Heimatgeschichte spielerisch entdecken

Schermbeck. Hier ist ein Spielplatz mit 1000-jähriger Heimatgeschichte entstanden: Im Neubaugebiet Borgskamp. Am Freitag hat die Schermbeck Boden GmbH den Motte Spielplatz offiziell an die Gemeinde Schermbeck übergeben.

Pünktlich zur Spielplatz-Übergabe eröffnete der Heimatverein eine passende Ausstellung. So können sich die Kleinen sowohl auf dem neuen Spielplatz als auch in der Ausstellung auf Spurensuche begeben. Genauer: Auf die Spur der Motte. Nicht etwa dieses kleine Insekt, das wohl niemand gern in seinem Kleiderschrank beherbergen möchte.

Ein Spielplatz mit Geschichte

Es handelt sich bei der „Motte“ um eine mittelalterliche Burg. Sie stand genau dort, wo der Spielplatz jetzt ist. Eine echte Turmhügelburg. Der Spielplatz ist ihr nachempfunden worden. Sie lässt Raum für Fantasie, Spiel und spannende Geschichten für die Kinder, die die Zukunft sind.

Alle Beteiligten freuen sich, dass eine gute Lösung mit dem Burg-Spielplatz gefunden wurde. Foto: Marie-Therese Gewert

Schätze aus alten Zeiten

Schon vor einigen Jahren hatten Volksbank und Sparkasse das Baugebiet erschlossen. Unter der Erde lagen viele Jahrhunderte lang Schätze aus alten Zeiten verborgen. Bei den Bauarbeiten fanden sich Reste der alten Burg. „Sie sprechen für eine lebendige Schermbecker Geschichte“, sagte Bürgermeister Mike Rexforth und fühlte sich gleich selbst noch einmal wie ein Kind. Rutschte die Rutsche der Burg herunter.

Mike Rexforth probiert den Spielplatz am Borgskamp gleich einmal selbst aus.
Foto: Marie-Therese Gewert

2014 hatte Schermbeck mit den Bauarbeiten im Baugebiet die Chance, die mittelalterliche Motte archäologisch zu untersuchen. Sie zeugen von dem mittelalterlichen Leben in Schermbeck. So geht die Ausstellung unter anderem darauf ein und präsentiert auch einige Fundstücke, die gerettet wurden. Wer mehr erfahren möchte, kann die Ausstellung im Heimatmuseum Schermbeck besuchen.

Der Spielplatz bildet den Schlusspunkt

„Wir sind stolz, auf das, was wir hier errichtet haben“, betonte Rainer Schwarz der Volksbank Schermbeck. Seit 2014 sind 50.000 Quadratmeter bebaut worden. 80 Grundstücke entstanden. Die Kosten belaufen sich auf etwa 35 Millionen. In dem Neubaugebiet leben mittlerweile über 250 Menschen. „Für uns ist es heute ein Schlusspunkt“, erklärte auch Friedrich-Wilhelm Häfemeister der Niederrheinischen Sparkasse.

Eine Tafel am Spielplatz gibt nähere Infos zur Motte.
Foto: Marie-Therese Gewert

Die Historie der Motte wird ausgestellt

Zufällig stießen sie zwischendurch auf die historische Motte. Von der keiner wirklich wusste, dass sie da ist. Luftaufnahmen gaben die letzte Gewissheit. Gewissheit darüber, dass es sich tatsächlich um eine solche Burg handelte.

Rolf Blankenagel vom Heimat- und Geschichtsverein Schermbeck freute sich, die mittlerweile schon 53. Ausstellung eröffnen zu dürfen. Fynn Jungenkrüger aus Schermbeck, Geschichtsstudent in Berlin, hatte zuvor den entscheidenden Beitrag geleistet. Er hatte die Ausstellung ins Leben gerufen.

Die Ausstellung ist sonntags von 10 bis 16 Uhr sowie auf Anfrage geöffnet. Auch am 13. September, dem Tag des Denkmals. Weitere Infos unter http://www.heimatverein-schermbeck.de/

Rainer Schwarz, Friedrich-Wilhelm Häfemeister und Mike Rexforth machten sich bei der Übergabe selbst tein Bild von der Burg.

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