besucher der Informationsveranstaltung im Ramirez interessierten sich am Donnerstag vor allem für die geplanten Trassenführungen. Foto: Helmut Scheffler
Die Besucher der Informationsveranstaltung im Ramirez interessierten sich am Donnerstag vor allem für die geplanten Trassenführungen. Foto: Helmut Scheffler

Die Firma rechnet damit, dass mit dem anschließenden Planfeststellungsverfahren Mitte 2017 begonnen werden kann und dass die Bagger frühestens 2019 mit der Arbeit beginnen können. Die Inbetriebnahme der Leitung ist für den 31. März 2021 geplant.
Sobald die Trasse festliegt, werden konkrete Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern und Bewirtschaftern geführt. Die Leitungstrasse für die 120 Zentimeter dicke Leitung wird zehn Meter breit sein und grundbuchlich gesichert werden. Die Bewirtschafter der Flächen werden für die Ernteausfälle während der Bauzeit entschädigt.
Über das Projekt kann man sich auch über die website www.zeelink.de informieren. Seit November 2015 informiert ein Online Newsletter quartalsweise in fünf Rubriken über den aktuellen Projektstand Er kann kostenlos per E-Mail abonniert werden und ist unter www.zeelink.de jederzeit abrufbar. H.Sch.

Die Karte zeigt die favorisierte Trasse (dunkelgelb) und die alternativen Trassen (hellgelb) der geplanten Gasleitung. Foto: Helmut Scheffler
Die Karte zeigt die favorisierte Trasse (dunkelgelb) und die alternativen Trassen (hellgelb) der geplanten Gasleitung. Foto: Helmut Scheffler
Die Karte zeigt die favorisierte Trasse (dunkelgelb) und die alternativen Trassen (hellgelb) der geplanten Gasleitung. Foto: Helmut Scheffler
Die Karte zeigt die favorisierte Trasse (dunkelgelb) und die alternativen Trassen (hellgelb) der geplanten Gasleitung. Foto: Helmut Scheffler
Die Karte zeigt die favorisierte Trasse (dunkelgelb) und die alternativen Trassen (hellgelb) der geplanten Gasleitung. Foto: Helmut Scheffler
Die Karte zeigt die favorisierte Trasse (dunkelgelb) und die alternativen Trassen (hellgelb) der geplanten Gasleitung. Foto: Helmut Scheffler

Die Firma „Open Grid Europe“ hat ihren Sitz in Essen. Das Unternehmen verfügt über jahrzehntelange Erfahrungen in der Technik und im Betrieb von Ferngasleitungen. Mit zirka 1650 Mitarbeitern betreibt sie das längste Fernleitungsnetz in Deutschland. Das Pipelinenetz der Firma ist rund 12000 Kilometer lang, verfügt über 17 Grenzübergangspunkte und 1100 Einspeisungspunkte. H-Gas und L-Gas werden transportiert. Dazu dienen 27 Kompressionsstationen mit 97 Einheiten.

Nach Informationsveranstaltungen in Erkelenz, Korschenbroich und Stolberg war Schermbeck der vierte Standort für Informationen über das ZEELINK-Projekt. Die nächsten Informationen finden am 29. Februar in Tönisvorst statt, am 1. März zwischen 18 und 20 Uhr im Rathaussaal in Alpen, am 2. März zwischen 18 und 20 Uhr in der Westmünsterlandhalle in Heiden. Informationen bietet auch die website www.zeelink.de.

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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